ALEXANDER GASSNER RAST AUFS PODIUM

Alexander Gassner rast mit Aufholjagd aufs Podium beim Skeleton-Weltcup-Auftakt in Sigulda +++++ Hannah Neise mit Vollspeed bei ihrer Weltcup-Premiere / Gassner arbeitet sich im zweiten Lauf auf Rang 2 nach vorne

Daumen hoch! Alexander Gassner (links) freut sich zusammen mit dem zeitgleichen Felix Keisinger über Platz zwei beim ersten Weltcup der Saison 2020/2021 in Sigulda. Foto: BSD, Viesturs Lacis

SIGULDA. (pst) Der Weltcup-Auftakt der Skeletonis zeigte einmal mehr, dass die Bahn im lettischen Sigulda immer wieder für Überraschungen gut ist. Vor allem im Frauenwettbewerb gab es ein Resultat, mit dem so nicht zu rechnen war. Hinter der Siegerin Janine Flock aus Österreich reihten sich die Niederländerin Kimberley Bos und die lettische Lokalmatadorin Endija Terauda ein. Die deutschen Damen verfehlten die Podestplätze deutlich. Im Herrenwettbewerb sorgte Alexander Gassner (BSC Winterberg) mit einer grandiosen Aufholjagd von Rang acht auf Rang zwei für das Highlight aus Sicht des Nordrhein-Westfälischen Bob- und Schlittensportverbandes (NWBSV). Die Starter aus Übersee fehlten Corona-bedingt in Lettland.

Nach dem ersten Lauf war die Schmallenbergerin Hannah Neise (BSC Winterberg) als Fünfte die beste deutsche Teilnehmerin. Der Weltcup-Rookie zeigte sich unbekümmert und wies in beiden Läufen die höchste Geschwindigkeit auf. Allerdings bedeutete der Vollspeed auch hohes Risiko und so kostete ein heftiger Wackler im unteren Bahnabschnitt des zweiten Durchgangs eine bessere Platzierung als den 13. Platz, der am Ende für Hannah Neise bei ihrem Weltcup-Debüt raussprang. Dank exzellenter Körperbeherrschung hielt sie sich überhaupt in der Bahn. „Es war auf jeden Fall eine gute Erfahrung und ich hoffe, dass ich nächste Woche zwei so gute Läufe wie den heutigen ersten Lauf hinbekomme“, meinte Neise nach ihrem ersten Weltcup.

Beste Deutsche war Weltmeisterin Tina Hermann (WSV Königssee) auf Platz 7 mit deutlichem Rückstand von 1,69 Sekunden auf die siegreiche Flock. Direkt dahinter mit 1,80 Sekunden Rückstand landete Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) auf Platz acht. „Das Rennen war sehr durchwachsen. An ein paar Stellen gab es schon mehr Lichtblicke als in den vergangenen Jahren, aber alles in allem waren es heute einfach zu viele Fehler“, analysierte Lölling, die Gesamt-Weltcupsiegerin des Vorwinters, das erste Weltcuprennen der neuen Saison kritisch. Auch Bundestrainer Christian Baude war nicht zufrieden und sagte: „Ich bin schon ein bisschen traurig, dass wir heute bei den Damen keinen Podestplatz erreichen konnten, da die anderen Nationen ebenfalls sehr viele Fehler gemacht haben.“

Bei den Herren zeigten die lettischen Skeletonis eine gute Frühform auf ihrer Heimbahn. Martins Dukurs und sein Bruder Tomass führten nach dem ersten Lauf. Wobei der Vorsprung der lettischen Legende Martins Dukurs (50,21 Sekunden) auf seinen Bruder (50,45) mit 24 Hundertstel größer war als dessen Vorsprung auf den Achten des ersten Laufs, Alexander Gassner. Das Feld lag also eng zusammen. Der Winterberger nutzte die knappen Abstände, um im zweiten Durchgang mit einer starken Leistung eine furiose Aufholjagd zu starten. Mit der zweitbesten Laufzeit landete er am Ende auf Rang zwei, zeitgleich mit Felix Keisinger (WSV Königssee). Gegen Martins Dukurs aber war kein Kraut gewachsen. Bei seinem 55. Weltcupsieg lag der Lette 79 Hundertstel vor den beiden zeitgleichen Deutschen. Der dritte deutsche Starter, der amtierende Weltmeister Christopher Grotheer (BRC Thüringen) wurde Elfter.

Alexander ist sauber gefahren, wie er es kann. Er gehört technisch zu den Besten. Die Eindrücke, die er bei der Selektion gezeigt hat, hat er festigen können“, lobte NWBSV-Bundesstützpunkttrainer Peter Meyer. „Im ersten Lauf hatte ich gleich im oberen Abschnitt einen Fehler, der mich einige Zeit gekostet hat. Den konnte ich dann im zweiten Lauf ausmerzen und hatte einen richtig geilen Lauf mit Top Speed unten raus. Ich bin mega happy“, sagte Gassner nach dem Rennen.

Meyers Fazit, der mit Lölling, Neise und Gassner drei Skeletonis in Sigulda am Start hatte, lautet: „Insgesamt war es in Ordnung für den ersten Weltcup der Saison. Bei den Damen ist es ein realistisches Ergebnis. Auf den anderen Bahnen sind sie entspannter. Nun heißt es schauen, was kommt.“ Der nächste Weltcup ist dann nächste Woche wieder in Sigulda.