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CHINAS HÜRDEN IM VIERTELFINALE ZU HOCH

WTT Grand Smash Singapore (7. bis 19. März) -  Olympiasieger Ma Long zerstört Dang * * * Qius Traum vom ersten Sieg  * * * Ying Han machtlos gegen fehlerlose Zhang Rui

Benedikt Duda/Dang Qiu (Foto: WTT)

SINGAPUR.  Chinas Hürden waren im Viertelfinale des mit 2 Millionen Dollar dotierten Singapore Smash 2023 (7. bis 19. März) zu hoch für Deuschlands Tischtennis-Asse. Nachdem am Morgen Ma Long die Halbfinal-Träume von Dang Qiu hatte platzen lassen, verhinderte wenige Stunden später Zhang Rui den Einzug von Europe-Top-16-Gewinnerin Ying Han in die Vorschlussrunde. Wie der Europameister bei seinem 0:4 gegen den Olympiasieger musste auch die in Düsseldorf lebende Defensivkünstlerin bei ihrer Fünfsatzniederlage die Überlegenheit der Weltranglisten-16. aus dem Reich der Mitte anerkennen. Bei den Damen ist China am Samstag unter den besten Vier in den Duellen der Weltranglistenersten Sun Yingsha gegen Weltmeisterin Wang Manyu sowie Zhang Rui gegen Qian Tianyi unter sich. Bei den Herren steht das Reich der Mitte dreimal im Halbfinale: Cup-Finals-Sieger Wang Chuqin trifft auf den Weltranglistenersten Fan Zhendong, der Brasilianer Hugo Calderano fordert Dang-Qiu-Bezwinger Ma Long heraus.

Der GOAT zerstört jeden Versuch Dang Qius bereits im Ansatz

Im letzten Duell der beiden Kontrahenten, ausgetragen im Oktober 2022 im Achtelfinale des WTT Champions in Macao, durfte Dang Qiu bei seiner knappen 2:3-Niederlage noch berechtigterweise von seinem ersten Sieg über Ma Long träumen. Diese ernsthafte Kampfansage hatte heutige heftige Konsequenzen. Beim Aufeinandertreffen in Singapur erstickte, oder besser: zerstörte der GOAT, der Greatest Of All Times, der zweimalige Olympiasieger und dreimalige Weltmeister im Einzel, jeden, aber auch jeden noch so guten Versuch Dang Qius von Beginn an sofort im Keim und spielte einen traumhaften Angriff nach dem anderen.

Dang Qiu: „Ich wurde sehr, sehr, sehr lange nicht mehr so vermöbelt wie heute“

Im Gegensatz zu den vorherigen Partien beim Singapore Smash wurde das Viertelfinale über vier Gewinnsätze ausgetragen. 2:11, 4:11, 4:11 und 5:11 lautete das frustrierende Ergebnis aus Sicht des 26 Jahre alten Düsseldorfers, der nicht nur als Europameister und Weltranglistenelfter, sondern auch in guter Form und mit der Empfehlung eines Erfolgs über den in Topform spielenden Franzosen Felix Lebrun in das Match gegangen war. Seinen ersten Punkt im ersten Satz erkämpfte sich Dang Qiu dennoch erst nach zehn Punktgewinnen des Chinesen. Das Penholder-Ass zog anschließend den Hut vor der überragenden Leistung des Superstars aus dem Reich der Mitte: „Dieses Spiel habe ich mir natürlich ganz anders heute vorgestellt. Ich wurde sehr, sehr, sehr lange nicht mehr so vermöbelt wie heute. Er hat einfach unfassbar gespielt und gezeigt, dass er nicht umsonst der beste Spieler aller Zeiten ist. Natürlich habe ich heute auch selbst nicht meine Höchstleistung gezeigt, aber der Grund dafür hatte heute einen Namen: Ma Long. Hut ab vor seiner Leistung.“

Die Gesamtbilanz Dang Qius für den Grand Smash, von dem er ein Preisgeld in Höhe von 22.500 Dollar und wertvolle 350 Weltranglistenpunkte mit nach Hause nimmt, fällt jedoch zu Recht positiv aus: „Meine Gesamtperformance war auch in Singapur wieder gut. Ich habe bei solch einem starken Feld erneut das Viertelfinale erreicht. Das ist nicht einfach und zeigt die Konstanz meiner Leistungen.“

