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LUFT HOLEN FÜR PEKING

STUTTGART. (BS) Zum Abschluss der Para Schneesport Weltmeisterschaften in Lillehammer landen die deutschen Langlauf-Staffeln über 4×2,5 Kilometer auf Platz fünf und vier. Der Blick des Nordic Paraski Teams richtet sich nun nach Pekingund in drei Fällen gen Östersund in Schweden. Siebeneinhalb Sekunden fehlten dem deutschen Quartett in der offenen Staffel am Sonntag für die erhoffte Medaille am letzten WM-Tag. Siebeneinhalb Sekunden, die Nico Messinger (mit Guide Robin Wunderle), Alexander Ehler, Martin Fleig und Marco Maier hinter der Staffel von Gastgeberland Norwegen lagen. Die Para Skilangläufer aus dem Breisgau waren beim Sieg des Russian Paralympic Committees vor Frankreich und eben Norwegen zunächst noch knapp hinter den USA und Belarus als Sechste ins Ziel gekommen und aufgrund von Wechselfehlern der Konkurrenz vorgerückt. Für mehr als Platz vier reichte es jedoch nicht.

Schade“, sagte Bundestrainer Ralf Rombach. „Bronze wäre drin gewesen.“ Nico Messinger fand ganz zu Beginn nach leicht versäumten Start keine gute Linie und hing im Stau fest. Das kostete Zeit. „Taktisch war das nicht klug von mir“, merkte er selbstkritisch an. Dennoch nahm die Staffel Selbstbewusstsein für Peking mit. „Wir haben bewiesen, dass wir mitmischen können. Wir sind gut aufgestellt“, stellte der starke Schlussläufer Marco Maier fest. Keine Medaillenchance hatte die rein weibliche Mixed-Staffel, die hinter der Ukraine, dem Russian Paralympic Committee, Belarus und den USA auf den fünften Platz kam und damit immerhin Polen distanzierte. „Absolut beachtenswert“, nannte Rombach die Leistung seiner Nachwuchskräfte Linn Kazmaier (15 Jahre, mit Guide Florian Baumann), Leonie Walter (18, mit Guide Pirmin Strecker), Merle Menje (17) und Johanna Recktenwald (20, mit Guide Valentin Haag). „Sie haben das wirklich gut gemacht.“

Pech hatte Linn Kazmaier, die durch einen Sturz zurückgeworfen wurde. Schlussläuferin Recktenwald, die knapp eine Minute Rückstand auf ihre polnische Konkurrentin Aneta Gorska aufholte, an ihr vorbeilief und letztlich 23 Sekunde vor Gorska ins Ziel kam, sprach dennoch von „einem tollen Abschluss“ und fügte hinzu: Das Staffelgefühl ist etwas Besonderes. Mit uns vier hat das prima gepasst.“

Realistisch Richtung Paralympics
An der deutschen WM-Bilanz lässt sich ablesen, was im Hinblick auf die Paralympics vom 4. bis 13. März zu erwarten ist. Anja Wicker zeigte, dass sie läuferisch bereits in Form für Peking ist. Nach der für sie selbst überraschenden Bronze-Medaille im Langlauf über die Mitteldistanz bei den Frauen sitzend gewann sie im Biathlon-Sprint Goldhauchdünne 1,6 Sekunden vor der Favoritin Oksana Masters (USA); es war Wickers zweiter WM-Titel nach Finsterau 2017. Die Paralympicssiegerin im Zehn-Kilometer-Biathlon von Sotschi 2014 hat untermauert: Sie zählt auch für Peking zu den Medaillenkandidatinnen

Wickers Sitzski-Kollege Martin Fleig bekam zu spüren, wie eng es in seiner Konkurrenz in der Weltspitze zugeht. Der Paralympicssieger im Biathlon über 15 Kilometer von Pyeongchang 2018 blieb ohne WM-Medaille, ist aber nicht weit von den Podestplätzen entfernt.In Peking muss für ihn alles passen, damit es
für eine Medaille reicht, sagte Bundestrainer Rombach. Ein Lob gab es von ihm für den Nachwuchs: Die WM-Debütantinnen Kazmaier, Walter und Menje zeigten, dass bald noch mehr mit ihnen zu rechnen ist. Auch der 22-jährige Marco Maier hat bei den Männern stehend einen Schritt nach vorne getan.
Maier reist genau wie Nico Messinger (samt Guide Robin Wunderle) von Lillehammer weiter ins schwedische Östersund, wo am Donnerstag der letzte Weltcup vor Peking beginnt. Dort treten auch Clara Klug und ihr Guide Martin Härtl an, die die WM wegen einer im Dezember zugezogenen Handverletzung
der 27-Jährigen verpasst hatten. Das Team Klug/Härtl, das in Pyeongchang zwei Biathlon-Bronzemedaillen bei den Frauen mit Sehbeeinträchtigung holte, hat Peking ebenfalls fest im Blick, bekommt es aber mit einer schier übermächtigen russischen Konkurrenz zu tun.

Für den Rest des Teams gilt nach der WM-Rückkehr: durchatmen und Kopf freikriegen. Am 28. Januar gibt der Deutsche Behindertensportverband sein Aufgebot für die Paralympics bekannt, Rombach versammelt seine Mannschaft vom 6. Februar an im italienischen Livigno zu einem zweiwöchigen Lehrgang, um sich den letzten Schliff zu holen. „Läuferisch sind wir auf einem guten Weg. Beim Schießen fehlt uns der Rhythmus noch etwas, ich denke, das kriegen wir in den Griff“, sagt er.
Weitere Informationen stehen auf www.nordski.de und www.paralympic.org/nordic-skiing

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