ÜBERRAGENDE TEAMLEISTUNG SORGT FÜR BUNDESLIGA-AUFSTIEG

Das TSV-Team konnte bei den Aufstiegsspielen am vergangenen Wochenende in Hamburg den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord schaffen.

Foto des Teams (c) Hodel/TSV Bayer 04)

LEVERKUSEN. Die Farbenstädter reisten bereits am Freitagnachmittag nach Hamburg und wollten als Rheinischer Vizemeister den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen. Einen großen Dämpfer erhielten die Bundesliga-Ambitionen des TSV-Teams aufgrund der Nachricht, dass einer der beiden Hauptangreifer Tom Heller krankheitsbedingt nicht nach Hamburg mitkommen konnte. Zudem war auch Trainer Sebastian Pynappel privat anderweitig eingebunden, sodass sich die Leverkusener kurzfristig selbst coachen und Reservespieler Niklas Hodel aus dem 3. Team des TSV reaktivieren mussten, falls verletzungsbedingt einer der verbliebenen Angreifer Oliver Schaper oder Finn Dercks ausgewechselt werden müsste.

In der Gruppenphase, bei der jeder gegen jeden spielen musste, traf das TSV-Team zunächst auf den Lokalrivalen Leichlinger TV 2, gegen den man in der Liga zwar das Hinspiel 1:3 verlor, aber das Rückspiel 3:0 gewinnen konnte. Es versprach also ein enges Spiel der beiden rheinischen Mannschaften zu werden. Das Bayer-Team startete mit Oliver Schaper und Finn Dercks im Angriff, Christoph Cymera im Zuspiel und Balint Kristofcsak sowie Lars Vollmann in der Abwehr.

Gleich von Anfang an agierten beide Vereine auf Augenhöhe und es entwickelte sich das erwartet ausgeglichene Spiel. Nach dem die Führung immer wieder wechselte und sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen konnte, ging der Satz in die Verlängerung.  Im entscheidenden Moment hatten die Leverkusener die Nase vorn und holten sich den 1. Satz mit 15:14.

Auch im 2. (7:11) und 3. Satz (9:11) blieb es weiter spannend und der Gegner aus der Blütenstadt Leichlingen wurde nun etwas stärker, während sich bei Bayer die ein oder andere Unkonzentriertheit einschlich. Dadurch lag man mit 1:2 zurück und musste nun umstellen.

Janik Müller rückte als Einwechselspieler auf die vordere Position auf, während das Werksteam Finn Dercks statt Balint Kristofcsak auf die rechte Abwehrseite dahinter schob. Dieser Wechsel zeigte direkt Wirkung und das TSV-Team schnappte sich auch aufgrund der verbesserten Defensivleistung den 4. Satz (11:6). Auch Hauptangreifer Oliver Schaper kam immer besser in Fahrt und konnte mit starken Angriffsschlägen Punkte erzielen, sodass der 5. Satz ebenfalls zu Gunsten der Leverkusener ausfiel (11:6).

Im Anschluss hatte das Werksteam ein Spiel Pause und musste dann gegen den vermeintlich schwersten Gegner, den SV Ruschwedel (Meister Regionalliga Süd Niedersachsen), ran. Das Bayer-Team wählte für den Spielstart die gleiche Aufstellung wie am Ende des 1. Spiels und es liefen Oliver Schaper, Janik Müller, Christoph Cymera, Lars Vollmann und Finn Dercks für das Werksteam auf. Zunächst funktionierte es auch gegen den Vertreter aus Stade recht gut für das Leverkusener Team und der 1. Satz wurde 11:9 gewonnen. Jedoch hatte das Team in der Folge immer mehr Schwierigkeiten mit kurz hinter die Leine geschlagenen Bällen und platzierten Angriffen über die Mittelposition. Viele unnötige Eigenfehler auf allen Positionen ließen den Gegner aus Ruschwedel immer mehr Punkte einfahren und vor allem der 4. Satz war eine klare Angelegenheit (8:11, 8:11, 5:11). Insgesamt war das Spiel gegen Ruschwedel keine gute Leistung der Farbenstädter, dabei war durchaus mehr für die Werksmannschaft drin.

Zum Abschluss am ersten Tag der Aufstiegsspiele ging es gegen den Gastgeber ETV Hamburg (Meister Hamburg-Liga), der sich überraschend vorab gegen den Hammer SC (Meister Westfalen) noch mit 3:2 und gegen Leichlingen mit 3:0 durchsetzen konnte, sodass das Bayer-Team gegen die Hanseaten bereits zum Siegen gezwungen war, um weiter im Rennen um den Aufstieg zu bleiben.

Bayer startete nach der Niederlage gegen Ruschwedel mit einer veränderten Aufstellung und setzte wieder Finn Dercks neben Hauptangreifer Oliver Schaper. Christoph Cymera, Lars Vollmann und Balint Kristofcsak standen in der Abwehrreihe.

