FAVORITENDUELLE UM DEN AUFSTIEG

Jan Claussen (r.) und der TuS 04 Dansenberg treffen im Topspiel auf die HSG Krefeld Niederrhein. - Foto: TuS 04 Dansenberg

DORTMUND. (ENI) Aufstiegsrunde: Sechs spannende Spiele am vierten Spieltag / Braunschweig und Hanau pausieren. Verfolgerduell in Gruppe A, Aufeinandertreffen der Favoriten in Gruppe B. Und die Frage, wer seine Ausgangslage für die K.o.-Spiele verbessern kann. Der vierte Spieltag der Aufstiegsrunde hat es am ersten Maiwochenende in sich.

Gruppe A

TuS Vinnhorst – HC Empor Rostock – Alleine die Vorsaison verspricht viel Spannung am Samstag um 18 Uhr. Denn im regulären Ligenbetrieb 2019/2020 trafen Vinnhorst und Rostock aufeinander – und trennten sich beide Male 28:28-Unentschieden. Wird es dieses Mal erneut eine Punkteteilung geben? Auf dem Papier haben die Hausherren zumindest die etwas bessere Ausgangslage, weil sie ein Spiel weniger und dadurch zwei Verlustpunkte weniger haben. Den Auftakt gegen Spitzenreiter Hagen verlor der TuS, zuletzt gab es aber einen Sieg über Hildesheim. „Die Mecklenburger werden extrem motiviert in die Partie gehen, da sie bei zwei Niederlagen und einem Sieg fast schon mit dem Rücken zur Wand stehen und dringend Punkte benötigen“, verlautet die Vinnhorster Homepage. Mit Recht, denn die Rostocker gewannen den Auftakt gegen Spenge – und unterlagen dann in Braunschweig und gegen Potsdam. Die Mannschaft von Till Wiechers kann ein Erfolgserlebnis im Kampf um die begehrten Plätze also gut gebrauchen.

VfL Eintracht Hagen – Eintracht Hildesheim – Die Ausgangslage vor dem Eintracht-Duell am Samstag um 19 Uhr scheint eindeutig: Während die Hagener als verlustpunktfreier Spitzenreiter ausgeruht nach dem spielfreien Wochenende in die Partie gehen, kämpfen die Hildesheimer als Schlusslicht mit bloß einem Sieg aus drei Spielen bereits jetzt um den Anschluss und die reelle Chance auf den Aufstieg. Im Gepäck haben sie eine Niederlage im Niedersachsenderby vergangenes Wochenende gegen den TuS Vinnhorst (26:30), die Trainer Jürgen Bätjer auf „zu viele kleine Fehler im Spiel“ zurückführte. Den Willen haben die Gäste aber noch längst nicht verloren: „Wir alle wollen aufsteigen und jeden Tag viel dafür investieren.“ Die Hausherren haben indes die Chance, die Tabellenführung zu behaupten und einen großen Schritt in Richtung K.o.-Spiele zu gehen. „Wir hatten nach dem Spiel gegen Vinnhorst den einen oder anderen angeschlagenen Spieler, die ihre Wunden lecken konnten“, sagt VfL-Coach Stefan Neff. „Am Samstag werden wir wieder voll da sein!“

1. VfL Potsdam – TuS Spenge – Verfolgerduell im Potsdam: Am Sonntag um 16 Uhr empfängt der zweitplatzierte VfL (4:2 Punkte) die viertplatzierten Ostwestfalen (2:2). Nach der Auftaktniederlage in Hagen (26:32) und dem Sieg über Hildesheim (30:24) war VfL-Trainer Daniel Deutsch nach dem jüngsten Sieg über Rostock froh, überhaupt im Aufstiegskampf angekommen zu sein. Spätestens der Coup an der Ostseeküste beweist aber, dass sich die Adler berechtigte Hoffnungen machen dürfen, in die Vergabe um die beiden Zweitliga-Tickets einzugreifen. Die Spenger ihrerseits verloren zum Auftakt bei Empor, schlugen aber nach ihrem spielfreien Wochenende den MTV Braunschweig und können mit einem weiteren Sieg ihre Position hinter verlustpunktfreien Hagenern nachhaltig verbessern.

Gruppe B

TuS 04 Dansenberg – HSG Krefeld Niederrhein – Keines der beiden Teams geht am Samstag um 19.30 Uhr mit einer weißen Weste in das direkte Duell; das kann man durchaus als kleine Überraschung betrachten. Waren es doch speziell Dansenberg und Krefeld, die im Vorfeld als Favoriten der Gruppe B auserkoren wurden. Doch der TuS verlor nach dem Auftaktsieg über Willstätt überraschend bei Einsteiger Pfullingen – mit zehn Toren Differenz. Und die Krefelder leisteten sich beim 28:28-Remis gegen Willstätt ihren bislang einzigen Punktverlust. Die Marschroute aber bleibt für beide Teams klar: bestmöglich in die K.o.-Spiele einziehen und den Traum vom Zweitliga-Aufstieg aufleben lassen. Beste Voraussetzung dafür: Ein Sieg am Maifeiertag. TuS-Trainer Steffen Ecker ist jedenfalls optimistisch: „Nach dem spielfreien Wochenende fühlt es sich ein bisschen wie ein kompletter Neustart an, was nach dem bescheidenen Auftritt in Pfullingen sogar eher positiv für uns ist. Wir müssen es erneut schaffen, vor allem emotional und mit viel Motivation in das unbestritten sehr schwere Duell mit der Spitzenmannschaft aus Krefeld zu gehen und gleichzeitig bis zum Ende Vertrauen in unsere Stärken haben.“

TV Willstätt – TSB Heilbronn-Horkheim – Es wirkt ein wenig wie das Spiel um die letzte Chance: Am Samstag um 20 Uhr treffen die beiden einzigen noch sieglosen Teams der Gruppe B aufeinander. Während die gastgebenden Willstätter immerhin schon einen recht beachtlichen Punkt gegen die favorisierten Krefelder holte, können die Heilbronner bislang nur die beiden Niederlagen gegen Spitzenreiter HCOB und Hanau vorweisen. Ein Sieg ist also für beide Mannschaften von immenser Bedeutung: Für den TV, um eventuell auf die weiterführenden Plätze zu springen und für TSB, um den Anschluss ans Tabellenmittelfeld mit den ersten beiden Punkten herzustellen.

VfL Pfullingen – HC Oppenweiler/Backnang – Ein echtes Highlight am Samstag um 20 Uhr im Württemberg-Klassiker: Spitzenreiter HCOB gastiert beim VfL, der zumindest einmal schon zum Favoritenschreck wurde und den TuS 04 Dansenberg mit 34:24 besiegte. Zwar gab es zuletzt eine Niederlage gegen den anderen Favoriten, die HSG Krefeld Niederrhein, doch wollen sich die Pfullinger in heimischer Halle davon keineswegs beeindrucken lassen und auch die Oppenweiler so lange wie möglich ärgern. Mit 5:1 Punkten – einzig das 24:24 in Hanau schmälert die astreine Bilanz – könnten die Gäste im Falle eines Auswärtserfolgs nahezu sicher für die K.o.-Spiele planen. „Das ist ein spezielles Spiel. Immer enge Ergebnisse, wechselnde Sieger, zwei Teams auf Augenhöhe“, erklärt HC-Coach Matthias Heineke. „Kaum ein anderes Team bringt bewusst so viel Unruhe und Emotionen aufs Feld wie Pfullingen.“

Alle Spiele der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga gibt es live und exklusiv bei Sportdeutschland.tv und unter dhb.de/livestreams.