DTTB-BUNDESTAG MACHT WEG FREI FÜR DIE DEUTSCHEN TISCHTENNIS-FINALS 2024 IN ERFURT

Erneut kein Reservespieler-Status im Dezember | Ausnahmegenehmigung für TTBL-Finale 2023 erteilt

(c) DTTB

FRANKFURT / MAIN. Vor anderthalb Jahren waren sie noch eine wohlklingende Idee, die Deutschen Tischtennis-Finals, jetzt nimmt das Projekt weiter Fahrt auf und hat mit der Stadt Erfurt die höchstwahrscheinliche Heimat gefunden. Der Bundestag des Deutschen Tischtennis-Bundes hat das DTTB-Präsidium bei der Vollversammlung am Samstag autorisiert, die endgültige Entscheidung über das viertägige nationale Mega-Event zu treffen, die gleichzeitige Austragung der nationalen Meisterschaften der Damen und Herren, Jugend 15, Jugend 19, Seniorinnen und Senioren sowie Leistungsklassen in der Messe Erfurt.

Die große Zustimmung des Bundestags ist das erhoffte Signal, dass Tischtennis-Deutschland bei den Finals in Erfurt an einem Strang zieht“, sagt DTTB-Präsidentin Claudia Herweg. „Ein nationales Event dieser Größenordnung ist für uns Neuland, aber eine spannende Herausforderung, die wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern in Thüringen und Erfurt optimal vorbereitet haben.“

Thüringens Präsident Schlütter: „Mehr Aufmerksamkeit, neue Impulse“

Herwegs Pendant in Thüringen benannte auch die Ambitionen, die mit den „Finals“ verbunden sind: „Die Deutschen Tischtennis-Finals sind eine große Herausforderung und Chance für Thüringen, sich erneut als guter Gastgeber von großen Sportevents zu präsentieren. Der Thüringer Tischtennis-Verband ist sich sicher, dass wir dadurch mehr Aufmerksamkeit und neue Impulse für den Tischtennissport erhalten werden. Jetzt liegt es in den Händen der Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft, uns dabei zu unterstützen. Ich bin optimistisch, dass es gelingen kann“, so TTTV-Präsident Uwe Schlütter.

Letzte Stellschraube ist die Finanzierung des Events. Die ersten Gespräche über eine mögliche finanzielle Unterstützung von verschiedener Seite sind dank großer Unterstützung durch den Thüringer Tischtennis-Verband positiv verlaufen, doch noch ist es zu früh für Haushaltsbeschlüsse der öffentlichen Hand oder endgültige Vertragsunterzeichnungen von Sponsoren.

DTTB-Chefin Herweg: „Sportland Thüringen als gute Adresse auch für Sommersportarten“

Wir sind sehr optimistisch, dass die Premiere der Deutschen Tischtennis-Finals 2024 in Erfurt sein kann und sich das Sportland Thüringen zunehmend auch als gute Adresse für Sommersportarten positionieren kann“, so DTTB-Chefin Herweg. „Erfurt liegt zentral in Deutschland, ist touristisch attraktiv, und die moderne Messe bietet die optimalen Bedingungen für unsere Multi-DM.“ Kann der Finanzplan erwartungsgemäß realisiert werden, gibt Herwegs Präsidium endgültig grünes Licht.

Erneut kein Reservespieler-Status im Dezember

Weil rund zwei Drittel der DTTB-Mitgliedsverbände in der vergangenen Saison einmal mehr pandemiebedingt die Spielzeit abgebrochen bzw. eine Einfachrunde absolviert haben, hat der Bundestag den Antrag auf eine erneute Ausnahmegenehmigung beim Reservespieler-Status angenommen. Die Entscheidung der rund 60 Delegierten in Frankfurt am Main fiel einstimmig. Sie bewahrt Vereine vor unverschuldeten Personalengpässen und den damit verbundenen Strafen.

So werden auch in diesem Dezember die ersten beiden Absätze der Wettspielordnung (WO) H 1.3.1 nicht zur Anwendung kommen. Dies bedeutet, dass am Jahresende niemandem ein Reservespieler-Status erteilt wird, der zuvor noch keinen hatte. Eine Aussetzung der Vorschrift wird viele Spielerinnen und Spieler vor Reserve-Vermerken bewahren, die bei normalem Ablauf der Rückrunde 2021/22 erteilt worden wären. Von der Regelung profitieren gleichermaßen einige Spielerinnen und Spieler mit fehlender Einsatzbereitschaft.