Das Hamburger Team um den ehemaligen Weltmeister Christian Sondern und die beiden ehemaligen Juniorennationalspieler Paul Barklage und Leif Kadgien konnte vor allem dank der starken Sprungschläge von Leif Kadgien zu Beginn des Spiels immer wieder Punkte bei den Farbenstädtern erzielen. Im Gegenzug verwandelte auch Oliver Schaper viele Punkte bei den Hamburgern. Trotz mehrmaliger Rückstände gab das Bayer-Team jedoch nicht nach und holte sich dann knapp noch mit 12:10 den Auftaktsatz. Im zweiten Satz war auf einmal ein Bruch im Spiel der Leverkusener zu erkennen und Hamburg setzte sich klar ab. Mitte des zweiten Satzes verletzte sich jedoch bei einer Abwehraktion Angreifer Leif Kadgien, der daraufhin mit einer Zerrung ausgewechselt werden musste. Nun war beim ETV Hamburg kein Druck mehr aus dem Angriff da und das Bayer-Team holte sich recht souverän den Sieg im dritten und vierten Satz (11:1, 11:6).

Damit stand das TSV-Team nach dem ersten Tag mit 4:2 Punkten noch voll im Aufstiegsrennen und hatte mit zwei Siegen am Sonntag noch alle Karten in der eigenen Hand.

Zum Auftakt am Sonntag ging es gegen den TuS Essenrode (Meister Regionalliga Nord Niedersachsen), der noch keines seiner Spiele bis dahin gewinnen konnte. Das Werksteam aus Leverkusen startete wieder mit der gleichen Aufstellung wie schon am Vortag gegen Hamburg und holte sich souverän einen 3:0-Sieg (11:7, 11:6, 11:7) gegen den Verein aus der Nähe von Braunschweig.

Danach hatte man drei Spiele Pause und musste abwarten, was die Konkurrenz macht. Vor dem letzten Spiel des TSV war dann klar, dass nur ein Sieg gegen den Hammer SC für den Aufstieg reichen würde, da der SV Ruschwedel bereits sicher als Aufsteiger feststand und Leverkusen sowie Hamm beide 6:2 Punkte aufwiesen. Als wäre der Druck nicht groß genug, verletzte sich zudem Zuspieler Christoph Cymera beim Aufwärmen und musste mit einem geschwollenen rechten Unterarm antreten.

Das Werksteam startete wieder mit Oliver Schaper und Finn Dercks im Angriff, Christoph Cymera im Zuspiel und Balint Kristofcsak sowie Lars Vollmann in der Abwehr.

Beide Mannschaften schenkten sich nichts und es entwickelte sich ein hochklassiges und spannendes Match. Bayer verschenkte aufgrund einiger unnötiger Eigenfehler die ersten beiden Sätze knapp an den Gegner aus Westfalen (8:11, 11:13).

Doch das Werksteam gab nicht auf und steigerte sich mit einer kämpferisch überragenden Leistung in den Folgesätzen. Das Spiel kippte zu Gunsten der Farbenstädter und der wichtige 1:2-Anschluss (11:9) hergestellt. Der vierte Satz ließ die anwesenden Zuschauer und Mannschaften erstaunen und sorgte dafür, dass das Bayer-Team auch von außen immer mehr gepusht wurde, denn die Leverkusener steigerten sich in einen Rausch und vor allem Schlagmann Oliver Schaper verwandelte ein ums andere Mal auch aus ungünstigen Positionen Schläge im gegnerischen Halbfeld. Der Satzausgleich (11:5) war daher nur die logische Folge.

Vor Beginn des entscheidenden fünften Satzes beanspruchte der Hammer SC eine regelkonforme 10-minütige Pause, sodass die beiden Teams nochmal im Schatten eine kurze Ruhephase einlegen konnten.

Die Pause nützte dem Gegner aus Hamm, der sich besser im fünften Satz zu Recht fand und zum Seitenwechsel 4:6 führen konnte. Doch erneut war es das Bayer-Team, was sich wieder mit einem hohen Energieaufwand in einen Rausch spielte und nach dem 5:7 aufdrehte. Beim Stand von 10:8 für Bayer wurde die Angabe aus Hamm zunächst von Zuspieler Christoph Cymera abgewehrt, der Ball von Lars Vollmann zugespielt und Angreifer Oliver Schaper verwandelte mit einem Prellerball über vorne rechts zum Sieg (11:8) – der Jubel bei den Leverkusenern und den Zuschauern kannte nach diesem tollen Faustball-Spiel keine Grenzen mehr!

Man kann in jedem Fall von einem verdienten Aufstieg aufgrund der überragenden Teamleistung und der gegenseitigen Motivation auf dem Spielfeld, insbesondere im entscheidenden Spiel gegen Hamm, sprechen. Was das Werksteam von der Einstellung her gezeigt hat, die noch dazu mit nur einem der beiden Hauptangreifer antreten mussten, verlangte auch den anderen Mannschaften viel Respekt ab.

Damit ist das TSV-Team nach dem Aufstieg in der Halle nun auch im Feld in der zweithöchsten Spielklasse Deutschlands vertreten und bereitet sich nun auf die Hallensaison 2022/23 mit dem Ziel des Klassenerhalts in der 2. Bundesliga Nord vor.

Kader: Lars Vollmann, Christoph Cymera, Finn Dercks, Balint Kristofcsak, Janik Müller, