HERREN ROT-WEISS KÖLN DEUTSCHER HALLEN-MEISTER 2020

DM-Endrunde, Finale:RW Köln – Berliner HC 7:6 (4:2) - von Stephan Frings \\ ROT-WEISS KÖLN

STUTTGART - Final Four Rot-Weiss Köln - Berliner HC (F) Picture: Rot Weiss Köln German Champion. WORLDSPORTPICS COPYRIGHT FRANK UIJLENBROEK

KÖLN. Im Hockey ist Köln einfach eine Macht! (SPORT-RHEIN-ERFT berichtete). Schon zum elften Mal haben die Herren von Rot-Weiss Köln am Sonntag die deutsche Meisterschaft im Hallenhockey gewonnen. Hatte sich der Rekordmeister noch im Halbfinale erst nach dem Penaltyschießen gegen Titelverteidiger Club an der Alster durchgesetzt, schlug die Mannschaft von Trainer Andre Henning im Finale den Berliner HC schon in der regulären Spielzeit mit 7:6 (4:2).

Ex-Berliner Jonas Gomoll ist Kölner Match-Winner

Überragender Mann auf Seiten der Kölner war dabei der ehemalige Berliner Jonas Gomoll (16./25./29./58.), der gleich vier Tore zum Sieg beisteuerte. Nach dem Sieg hatte der Leistungsträger gemischte Gefühle: „Der Titel fühlt sich fantastisch an, aber nach dem Abpfiff war ich auch etwas betrübt, weil ich mit vielen Berlinern sehr gut befreundet bin.“

Die Treffer für die in dieser Saison zuvor noch unbesiegten Berliner markierten Anton Ebeling (18./40.), Tim Strüven (26.), Marian Klink (42.), Lukas Kilpper (44.) und Paul Dösch (59.). Für Köln waren zudem Florian Pelzner (43.), Joshua Delarber (20.) und Maximilian Siegburg (49.) erfolgreich.

DM-Endrunde, Finale:
RW Köln – Berliner HC 7:6 (4:2)

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Die Herren von Rot-Weiss Köln haben ihrer langen Historie von Hallentiteln einen weiteren, den elften unter dem Hallendach, hinzugefügt. Das Team von Trainer André Henning siegte im Finale der Klafs Final Four in Stuttgart knapp, aber am Ende auch verdient mit 7:6 (4:2) gegen den Ost-Champion Berliner HC. Die Kölner hatten mehr von der ersten Halbzeit, da setzten sie ihr Spiel gut durch, aber führten zur Pause „nur“ 4:2. Die Hauptstädter kamen dann zurück, fighteten sich ins Spiel und lieferten Rot-Weiss ein Endspiel auf Augenhöhe, das am Ende knapp zugunsten der Domstädter endete.

Zum wertvollsten Spieler der Endrunde (MWP) wurde Kölns Kapitän Florian Pelzner gewählt. Den Preis erhielt er aus den Händen von Bundestrainer Kais al Saadi. Als „Man of the Match“ im Finale wurde Johannes Große.

Andrè Henning: „Für Mich waren heute zwei Punkte wichtig. Wir haben eine herausragende erste Halbzeit gespielt und auch völlig verdient geführt – eigentlich haben wir da noch einiges liegenlassen. Und dann, als der BHC mit einer unglaublichen Mentalität zurückgekommen ist, hat mein junges Team, in dem ja etliche erfahrene Leute gar nicht dabei waren, sehr gut dagegengehalten, die harte, aber faire Körperlichkeit angenommen und ist nicht eingebrochen. Ich bin sehr stolz auf die Jungs!“
Rein van Eijk: „In der ersten Hälfte haben wir tatsächlich nicht das gezeigt, was wir spielen können. Aber wir haben immer weiter an uns geglaubt, uns nicht hängen lassen. Dann haben die Jungs in der zweiten Hälfte auch allen gezeigt, wie begeisternd sie spielen können. Am Ende fehlt uns heute ein wenig das Glück– zum Beispiel im Abschluss bei den Ecken oder beim Siebenmeter, den Köln bekommt, der für mich eine zu harte Entscheidung ist. Aber wir können unglaublich stolz auf diese Saison sein. Es hat bei der Mannschaft klick gemacht, so dass wir es bis hier ins Finale geschafft haben.“

