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VfL BESIEGT HAMBURG

VfL GM

GUMMERSBACH. Der VfL Gummersbach hat seinen zweiten Saisonsieg eingefahren. Am fünften Spieltag der 2. Handball-Bundesliga gewannen die Oberbergischen gegen den Handball Sport Verein Hamburg vor 2.940 Zuschauern in der heimischen SCHWALBE arena mit 29:26 (11:8). Nach zehn ausgeglichenen Minuten nahm der VfL Fahrt auf und führte über die gesamte restliche Spieldauer. Nachdem zunächst Alexander Hermann in Durchgang eins souverän einnetzte, blühte Luis Villgrattner in der zweiten Halbzeit auf. Eine starke Deckungsreihe mit einem gut aufgelegten Filip Ivić im Tor rundete eine klasse Mannschaftsleistung ab.

Die Gummersbacher Fans sahen ihre Mannschaft, die mit Jonas Stüber am Kreis begann, in den ersten Minuten der Partie noch mit zaghaften Angriffsbemühungen. Hermann sorgte mit dem 1:1 in der vierten Minute für den ersten Treffer der Hausherren. Nur eine Minute später verletzte sich Marvin Sommer in einer Abwehraktion im Gesicht und wurde in der Folge durch Youngster Malte Meinhardt ersetzt. Beide Teams präsentierten sich mit aggressiven und aufmerksamen Abwehrreihen und blieben bis zum 3:3 in Minute zehn gleichauf. Nachdem zunächst erneut der abschlussstarke Hermann den VfL mit 4:3 in Front brachte (15. Minute) und im Anschluss Ivić für die Blau-Weißen parierte, nutzten die Gummersbacher in Person von Alexander Becker das Momentum zur 5:3-Führung aus (16. Minute).

Der VfL spielte nun immer selbstsicherer im Angriff auf und hielt zudem in der Defensive die Konzentration hoch. Beim 7:4 durch Hermann in der 22. Minute setzten sich die Oberbergischen erstmals mit drei Toren ab. Kleine Fehler bügelte der VfL, der vor allem mannschaftlich stark agierte, meist direkt wieder aus. Mit Ivić hatten die Gummersbacher zudem einen von Beginn an hellwachen Torhüter zwischen den Pfosten. In der 25. Minute konnte der Kroate bereits seine siebte Parade vorweisen, ehe Tobias Schröter zwei Minuten später die Drei-Tore-Führung zum 9:6 wieder herstellte. Mit acht Gegentreffern bis zur Pause hielt sich der VfL im Abwehrverbund weiter schadlos und auch vorne gaben die Hausherren den Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Den 11:8-Treffer zum Halbzeitstand erzielte Meinhardt in der 30. Minute per Tempogegenstoß.

Noch etwas holprig ging es im zweiten Durchgang weiter. Nach dem Siebenmetertreffer durch Villgrattner in Minute 31 zum 12:8 waren zunächst die Hamburger am Drücker. Dem VfL gelang es jedoch auch in dieser Phase die Chancen des HSV weitgehend zu vereiteln. Ein wuchtiger Wurf aus der Distanz durch Florian Baumgärtner in Minute 36 stellte nach zwei Hamburger Treffern hintereinander den Drei-Tore-Abstand zum 14:11 wieder her. Vor allem durch entsprechende Ruhe im Aufbauspiel und hohe Laufbereitschaft in der Abwehr zogen sie den Gästen den Zahn. Eine sehenswerte Einzelaktion von Villgrattner, der mit einer Finte durch die Abwehr marschierte, hielt die Hamburger weiter auf Distanz (16:13, 40. Minute). Insbesondere Villgrattner nahm in dieser Phase des Spiels Fahrt auf und sorgte in der 44. Minute für das 18:16, ehe Hermann mit seinem sechsten von acht Toren die obligatorische Tordifferenz wieder herstellte (19:16, 46. Minute).

