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ZWEI KNALLERSPIELE UND DER TRAUM VOM HALBFINALE

Vor dem EM-Hauptrunden-Duell gegen Weltmeister Niederlande verbreiten Bundestrainer Henk Groener und Antje Lauenroth Optimismus + + + EHF EURO 2020

KOLDING / DK. (BP) Vor dem Duell gegen seine Landsleute und seine ehemalige Mannschaft war Henk Groener am Sonntag noch zu Späßen aufgelegt. Unvermittelt schaute er im Teamhotel im dänischen Kolding beim Medientermin der Niederländerinnen und flachste mit Kapitänin Dannick Snelder. Auch wenn es mittlerweile das siebte Duell innerhalb von zwei Jahren zwischen Deutschland unter Groneer und den Niederländerinnen ist, ist es längt keine Routine, sondern immer noch etwas Besonders. „Es ist schon komisch, gegen Henk zuspielen, der früher mein Trainer war. Und die Spielerinnen kennen sich aus der Bundesliga ja auch alle“, betont Kelly Dulfer von Borussia Dortmund, die als erste Niederländerin überhaupt zur besten Spielerin der Bundesligasaison 2019/20 gewählt wurde.

Am Montag (18.15 Uhr, Livestream bei www.sportdeutschland.tv) geht es ums Ganze zwischen den beiden Nachbarn. Weltmeister Niederlande und die deutsche Mannschaft können bei der EHF EURO noch ins Halbfinale einziehen. Gewinnt Deutschland am Montag und 24 Stunden später gegen Kroatien, wäre man dabei im Kampf um die Medaillen, würde am Freitag im Halbfinale spielen.

Das Halbfinale ist nach dem Sieg gegen Ungarn unser Ziel“, sagt Linksaußen Antje Lauenroth von der SG BBM Bietigheim: „Uns ist bewusst, dass zwei wahnsinnig schwere Aufgaben auf uns warten. aber wir sind auch heiß darauf zu zeigen, dass wir diesem Druck standhalten können. Wir wollen zeigen, wir haben etwas aus der WM 2019 gelernt und dass wir uns weiterentwickelt haben. Alles, was in der Vorrunde nicht gut gelaufen ist, wollen wir abhaken und die Chancen nutzen, um ins Halbfinale einzuziehen.“

Gegen die Niederlande trifft Lauenroth im direkten Duell auf ihrer Seite auf ihre langjährige Mitspielerin Angela Malestein (jetzt FTC Budapest wie Julia Behnke und Emily Bölk), eine von 13 Niederländern aus dem EM-Kader, die in Deutschland spielten oder spielen. „Ich denke, es ist ein Vorteil, dass ich Angela so gut kenne. Ich weiß, was sie an einem guten Tag leisten kann, weiß aber auch, wie man sie herausfordern und aus dem Spiel nehmen kann.“

Generell freut sich Lauenroth auf „zwei Knallerspiele“ gegen die Niederlande und Kroaten: „Wir haben ja im Oktober gegen die Niederlande gespielt, wir wissen, dass die Tagesform entscheiden wird, und wer sein Potenzial auch aufs Feld bringt. Wir kennen sie, sie kennen uns, da geht es um Feinheiten, denn auch taktisch sind sie ähnlich wie wir mit starken Torhüterinnen, einer stabilen Abwehr und Tempospiel.“

Das 32:25 gegen Ungarn am Samstag sorgte nicht nur bei Antje Lauenroth für „einen guten Schlaf“, sondern generell für gute Laune im ganzen Team: „Es hat richtig Spaß gemacht der Mannschaft zuzuschauen. Es war für immens wichtig nach der Vorrunde endlich zu unserem Spiel zu finden. In der Abwehr haben wir so gedeckt, wie ich es mir vorstelle, im Tempospiel haben wir einen Riesenschritt nach vorne gemacht“, sagte Henk Groener: „Auch gegen die Niederlande wollen wir wieder mit Mut, Selbstvertrauen und hohem Tempo spielen.“

Der Bundestrainer rechnet mit einem spannenden und schnellen Spiel gegen seine Landsleute, die er 2015 ebenfalls in Dänemark ins WM-Finale geführt hatte. „Die beiden Testspiele im Oktober haben gezeigt, dass wir noch nicht die stabilste Mannschaft sind. Erst führen wir 12:6, im zweiten Spiel liegen wir 4:14 hinten. Aber wir haben bewiesen, dass wir mithalten können, speziell in der aktuellen Situation, in der auch die Niederlande noch ihre Form suchen. Ihnen fehlt natürlich Spielmacherin Estevana Polman, aber sie war ja auch schon in unseren Testspielen nicht dabei.“

Mit dem Sieg gegen Ungarn sei nun auch die Leichtigkeit wieder zurück, meint Groener: „Es war die Bestätigung, was wir können, denn die Einstellung hat immer gestimmt. Viele Spielerinnen waren vorher nicht mit ihrer Leistung zufrieden, und der Druck von innen war definitiv größer als der Druck von außen.“ Speziell angesichts von zwei Spielen in 24 Stunden wird der Bundestrainer auf die Breite des Kaders setzen: „Wir brauchen alle 16 Spielerinnen und wir auch möglichst viele auf dem Feld sehen.“

Auf der anderen Seite ist es auch die letzte Chance, denn die Niederlande gehen mit 2:4 Punkten in die Partie. „Gegen Deutschland zu spielen ist immer eine Extra-Motivation für uns“, sagt Jessy Kramer, die viele Jahre in der Bundesliga spielte. Und Kapitänin Snelder ergänzt: „Wenn wir Deutschland nicht schlagen, können wir uns von hohen Zielen vor unserem letzten Spiel gegen Rumänien verabschieden.“

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