Nach knapp zwei Minute hatte Köln die erste Ecke, die Kapitän Florian Pelzner an den linken Pfosten setzte. Köln hatte mehr vom Spiel, schaltete extrem schnell um und kreierte Chancen. Kai Aichinger traf in der 6. Minute zum zweiten Mal den Pfosten. Köln kontrollierte die nächsten zehn Minuten, hielt den BHC gut aus dem eigenen Kreis raus. Allerdings kamen die Kölner seltener zu klaren Chancen als in der Anfangsphase, scheiterten ein paar Mal aus schwierigen Schusssituationen an Moritz Kentmann. Die zweite Kölner Ecke dann in der 15. Minute, die Jonas Gomoll im Nachschuss zum 1:0 (15.) verwertete.
Michael Hummel hatte dann mal eine Schusschance von links, doch Victor Aly fiel auf seinen Lupfer (16.) nicht herein. Doch in der 18. Minute ging Köln im eigenen Kreis nicht konsequent genug zur Sache und Anton Ebeling konnte auf starke Vorarbeit von Tim Strüven im Nachschuss zum Ausgleich treffen. Doch antwortete prompt. Joshua Delarber bekam die Kugel mit dem Rücken zum Tor und jagte sie mit der Rückhand zum 2:1 (20.) unter die Latte. Die nächste Kölner Ecke (23.) wurde als gefährlich abgepfiffen.
Jonas Gomoll sah Grün für ein Stockfoul (23.), doch in Unterzahl hielt Aly sicher gegen einen Schuss aus spitzem Winkel. Und dann stand Gomoll von der Strafbank kommend ideal zum Konter und überwand Kentmann mit einem sehenswerten Lupfer zum 3:1 (25.). Berlins van Eijk nahm dann sofort die Auszeit, um das Team zu sortieren. Und das zeigte Wirkung, denn ein schöner Konter über Lukas Kilpper brachte das 2:3 durch Tim Strüven (26.). Köln kam sofort zu einem Treffer durch Jan Fleckhaus, der aber nicht gegeben wurde. Doch kurz darauf Ecke für Köln (29.), die Gomoll von der Mittelablage zum 4:2 nutzte.
Kentmann stoppte kurz darauf Thies Prinz und im Konter traf Marian Klink nur den Pfosten, so dass Köln mit zwei Toren Vorsprung in die Pause ging. Die Berliner reagierten mit aggressivem Pressing, setzten Köln zu Beginn der zweiten Hälfte unter Druck. Auf der anderen Seite gab es eine unberechtigte Ecke gegen den BHC, bei der Kentmann aber ganz stark gegen Florian Pelzner parierte (33.). Delarber hatte die nächste Großchance mit freiem Schlenzer von links, zog die Kugel aber über das Tor (36.).
Köln ließ Berlin jetzt etwas mehr das Spiel machen, setzte auf Konter, die gefährlich waren. Adrian Lehmann-Richter holte brillant die erste Berliner Strafecke, die aber technisch unsauber ausgeführt wurde (38.). Tino Volkert mit einer Chance aus der Drehung, die Victor Aly aber gut antizipierte (39.).Paul Dösch holte kurz darauf einen Pass von Aichinger ab, setzte Anton Ebeling in Szene, der vom Kreisrand zum 3:4 traf (40.). Und dann brachte ein Geniestreich von Marian Klink das 4:4, der mit einem Rückhand-Aufsetzer ins lange Eck Aly überraschte.
Doch Köln einmal mehr mit der schnellen Antwort. Thies Prinz mit einem starken Pass in den Kreis auf Kapitän Pelzner, der im Reinhechten Kentmann überwand (43.). Doch das Match war jetzt völlig offen. Im nächsten Angriff gelang Lukas Kilpper aus dem Gewühl heraus der erneute Ausgleich (44.). Eine Unachtsamkeit im Kölner Kreis brachte die zweite BHC-Ecke (48.), doch Victor Aly hielt stark gegen Strüven. Im Konter hielt Kentmann zweimal glänzend gegen Delarber, doch Köln blieb dran und Youngster Maximilian Siegburg staubte zum 6:5 (49.) ab.
Dann holte Köln die nächste Ecke (51.), doch die wurde als gefährlich rausgepfffen. Auf der Gegenseite wurde ein Treffer von Kilpper nicht gegengeben, weil der Ball aus der Luft gespielt worden sein sollte. Doch der BHC mit viel Druck jetzt, holte die dritte Ecke (52.), bei der Döschs Schlenzer knapp oben links neben den Winkel ging. 150 Sekunden vor Ende nahm Rein van Eijk dann Kentmann nicht vom Feld und brachte keinen sechsten Feldspieler, um zumindest noch ins Penaltyschießen zu kommen. Ein Foul von Niklas Westphalen an Gomoll wertete Fabian Blasch als absichtliches Foul im Kreis, es gab Siebenmeter, den der Gefoulte sicher rechts unten zum 7:5 verwertete.
Dann nahm der BHC doch Kentmann vom Platz. Es gab sofort Strafecke für Berlin. Und Paul Dösch traf 80 Sekunden vor Ende zum 6:7 oben rechts in den Winkel. Ebeling hatte mit ablaufender Uhr rechts im Kreis nochmal die Chance, eine Ecke zu holen, aber es blieb am Ende beim Sieg der Kölner.

Tore:
1:0 Jonas Gomoll (KE, 15.)
1:1 Anton Ebeling (18.)
2:1 Joshua Delarber (20.)
3:1 Jonas Gomoll (25.)
3:2 Tim Strüven (26.)
4:2 Jonas Gomoll (KE, 29.)
——
4:3 Anton Ebeling (40.)
4:4 Marian Klink (41.)
5:4 Florian Pelzner (43.)
5:5 Lukas Kilpper (44.)
6:5 Maximilian Siegburg (49.)
7:5 Jonas Gomoll (58.)
7:6 Paul Dösch (KE, 59.)