COVID: Ausnahmen waren bereits Ende 2021 und Mitte 2022 erteilt worden

In der Wettspielordnung ist festgelegt, dass die Anzahl der Stammspieler einer Mannschaft mindestens der in der WO festgelegten Sollstärke entsprechen muss. In einer „normalen“ Halbserie muss jeder Stammspieler bei Damen und Herren mindestens drei Punktspiele im Einzel bestreiten, um auch in der folgenden Halbserie weiter als Stammspieler gemeldet werden zu können. Eine Ausnahme besteht für Spieler, die in der der Halbserie mit den Mindereinsätzen unmittelbar vorangegangenen Halbserie im selben Verein an mindestens drei Punktspielen in dieser Mannschaftsmeldung im Einzel teilgenommen haben. Reservespieler tragen nicht zur Sollstärke einer Mannschaft bei.

Bereits im Jahr 2021 hatte der Bundestag diese Ausnahmegenehmigung für eine Erteilung des Reservevermerks im Dezember 2021 und der Bundesrat 2022 für eine Erteilung des Reservevermerks im Juni 2022 einstimmig befürwortet.

TTBL: Ausnahmegenehmigung für 2023 erteilt

Am Format der Multi-DM „Die Finals“ in kommenden Jahr können beim darin enthaltenen TTBL-Finale dieselben Spieler an den Tisch gehen, die für ihre Vereine auch in das Play-off-Endspiel der deutschen Top-Liga eingezogen sind. Der Termin liegt zwar mit dem 7. bis 9. Juli 2023 bereits in der Folge-Saison, der Bundestag erteilte jedoch für die breit von den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragene Veranstaltung einstimmig eine Ausnahmegenehmigung.

Entwicklung und Vergabe der Turnierlizenz liegt beim DTTB, Vergabe ab Saison 2024/25

Gut 70 Prozent der Stimmen bei der jährlichen DTTB-Vollversammlung entfielen darauf, dass die Turnierlizenz vom Deutschen Tischtennis-Bund vergeben werden soll, nicht von jedem Mitgliedsverband einzeln. Zuvor war der Antrag einstimmig angenommen worden, dass die neue Lizenz zum 1. Juli 2024 eingeführt wird.

Die neue Lizenz soll Probleme bei Versicherung, Haftung und Aufsichtspflicht für Spielerinnen und Spieler lösen, die nicht durch ihre Vereine zu Individualveranstaltungen gemeldet werden. Durch die vom Dachverband zentral gesteuerte Erteilung der Turnierlizenz wird die bundeseinheitliche Abwicklung sichergestellt, zudem können nötige Weiterentwicklungen zentral vorangetrieben werden.

Werbebestimmungen in Größe und Platzierung liberalisiert

Die Werbung auf Bekleidung ist, was die Größe von Schrift und Logos und Platzierung im Einzel- und Mannschaftsspielbetrieb betrifft, ab dem 1. Januar komplett freigegeben. Die Mehrheit der Delegierten nahm den Antrag des Hessischen Tischtennis-Verbands an. Durch die Flexibilisierung sollen die Vereine und Aktiven bessere Möglichkeiten zur Vermarktung erhalten. Werbung für E-Zigaretten, Tabak und Werbung, die gegen die guten Sitten sowie gegen die gebotene politische und weltanschauliche Neutralität des Sports verstößt, bleibt verboten.

Spielgemeinschaften bei Deutschen Pokalmeisterschaften und Quali-Turnier möglich

Ab dem 1. Juli 2023 kann der DTTB zulassen, dass auch Spielgemeinschaften an Bundesveranstaltungen und an Veranstaltungen mit direkter Qualifikation zu Bundesveranstaltungen teilnehmen. Durch diese Öffnung sollen sich zum Beispiel alle Mannschaften für die Deutschen Pokalmeisterschaften qualifizieren können, die auf Kreis- bzw. Bezirksebene ein Startrecht haben. Der damit verwandte Antrag des Ressorts Erwachsenensport, auch gemischte Mannschaften zuzulassen, war knapp abgelehnt worden.

Einstimmig bestätigt: Aktivensprecher und Ressortleiter Bundesligen

Die Aktivensprecher Nina Mittelham (Damen) und Dimitrij Ovtcharov (Herren) bestätigte der Bundestag ebenso einstimmig wie die Ressortleiter Bundesligen, Helmut Pfeil (Damen) und Gianluca Walther (Herren). Alle vier waren zuvor bereits gewählt worden, Mittelham und Ovtcharov aus dem Kreis der Nationalspielerinnen und -spieler, Pfeil und Walther bei den Bundesliga-Jahrestagungen.

Der Jahresabschluss 2021 und der Haushalt 2023 wurden ebenso einstimmig genehmigt sowie das Präsidium entlastet. Der nächste Bundesrat findet am 15. April statt. Der 18. DTTB-Bundestag, dann mit Neuwahlen, ist am 18. und 19. November 2023. Beide Veranstaltungen finden erneut in Frankfurt am Main statt.

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