WEISSE WESTE FÜR DTTB-DUOS ZUM AUFTAKT DER DOPPEL-HAUPTRUNDEN

(c) DTTB

MÜNCHEN. (MS)) Am ersten Tag der Doppel-Hauptrunde bei den Heim-Europameisterschaften in München (13. bis 21. August) ist allen drei deutschen Duos den Einzug ins Achtelfinale gelungen. Bei den Damen ist das deutsche Duell perfekt. In der Runde der besten 16 treffen Nina Mittelham und Sabine Winter und die Youngsters Annett Kaufmann und Franziska Schreiner. Während die in der Rudi-Sedlmayer-Halle an Position zwei gesetzten Mittelham/Winter am frühen Dienstagabend einen 0:2-Satzrücktand wettmachen mussten, gelang den Qualifikantinnen Kaufmann/Schreiner gegen das ukrainischen Abwehr-Duo Tetiana Bilenko/Ganna Gaponova ein 3:0-Erfolg. Die an Position zwei gesetzten Benedikt Duda/Dang Qiu hatten nur zu Beginn etwas Mühe bei ihrem Auftaktmatch als Doppel.

Nach 0:2 habe ich schon ein wenig gezittert, wusste aber auch, dass wir es noch schaffen können“, sagte Sabine Winter. Die 21-jährigen polnischen Zwillinge Anna und Katarzyna Wegrzyn, perfekt eingespielt und unter anderem Bronzemedaillengewinnerinnen bei den Jugend-Weltmeisterschaften 2019, hatten in der Qualifikation bereits ein Spiel absolviert und begannen gegen die Deutschen couragiert und risikoreich. Mittelham/Winter wiederum hatten ihren Rhythmus noch nicht gefunden, ließen sich zu weit vom Tisch drängen und produzierten leichte Fehler. „Wir haben weiter gekämpft und unser Niveau zum Glück steigern können“, so die amtierende Deutsche Einzel-Meisterin, Winter. „Die letzten drei Sätze waren souverän. Ein 9:9 oder abzuwehrende Matchbälle hätte ich da auch nicht mehr unbedingt gebraucht.“

Duda/Qiu gegen Altmeister Karakasevic und Mixed-Bronzemedaillist Pistej

Die mit Einzel-Gold bzw. -Bronze bei der U21-EM dekorierte Kombination Kaufmann/Schreiner hatte die neun Plätze vor ihnen gesetzten ukrainischen Defensivakteurinnen Bilenko/Gaponova von Beginn an im Griff. Die einfache Erklärung: „Wir sind beide ziemlich gut gegen Abwehr, uns liegt das Spiel beiden. Im letzten Satz mussten wir unsere Taktik ein bisschen umstellen, haben das aber gut hingekriegt“, erklärte Annett Kaufmann, die mit ihrer Böblinger Mannschaftskollegin Qianhong Gotsch, Europameisterin von 2000, und dem Neckarsulmer Florian Bluhm, DM-Bronzemedaillengewinner von Saarbrücken, gleich über zwei Defensivstrategen als regelmäßige Trainingspartner verfügt.

Das deutsche Duell am Mittwoch um 9.30 Uhr nehmen die Individual-EM-Debütantinnen gelassen. „Es ist schade, dass wir so früh schon gegeneinander spielen. Man kann an der Auslosung nichts ändern“, so Schreiner. „Wir werden so motiviert und frisch an den Tisch gehen wie sonst auch immer. Der Gegner kommt zwar aus demselben Land, aber wir werden trotzdem unser Bestes geben.“

Benedikt Duda und Dang Qiu fanden anders als im gemischten Doppel am Sonntag noch rechtzeitig ihre Form beim ersten gemeinsamen Auftritt in München als das an zwei gesetzte Doppel in der Runde der besten 64. Nach nur knapp gewonnen ersten Durchgang gegen die griechische Links-Rechts-Kombination Giorgos Konstantinopoulos/Ioannis Sgouropoulos, verloren sie Satz zwei mit 4:11, dominierten ihre Kontrahenten danach jedoch.