Dennoch sollte es in der Schlussviertelstunde der Partie noch einmal spannend werden. Nachdem die Hamburger durch unnötige Fehler auf Gummersbacher Seiten wieder auf ein Tor anschlossen, verwarf in Minute 49 ausgerechnet Villgrattner seinen Siebenmeter. Den anschließenden Kampf um den Abpraller gewannen jedoch Schröter und Villgrattner im Doppelpack, Letztgenannter schloss mit dem 20:18 ab. Dennoch blieben die Hamburger dem VfL nun weiter auf den Fersen und kamen mehrfach auf ein Tor heran, so in der 52. Minute beim 21:20 und in der 53. Minute beim 22:21. Nachdem Villgrattner in Minute 54 im Gegenstoß abgedrängt wurde und sich dabei verletzte, so dass auch er nicht mehr weiterspielen konnte, verhinderte Ivić mit einer Glanztat den erneuten Anschlusstreffer. Den musste er allerdings in Minute 56 kassieren, ehe Hermann im Gegenzug zum 24:22 traf (56. Minute) und Becker per Treffer ins leere Tor nach Steal wieder auf drei Tore erhöhte (25:22, 57. Minute). Vor allem kämpferisch ließen die Gummersbacher zu keiner Zeit nach und zeigten vollen Einsatz in jeder Spielszene. Sommer kehrte noch einmal in Minute 59 für einen Siebenmeter erfolgreich aufs Parkett zurück und sorgte mit dem 27:24 für die Vorentscheidung. Den Sieg ließ sich der VfL schließlich nicht mehr nehmen. Den Schlusspunkt setzte Janko Božović mit dem 29:26-Schlusstreffer, ehe sich auch Ivić noch einmal zwischen den Pfosten der Oberbergischen auszeichnete (60. Minute).

Der VfL Gummersbach kann sein Punktekonto somit auf 5:5 verbessern und bleibt damit vor heimischer Kulisse in dieser Saison ungeschlagen. Die ersten Auswärtspunkte wollen die Blau-Weißen in sieben Tagen beim EHV Aue einfahren.

Trainerstimmen:

Torge Greve (VfL Gummersbach): Wir sind natürlich glücklich, dass wir gewonnen haben. Die erste Halbzeit war ich mit meiner Abwehr und der Torhüterleistung sehr zufrieden. Im Angriff haben wir uns aber zu oft festgelaufen. Wir haben uns durch das Spiel in Coburg selbst Druck aufgebaut. Aber da muss ich es der Mannschaft zugutehalten, dass sie dem Spiel standgehalten und gewonnen hat. Es gab mehrfach Situationen, in denen das Spiel hätte kippen können und wir wieder viele Fehler gemacht haben. Da bin ich froh, dass wir den Ausgleich nicht kassiert haben und stattdessen auf der anderen Seite noch einmal etwas oben draufpacken konnten. Wir hatten heute auch eine sehr gute Zuschauerunterstützung, das war für uns sehr wichtig. Man sieht zwar, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben, aber über die Saison werden wir das hinbekommen.

Torsten Jansen (Handball Sport Verein Hamburg): Ich weiß gar nicht, wie ich das Spiel zusammenfassen soll. In der ersten Halbzeit war es im Angriff zäh. Das ging auch am Anfang der zweiten Halbzeit so weiter. Bei uns war die ganze Zeit über zu wenig Bewegung ohne Ball vorhanden und wir haben viele Fehler gemacht, die wir sonst nicht machen. In der Abwehr sah es am Anfang bei uns gut aus. In der zweiten Halbzeit war es diesbezüglich aber genau anders herum. Wir hatten in der zweiten Halbzeit keinen richtigen Zugriff mehr und haben dann auch noch in Abwehr und Angriff die Chancen auf das Unentschieden nicht nutzen können. Über das ganze Spiel haben wir uns mit technischen Fehlern selbst ausgebremst. Alles in allem war es ein verdienter Sieg für den VfL, auch wenn für uns mehr drin gewesen wäre.

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