STARKES ADH-TEAM BEI DEN EUC RUDERN

von Sören Dannhauer - DRV

Freude über das gute Abschneiden: Fotos: Dannhauer

HANNOVER. Die European University Championships in Jönköping (Schweden) bestachen durch eine perfekte Organisation. An allen Wettkampftagen herrschte ein starker Wind auf dem Munkjön-See, sodass es technisch anspruchsvolle Rennen auf der 1810 m langen Strecke gab. Durch den Schiebewind gab es viele enge Zieleinläufe, in denen sich die deutschen Universitäten bei 18 Finalteilnahmen mit dreimal Gold, fünfmal Silber und sechsmal Bronze stark präsentierten. Zudem ging der Enno Harms-Preis für Fair Play an den Achter der Universität Würzburg-Erlangen.

Im Zweier-ohne der Leichtgewichte zeigten die Bochumer Studenten ihre internationale Klasse. Mit einem der größten Abstände des Tages siegten Julius Wagner und Henning Sproßmann trotz der schwierigen Ruderbedingungen eindrucksvoll. Auf Rang sechs desselben Finales ruderte die Mannschaft der TU München mit Sebastian Lentner und Christoph Boblest. Länger unter Druck standen Moritz Korthals und Simon Kramm. Erst bei Streckenhälfte lösten sich die Stuttgarter und konnten schließlich auch im offenen Zweier-ohne mit einer deutlichen Bootslänge Vorsprung die Goldmedaille für das adh-Team gewinnen.

Diel und Weber jubeln über Silber
Der Frauen-Zweier mit Norma Diel und Mara Weber hatte bereits im Vorlauf angedeutet, dass der dritte Platz des Vorjahres verbessert werden könnte. So dann auch im Finale: Während sich Ungarn schnell nach vorne löste, ruderte das Team der angehenden Ärztinnen von der Uni Gießen ungefährdet auf Rang zwei und freute sich über die Silbermedaille. Auch im Frauen-Achter gab es früh nach dem Start ein klar sortiertes Feld. Die Mannschaft der Uni Erlangen-Nürnberg mit Steuermann Michael Kapp, Thea Leube, Larissa Bugert, Hedwig Stegmann, Felicia Ruge, Ruth Hotop, Veronica Ratz, Vera Brockherde und Julia Brockherde reihte sich auf dem dritten Rang ein und hielt diesen bis ins Ziel. Die sympathische Mannschaft aus Erlangen freute sich bei der Siegerzeremonie sichtlich über die Bronzemedaille.

Bronze gab es für Leonie Neuhaus und Mareike Adams, Uni Duisburg-Essen, die als Titelverteidigerinnen nach Schweden gereist sind. „Wir haben uns vom Vorlauf zum Halbfinale gesteigert und sind ein gutes Finale gefahren.“, meinte Neuhaus bei der Ehrung nach dem Rennen und war sichtlich zufrieden. Einen Platz weiter vorn kam das Leichtgewichts-Boot aus Karlsruhe an. Nina Öhlckers und Luise Möller führten das Rennen die erste Hälfte der Strecke sogar an. Nachdem sie die Niederländerinnen passieren ließen sicherten sie Silber aber gegen die Konkurrenz ab und freuten sich bei der Ehrung zurecht über eine hart erkämpfte Silbermedaille im Doppelzweier.

Männer-Vierer ohne verpasst Medaille knapp
Der Vierer-ohne der Männer hatte sich in einem engen 14-Boote-Feld sicher in das große Finale gerudert. Dort startete das Boot mit Leon Joost, Raphael Mühlpfort, Philipp Schmidt und Leonhard Kuhn verhalten, schob sich zur Streckenmitte aber auf einen scheinbar sicheren Medaillenplatz. Mit den letzten Schlägen überruderten die Studenten aus Lyon das deutsche Boot jedoch knapp. „Leider klappte unser Endspurt technisch nicht, das ist schon enttäuschend.“, meinte Schlagmann Joost zu dem vierten Platz für die Uni Mannheim.

Mit vier Medaillen aus vier Rennen überzeugten die Boote aus Hannover. Der Frauen-Vierer mit Frauke Lange, Johanna Grüne, Julian von Wrangel und Lena Schielke ruderte zur Silbermedaille. Auch Cornelius Dietrich und Paul Peter sicherten sich im Doppelvierer gemeinsam mit Jannik Menke und Till Biermann Silber, nachdem die erstgenannten nur 1,5 Stunden zuvor bereits im Doppelzweier Bronze gewonnen hatten. Zudem gab es Bronze für Jannis Bestmann, Konstantin Jaep, Henrik Neufehdt und Philipp Schiefer im Leichtgewichts Vierer-ohne.

Duell gewinnt Gold
Im Frauen-Einer mischten zwei deutsche Boote im Wettstreit um die Medaillen mit. Constanze Duell von der Uni Bochum, Titelträgerin der Europäischen Hochschulmeisterschaften 2018 in Portugal, setzte sich auch auf dem Munkjön-See früh an die Spitze des Feldes und ruderte mit einer starken Leistung ungefährdet zu Gold. Die Deutsche Hochschulmeisterin von 2018, Laura Kampmann von der Uni Wuppertal, sortierte sich nach dem Start auf dem zweiten Rang ein. Auf den letzten 500 Metern entstand aber ein Vierkampf um die verbleibenden zwei Medaillen, in dem sich Kampmann hinter der Studentin aus Ungarn die Bronzemedaille sicherte.

