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„WIR KÖNNEN ZUVERSICHTLICH NACH VORNE SCHAUEN“

Sportdirektor Manuel Wilhelm blickt kurz zurück und positiv voraus

Sportdirektor Manuel Wilhelm (c) DRV

HEIDELBERG. Die 7er-Saison hat für die deutschen 7er-Rugbymänner bereits einiges an Höhen, aber auch Enttäuschungen wie zuletzt den knapp verpassten Aufstieg in die SVNS Weltserie gebracht. Viel Zeit, um das alles zu verarbeiten, hat das junge Wolfpack allerdings nicht, denn schon an diesem Wochenende starte im kroatischen Makarska für die deutschen Männer und Frauen die Europameisterschaften. Zumindest die Männer wollen dort ganz oben angreifen, und auch die Frauen haben einiges vor. Rugby Deutschland Sportdirektor Manuel Wilhelm traut den Teams in der EM durchaus viel zu.

Herr Wilhelm, vor nicht mal einer Woche haben Rugby Deutschlands 7er-Männer die große Chance verpasst, schon in diesem Jahr in die SVNS genannte Weltserie aufzusteigen. Wie sehr tut das noch weh?

MW: Natürlich waren wir alle enttäuscht über das Ergebnis, zumal wir Kenia in dieser Saison bereits zweimal geschlagen hatten, aber eben in diesem entscheidenden Spiel nicht unsere beste Leistung auf den Platz bringen konnten. Aber, dass wir diese Chance überhaupt, ist schon ein Erfolg. Hätte man uns das vor einem Jahr gesagt, dass wir in diesem Relegationsspiel stehen würden, hätten wir das sofort unterschrieben. Ich kann nur immer wieder betonen: Wir befinden uns mit einem noch sehr jungen Team im Umbruch. Vor der Saison haben wir nicht damit gerechnet, um den Aufstieg mitspielen zu können. Aber diese Erfahrung war wichtig für uns. Wir arbeiten also weiter hart daran, auch mit Blick auf eine Olympia-Qualifikation, wie geplant den Aufstieg im nächsten oder übernächsten Jahr zu schaffen.

Was hat dem Team denn noch gefehlt, um die Chance schon in diesem Jahr zu nutzen?

MW: Überhaupt nicht viel. Zur Einordnung: Wir haben beide Weltserien-Aufsteiger, Uruguay und Kenia, in dieser Saison geschlagen. Wir haben das Weltserien-Team Kanadas besiegt. Wir befinden uns also mit diesen Teams auf Augenhöhe. Und man darf nicht vergessen: Als wir in den vergangenen Jahren gescheitert sind, war es noch eine Weltserie mit 16 Teams, jetzt sind oben nur noch zwölf dabei. Ich denke, das zeigt, dass wir in diesem einen Jahr seit dem harten personellen Cut schon einige richtig gute Schritte nach vorn gemacht haben. Was nicht heißt, dass nicht auch noch viel Arbeit vor uns liegt.

Die deutschen Frauen hatten bei der EM im vergangenen Jahr die Qualifikation zum World Rugby Challenger knapp verpasst. Doch auch dieses Team soll sich mittelfristig ebenfalls um einen Platz unter den besten zwölf bis 16 Teams der Welt bewerben, oder?

MW: Das ist natürlich so. Wir sehen es ja bei den Männern: Nur, wenn du dich auf diesem hohen Niveau mit den besten Teams misst, kannst du dich auch nachhaltig in diese Richtung entwickeln. Aber auch da können wir sagen: Auch bei den Frauen wird wirklich gut und hart daran gearbeitet, dass es weiter voran geht. Ich finde, zuletzt in Haguenau haben die Mädels schon einen guten Eindruck hinterlassen. Mal sehen, wie sie sich in Makarska und dann in Hamburg schlagen.

Stichwort Europameisterschaften: Wie sehen die Zielsetzungen für die beiden Teams aus?

MW: Wir alle wissen um die Wichtigkeit einer möglichst guten Platzierung bei den Europameisterschaften. In erster Linie geht es darum, uns mit den Männern wieder und mit den Frauen erstmalig für den World Rugby Challenger zu qualifizieren. Dafür müssen wir unter den besten zwei, vielleicht drei Teams sein, die noch nicht auf der Weltserie unterwegs sind. Ich denke, für unsere Frauen ist das ein sehr realistisches Ziel. Die Männer wollen sicher noch mehr als das, nämlich um die Podestplätze mitspielen.

Sie haben unterstrichen, und die Trainer tun das auch, dass das Wolfpack aktuell noch ein sehr junges Team ist, das noch Erfahrungen sammeln muss. Wie sehen Sie grundsätzlich die Perspektive?

MW: Ich denke, dass die Entwicklung des Teams, dass ja praktisch erst auf der EM im vergangenen Jahr den Umbruch gestartet hat, sehr vielversprechend ist. Das haben wir in dieser Saison, wie gesagt, schon gesehen, und ich bin überzeugt, dass wir das auch in Kroatien und dann vor unseren eigenen Fans in Hamburg sehen werden. Wir haben aktuell, wenn man es so sagen will, eine Alterslücke zwischen der älteren Spielergeneration, von der ja im letzten Jahr einige ihre aktive Karriere beendet haben, und der jüngeren Generation, die jetzt auf den Turnieren schon für Furore sorgt. Wir sind aber dabei, die zu überwinden, und im Moment kann man sagen: In den kommenden Jahren können wir eigentlich aus jedem Jahrgang wirklich gute Spieler an die erste Mannschaft heranführen. Von daher bin ich sehr zuversichtlich für die Zukunft dieses Teams.

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