Durch den einen Tag Pause haben wir fast ein bisschen den Wettkampfrhythmus verloren“, sagte der 28-jährige Team-Europameister Duda. „Dann bist du zu Beginn auf dem Centercourt ein bisschen nervös, die ersten beiden Aufschläge gehen raus, der Rückschlag läuft noch nicht so und die Griechen treffen ein paar schwere Bälle. Wir sind nur über den Kampf in dieses Spiel gekommen. Nach dem 1:1 lief es dann richtig gut.“

Die Achtelfinalgegner am Mittwoch um 10.10 Uhr sind eine Überraschung und standen am Dienstagabend bereits mit etwas mehr als einem Bein im Aus. Gegen das dänisch-englische Doppel Jonathan Groth/Liam Pitchford lagen Lubomir Pistej und Aleksandar Karakasevic (Slowakei und Serbien) mit 0:2 in Sätzen sowie in Durchgang fünf mit 3:9 in Rückstand, bevor Münchens EM-Dritter im Mixed, Pistej, und der vierfache Mixed-Europameister vergangener Zeiten, Karakasevic, das Spiel noch klauten.

Für den 46-jährigen Karakasevic schließt sich in München bei seinen 24. Europameisterschaften der Kreis. Vor 30 Jahren, bei der EM in Stuttgart 1992, spielte er seine ersten kontinentalen Titelkämpfe. Inzwischen ist der ehemaligen TTBL-Spieler für Ochsenhausen, Plüderhausen und Grenzau Präsident des serbischen Tischtennis-Verbands. Eigentlich hatte das Schwergewicht mit dem goldenen linken Händchen seine internationale Karriere bereits im Jahr 2016 offiziell beendet. Das hielt allerdings nicht allzu lange. Schon bei der Individual-WM in Düsseldorf ein Jahr später stand er in allen drei Wettbewerben erneut am Tisch.

Damen-Doppel, Runde der besten 32
Nina Mittelham/Sabine Winter – Anna Wegrzyn/Katarzyna Wegrzyn POL (-8,-8,4,2,5)
Annett Kaufmann/Franziska Schreiner – Tetiana Bilenko/Ganna Gaponova UKR 3:0 (5,7,9)

Achtelfinale am Mittwoch, 9.30 Uhr
Nina Mittelham/Sabine Winter – Annett Kaufmann/Franziska Schreiner

Herren-Doppel, Runde der besten 32
Benedikt Duda/Dang Qiu – Giorgos Konstantinopoulos/Ioannis Sgouropoulos GRE 3:1 (10,-4,5,7)

Achtefinale am Mittwoch, 10.10 Uhr
Benedikt Duda/Dang Qiu – Lubomir Pistej SVK/Aleksandar Karakasevic SRB

Das Aufgebot des DTTB in München 

Herren
Dimitrij Ovtcharov (TTC Neu-Ulm, Weltrangliste vom 9. August: Platz 9, Patrick Franziska (1. FC Saarbrücken TT, WR: 12), Dang Qiu (Borussia Düsseldorf, WR 13), Timo Boll (Borussia Düsseldorf, WR: 14), Benedikt Duda (TTC Schwalbe Bergneustadt, WR: 36) 

Damen
Ying Han (KTS Enea Siarka Tarnobrzeg, Polen / WR: 8), Nina Mittelham (ttc berlin eastside, WR: 12), Xiaona Shan (ttc berlin eastside, WR: 17),  Sabine Winter (TSV Schwabhausen, WR: 48), Yuan Wan (TTC Weinheim, WR: 89), Annett Kaufmann (SV Böblingen, WR: 122), Franziska Schreiner (TSV Langstadt, WR: 209)

Mit diesen Duos geht Deutschland in die Doppel-Konkurrenzen*
Herren-Doppel: Duda/Qiu
Damen-Doppel: Mittelham/Winter, Schreiner/Kaufmann
Mixed: Qiu/Mittelham, Duda/Winter
*Pro Nation dürfen nur maximal zwei Kombinationen an den Start gehen

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