Ying Han gegen eine fast fehlerlose Gegnerin auf verlorenem Posten

Ying Han, die am Mittwoch mit einer großartigen Leistung die Weltranglistensiebte Chen Xingtong (China) aus dem Turnier befördert hatte, stellte zwar auch gegen Zhang Rui erneut ihre großartige Form und ihre Verteidigungskünste unter Beweis. Die in Diensten des polnischen Meisters Tarnobrzeg stehende Weltranglistenelfte, die im Februar zum zweiten Mal in Folge das Europe Top 16 in Montreux gewann, stand jedoch gegen die Nummer 16 des Rankings von Beginn bei jedem Ballwechsel unter noch größerem Druck. Der Grund: Die Chinesin erlaubte sich selbst gegen die beste Abwehrspielerin der Welt so gut wie keine leichten Fehler. Die Deutsche, die Zhang Rui zum ersten Mal gegenüberstand, hatte zuvor bereits geahnt, was auf sie zukommt: „Ich hatte mir Videos angeschaut und Zhang Rui spielt vom System her ein bisschen wie die Japanerin Mima Ito, die extrem schwierig für mich als Abwehrspielerin zu spielen ist. Heute hat es sich leider bestätigt, wie gut Zhang Rui gegen mein System spielt.“

So hielt sich die Defensivtrategin gegen die Favoritin zwar wacker, erarbeitete sich in Durchgang zwei nach Rückstand noch zwei Satzbälle und sicherte sich den den dritten Durchgang. Doch in ernsthafte Verlegenheit brachte die Düsseldorferin ihrer insgesamt fast fehlerlos auftrumpfende Gegnerin beim 6:11, 11:13, 12:10, 7:11 und 3:11 nicht. Ying anerkannte die Leistung ihrer Gegnerin an: „Sie hat noch viel besser gegen mich gespielt, als ich das erwartet hätte, da war nicht viel zu machen heute. Insgesamt hat sie verdient gewonnen.“

Die Gesamtbilanz der Deutschen fällt mit dem Einzug in das Viertelfinale, dem Sieg über die Weltranglistensiebte Chen Xingtong, dem Preisgeld in Höhe von 22.500 Dollar und 350 enorm wertvollen Weltranglistenpunkten dennoch überaus positiv aus: „Gegen Chen Xingtong habe ich sehr gut gespielt und der Einzug in das Viertelfinale ist natürlich ein Ergebnis, mit dem ich sehr glücklich bin. Aber es gibt weiterhin viel zu verbessern.“

Die Spiele der Deutschen am Freitag

Herren-Einzel, Viertelfinale
Dang Qiu – Ma Long CHN 0:4 (-2,-4,-4,-5)

Damen-Einzel, Viertelfinale
Ying Han – Zhang Rui CHN 1:4 (-6,-11,10,-7,-3)

Links

WTT Singapore Smash (7. bis 19. März)

Das Aufgebot des DTTB
Herren: Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm), Dang Qiu (Borussia Düsseldorf), Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt), Ruwen Filus (TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell), Kilian Ort (TSV Bad Königshofen). Qualifikation: Kay Stumper (Borussia Düsseldorf)
Damen: Ying Han (KTS Tarnobrzeg, Polen), Nina Mittelham (ttc berlin eastside), Xiaona Shan (ttc berlin eastside), Sabine Winter (TSV Schwabhausen). Qualifikation: Annett Kaufmann (SV Böblingen), Yuan Wan (TTC Weinheim)
Herren-Doppel: Benedikt Duda/Dang Qiu
Damen-Doppel: Nina Mittelham/Sabine Winter, Xiaona Shan/Miyu Nagasaki JPN
Mixed: Nina Mittelham/Dang Qiu
Trainer: Jörg Roßkopf (Herren-Bundestrainer, Lars Hielscher (DTTB-Cheftrainer Düsseldorf),Tamara Boros (Damen-Bundestrainerin), Elke Schall-Süß (DTTB Honorartrainerin)
Physiotherapeut: Peter Heckert (Olympiastützpunkt Hessen)
Schiedsrichter: Christoph Geiger

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