VOM WELTMEISTER UNTERSTÜTZT

Inklusion gehört zu den Cologne Classic

Foto li.: Timo Schilder, Mitte: Coach Josef Riefert, re.: Felix Michalski - Copyright: Anita Vent

BERGHEIM/KÖLN. Inklusion ist den Organisatoren des traditionellen Radrennens Cologne Classic eine Herzenssache. Die Wettbewerbe der Paracycler auf dem Speedway am Forum Terra nova in Elsdorf gehören bereits seit einigen Jahren zum festen Bestandteil der dreitägigen Radsport-Veranstaltung. Unter der Schirmherrschaft des Weltmeisters und Paralympicsiegers Hans-Peter Durst gingen am Pfingstmontag in Longerich auch wieder die Inlineskater mit Handicap an den Start. Der Bergheimer Trainer Josef Riefert war mit zwei seiner Schützlinge dabei. Der blinde Bergheimer Felix Michalski startetet zum dritten Mal bei den Cologne Classic. Der Autist Timo Schilder stellte sich erstmals der Herausforderung.

Die Veranstalter vom neugegründeten Verein Cologne Cycling Club mit Gino Baudrie und Gina Haatz-Becker an der Spitze hatten alles getan, um den behinderten Sportlern beste Voraussetzungen für den Wettkampf zu geben. Beim Inlineskater-Rennen starteten die Sportler mit Handicap und ihre Begleitläufer aus der ersten Reihe mit zwei Minuten Vorsprung vor dem Feld der nichtbehinderten Läuferinnen und Läufer. Da Josef Riefert nur einen seiner beiden Schützlinge begleiten konnte, übernahm Michael Schilder die Aufgabe, seinen Sohn von Außen zu führen. Schon bei der Vorstellung der Athleten durch Sprecher Frank Weber gab es vom Streckenrand großen, motivierenden Applaus.

Der in solchen Rennen bereits erfahrene Felix Michalski ging den Lauf an der Seite von Riefert schnell an und setzte seine in den letzten Wochen noch einmal intensiv trainierte Lauftechnik gut um. Das Bergheimer Duo lief in 57 Minuten sieben Runden. Auch die Unterstützung für Timo Schilder durch seinen Vater klappte gut, so dass der 19-Jährige auch die Abfahrt mit einer Rechtskurve gut meisterte. In der vierten Runde „sammelte“ Trainer Riefert seinen Schützling ein. Gemeinsam mit Felix Michalski ging es über die Ziellinie. „Ich war mächtig stolz und hatte feuchte Augen, als wir von allen Seiten beglückwünscht wurden“, berichtete Riefert.

Ein besonderes Erlebnis war die anschließende Siegerehrung. Das nächste Ziel der beiden behinderten Sportler ist ein Start über 10 Kilometer am Samstag, 3. August, in Dürwiss. In diesem Jahr gibt es für die gehandicapten Skater keine deutschen Meisterschaften, so dass Felix Michalski zumindet bis 2020 den Titel eines Deutschen Meisters behält.

Es ist immer wieder eine große Freude. Menschen zu begegnen, die sich im Alltag, im Sport und in der Gesellschaft inklusiv einbringen. Als aktiver Athlet der deutschen Paralympischen Mannschaft bin ich sehr dankbar, Menschen wie Josef Riefert und seinem Team Motivation und Mut mitgeben zu können. Für mich selbst bedeutet das Inspiration und Hoffnung auf dem Weg zu den Paralympics 2020 in Tokio“, erklärte Hans-Peter Durst.