Mit guten Rennen, aber ohne Podest, geht es für die Männer-Einer nach Hause. Malte Hein hatte sich mit einem sehr beherzten Halbfinale bis in das große Finale des Leichtgewichts-Einers gerudert. Dort konnte der erfahrene Ruderer der Uni Kiel der Pace der Führenden zwar nicht ganz folgen, sicherte sich mit einem engagierten Rennen jedoch den fünften Rang in einem der größten Felder der Regatta. Noch enger als bei den „Leichten“ ging es im offenen Einer zu, bei dem Julius Peschel von der Uni Frankfurt im Finale ruderte. Das international sehr erfahrene Line-up sorgte für viel Spannung. Während Peschel und ein Norweger auf den letzten Schlägen scheinbar um die Bronzemedaille kämpften fuhr der Schwede der heimischen Uni Jönköping einen ganz starken Endspurt und schnappte sich die Medaille. Peschel blieb schlussendlich der fünfte Rang. „Ich habe es von vorne versucht und alles richtig gemacht. Am Ende waren die Gegner eben etwas stärker“, so der Frankfurter.

Über die Vorrennen und Halbfinals hatten sich 18 der insgesamt 19 Mannschaften der deutschen Universitäten für das A-Finale qualifiziert. Einzig der Leichtgewichts-Einer mit Sina Schäfer, Uni Würzburg, verpasste das große Finale. Mit einer guten Leistung kam sie im Finale-B auf Rang vier, erreichte insgesamt also den zehnten Rang.

Den Abschluss der Finals, zu denen auch etliche deutsche Fans angereist waren, bildeten der Frauen-Doppelvierer und der Männer-Achter. In beiden Rennen kamen mehr als drei Boote in Abständen von wenigen Zehntel-Sekunden ins Ziel. Schlagfrau Gesa Lindenau, Maria Buhné, Marie-Christin Bareuther und Mariam Rembold hatten nach einer ruhigen ersten Streckenhälfte 300 Meter vor dem Ziel sogar die Führung des Feldes übernommen. Die Konkurrenz hielt jedoch gegen und auf der Linie hieß es Bronze für die Uni Hamburg. Der Achter, nach jahrelanger Abstinenz wieder durch die Uni Karlsruhe besetzt, stand in der Dramatik nicht zurück. Über die gesamte Strecke ging es praktisch gleichauf mit dem Boot des Imperial College, im Endspurt kamen dann auch die anderen Unis auf. Das Zielfoto bestätigte dann eine hochverdiente Silbermedaille für Johann Fox, Jan Harder, Moritz Kopp, Lenz Kiefer, Simon Gessler, Adrian Elter, Adrian Seiler, Marcus Pretzler und Steuerfrau Linda Kromer.

Fair-Play-Preis für geliehenes Boot
Der Fair-Play-Preis, benannt nach dem früheren EUSA-Präsidenten Enno Harms, wurde dem Achter der Universität Erlangen-Nürnberg verliehen. Ein Männerboot aus Bergen, Norwegen, hatte ein deutlich zu leichtes Leihboot erhalten. Auf der Suche nach passendem Ersatz boten die Damen aus Mittelfranken, die in einem Boot für schwere Mannschaften antraten, ihren Achter im Sinn bester Sportlichkeit dem Team der Norweger an. Ein Angebot, das dankend angenommen und mit dem Enno-Harms-Preis honoriert wurde.

Ergebnisübersicht | Mannschaften

  • Gold – SF 1x Uni Bochum Constanze Duell
  • Gold – SM 2- LG Uni Bochum Julius Wagner, Henning Sproßmann
  • Gold – SM 2- Uni Stuttgart Moritz Korthals, Simon Kramm
  • Silber – SF 2x LG Uni Karlsruhe Nina Öhlckers, Luise Möller
  • Silber – SF 2- Uni Gießen Norma Diel, Mara Weber
  • Silber – SF 4- Uni Hannover Frauke Lange, Johanna Grüne, Julian von Wrangel, Lena Schielke
  • Silber – SM 4x Uni Hannover Paul Peter, Cornelius Dietrich, Jannik Menke, Till Biermann
  • Silber – SM 8+ Uni Karlsruhe Linda Kromer, Johann Fox, Jan Harder, Moritz Kopp, Lenz Kiefer, Simon Gessler, Adrian Elter, Adrian Seiler, Marcus Pretzler
  • Bronze – SF 1x Uni Wuppertal Laura Kampmann
  • Bronze – SF 2x Uni Duisburg Essen Leonie Neuhaus, Mareike Adams
  • Bronze – SF 4x Uni Hamburg, Gesa Lindenau, Maria Buhné, Marie-Christin Bareuther, Mariam Rembold
  • Bronze – SF 8+ Uni Erlangen-Nürnberg Michael Kapp, Thea Leube, Larissa Bugert, Hedwig Stegmann, Felicia Ruge, Ruth Hotop, Veronica Ratz, Vera Brockherde, Julia Brockherde
  • Bronze – SM 2x Uni Hannover Paul Peter, Cornelius Dietrich
  • Bronze – SM 4- LG Uni Hannover Jannis Bestmann, Konstantin Jaep, Henrik Neufehdt, Philipp Schiefer
  • 4. – SM 4- Uni Mannheim Leon Joost, Raphael Mühlpfort, Philipp Schmidt, Leonhard Kuhn
  • 5. – SM 1x Uni Frankfurt Julius Peschel
  • 5. – SM 1x LG Uni Kiel Malte Hein
  • 6. – SM 2- LG TU München Sebastian Lentner, Christoph Boblest
  • 10. – SF 1x LG Uni Würzburg Sina Schäfer