BAYERN-FESTSPIELE BEIM BUNDESRANGLISTENFINALE

BERGHEIM. Elisabeth Hülsewig war begeistert. „Das ist irre, was der TSV Kenten hier auf die Beine gestellt hat, eine tolle Werbung für Bergheim“, sagte die Stellvertretende Bürgermeisterin, die sich vor der Siegerehrung Zeit genommen hatte und gut eine Stunde lang die packenden Wettbewerbe in der Sporthalle am Gutenberg-Gymnasium verfolgte. Bis zum letzten Ballwechsel gab es beim Bundesranglisten-Finale in der Kreisstadt Tischtennissport vom Feinsten. Bei dem Turnier der U15 und U18 gingen die jeweils zwölf besten Spielerinnen und Spieler aus Deutschland an die insgesamt zwölf Tische, um nach dem Modus „Jeder gegen Jeden“ die Bundesranglistensieger auszuspielen.

Jeder und jede hatte an den beiden Tagen je elf Spiele zu absolvieren, ein hartes Programm. Für Stimmung auf den gut besetzten Rängen sorgten vor allem die Besucher aus Bayern, die mit einem starken Aufgebot per Bus und Pkw aus Rosenheim oder München nach Bergheim gekommen waren. „Ich habe mir schon einen Platz auf dem Podium zum Ziel gesetzt. Bis jetzt läuft es gut. Die Organisation ist hier sehr gut. Es passt alles“, sagte zum Beispiel Daniel Rinderer vom FC Bayern München. Der junge Mann aus dem Bayerischen Wald hatte bis dahin acht Siege und zwei Niederlagen verbucht. Er gewann dann auch sein letztes Spiel und stand am Ende als Zweiter auf dem Podium. Turniersieger wurde der amtierende Deutsche Jugendmeister Kay Stumper vom 1. FC Saarbrücken. Der einzige Teilnehmer aus Nordrhein-Westfalen in der Konkurrenz Jungen 18, Lukas Bosbach vom 1. FC Gievenbeck, musste sich mit dem neunten Rang begnügen.

Bei den Mädchen 18 konnte sich Leonie Berger von Borussia Düsseldorf über den dritten Platz freuen. Die Goldmedaille ging an Naomi Pranjkovic vom bayerischen Bundesligisten DJK Kolbermoor. Die favorisierte deutsche Jugendmeisterin Sophia Klee aus Kassel musste sich dieses Mal mit Rang zwei zufrieden geben. „Das Turnier hier hat mir viel Spaß gemacht. Die Organisation ist sehr gut, ich habe aber auch gut gespielt. Einen Platz auf dem Treppchen hatte ich mir schon ausgerechnet, aber dass ich hier gewinnen würde, war doch etwas überraschend“, fasste die erfolgreiche Rosenheimerin zusammen.

Grund zur Freude hatten bei der Siegerehrung der Jungen 15 dann auch die Vertreter des Westdeutschen Tischtennisverbandes. Mit dem Sieger Tobias Sältzer vom TV Refrath und dem Zweiten, Wim Verdonschot vom TTC Hagen, standen gleich zwei der jungen Nachwuchsspieler aus dem Landesverband auf dem Podest. Bei den Mädchen 15 ging die Siegermedaille an die Favoritin Annett Kaufmann vom Bundesligisten SV Böblingen.

Ihr habt hier hervorragende Leistungen gezeigt“, bescheinigte Wolfgang Schleiff, Jugendreferent des Deutschen Tischtennisbundes, den Spielerinnen und Spielern bei der Siegerehrung, die er gemeinsam mit Elisabeth Hülsewig und dem bescheiden im Hintergrund bleibenden Vorsitzenden des TSV Kenten, Holger Kirsch, vornahm. „Die Ausrichtung des Turniers war bestens organisiert. Es gibt nichts zu beanstanden, und wir werden gerne wiederkommen“, sagte auch Jürgen Siewert, stellvertretender Resortleiter Jugendsport im DTTB.

Rund 50 Helferinnen und Helfer hatte der TSV Kenten im Einsatz, um das Bundesranglistenfinale, das nur etwa alle acht bis zehn Jahre nach NRW vergeben wird, zu einem Erfolg werden zu lassen. Viel Arbeit wurde im Hintergrund geleistet. So hatte zum Beispiel die Stadt Bergheim die Leuchtröhren an der Hallendecke auswechseln lassen, um die Vorgaben der Wettspielordnung, eine bestimmte Luxzahl, zu erfüllen. „Die Stadt hat uns bestens unterstützt. Auch dafür gilt es einmal Danke zu sagen“, fasste Kirsch zusammen.

Bu li: Von Beginn an unter Druck setzt Turniersiegerin Naomi Pranjkovic (l.) ihre Konkurrentin.

Bu M: Ein Platz auf dem Podest ist das Ziel von Daniel Rinderer (l.) vom bayerischen Landesverband.

Bu re: Strahlende Siegerinnen: Sophia Klee, Naomi Pranjkovic und Leonie Berger. Fotos: Moers