ROT-WEISS-HERREN TRENNEN SICH RIMIS

Rot-Weiss Köln – Uhlenhorst Mülheim 6:6 (4:3) // DHA

KÖLN. Rot-Weiss Köln und Uhlenhorst trennten sich am Sonntagnachmittag im für die Domstädter abschließenden regulären Saisonspiel remis 6:6 (4:3) und vertagten damit die Entscheidung ums Viertelfinal-Heimrecht auf den Schlussspieltag. In einem hochklassigen und über die vollen 60 Minuten spannenden Rhein-Ruhr-Derby wechselte die Führung zweimal, ohne dass sich ein Team entscheidend absetzen konnte. Wenige Minuten vor Ende sicherte Joshua Delarber den Kölner Herren um Trainer André Henning mit seinem Tor zum 6:6 den einen Punkt. Rot-Weiss hatte mit der Schlussminute sogar den Sieg auf der Kelle, ein Mülheimer Verteidiger hielt die Ecke aber auf der Linie. So entscheidet sich erst Sonntag in zwei Wochen, wer im Viertelfinale aus dem Westen nach Mannheim reisen muss und wer die zweite Mannheimer Mannschaft zu Hause empfangen darf, wenn Mülheim Kölns Stadtrivalen Blau-Weiß empfängt und der RWK tatenlos zusehen muss.

Rund 650 Zuschauer in der bis auf den letzten Platz besetzten KHTC-Halle sahen ein West-Topspiel, das seinem Namen alle Ehre machte. Von einem „unglaublichen Spiel“ sprach Mülheim-Coach Omar Schlingemann und unterstrich, er „habe in den vergangenen Jahren kein Spiel auf solchem Topniveau gesehen.“ Sein Kollege auf Kölner Seite André Henning konnte sich diesen Aussagen nur anschließen und betonte das „schnelle Tempo und die tollen Einzelleistungen.“ Den besseren Start erwischten dabei die Gäste, die auch aus Sicht von Henning fünf Minuten vor dem Pausenpfiff nicht unverdient mit 3.1 in Führung gingen. Kurz zuvor hatten die Kölner einen Siebenmeter zum möglichen Ausgleich liegenlassen. Doch eine geschickt gewählte Auszeit brachte die Hausherren wieder auf die Spur: Köln gab nun mehr Druck und konnte den Rückstand bis zum Pausenpfiff noch in ein 4:3 drehen.

Diese Dynamik wollten wir in der zweiten Halbzeit aufrechterhalten. Das ist uns aber nicht gelungen“, erinnerte sich Henning, „wir hätten das fünfte und sechste Tor früher machen müssen.“ Zwar fiel vier Minuten nach Wiederanpfiff das 5:3, aber nun war es vor allem die schlechte Eckenausbeute – nur eine von sechs Kölner Ecken fand über 60 Minuten den Weg ins Ziel –, die in dieser Phase zum Verhängnis wurde. Mülheim konnte jetzt die Partie drehen und führte eine Viertelstunde vor Ender der Partie auf einmal mit 6:5. Doch Köln bewies wie im ersten Durchgang auch in der Schlussphase der zweiten Hälfte noch einmal Comeback-Qualitäten: Erst traf Jonas Gomoll aus dem Spiel heraus nur den Pfosten, dann markierte Joshua Delarber drei Minuten vor Ende per Eckentreffer das 6:6. Mit der Schlussecke hätten die Hausherren sogar noch den für sie wichtigeren Sieg einfahren können, doch Mülheims Eckenverteidigung verhinderte Kölns siebten Treffer mit einer spektakulären Rückhandabwehr. Es blieb nach 60 Minuten beim 6:6, ein Remis, das vor allem Mülheim mehr half. „Das war Werbung fürs Hockey“, frohlockte Schlingemann, „hier war alles drin, am Ende Drama pur. Taktisch fantastisch von beiden Seiten, von der Bank die richtigen Emotionen. Und vielleicht ist es jetzt gar nicht so schlecht, wenn das nächste Spiel erst in zwei Wochen ist und von den Jungs etwas der Druck genommen wird.“ Auch Henning war froh, dass nun etwas Zeit zum Durchatmen ist: „Dieses Topspiel auf Augenhöhe zeigt uns, dass beide Teams zu den besten der Liga gehören. Das gibt uns zusätzliches Selbstvertrauen. Nun haben wir etwas Zeit, vernünftig zu trainieren und dabei auch mal die Erkenntnisse umzusetzen, die wir in der Saison gewonnen haben. Denn wir brauchen noch etwas Entwicklung, da steckt noch erhebliches Potential in der Mannschaft.“

Tore:

0:1 Malte Hellwig (KE, 13.)

1:1 Johannes Große (KE, 16.)

1:2 Jan Schiffer (21.)

1:3 Max Godau (25.)

2:3 Jonas Gomoll (28.)

3:3 Thies Prinz (29.)

4:3 Florian Pelzner (30.)

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5:3 Johannes Große (34.)

5:4 Malte Hellwig (KE, 36.)

5:5 Max Godau (42.)

5:6 Malte Hellwig (45.)

6:6 Joshua Delarber (57.)

Strafecken:

RWK 6 (1 Tor) / UM 5 (2 Tore)

Grüne Karten:

Jonas Gomoll, RWK / Nklas Bosserhoff, UM; Till Brock, UM

Gelbe Karte:

— / Ferdinand Weinke, UM (60.)

Zuschauer: 650

Schiedsrichter:

T. Hinsken / B. Göntgen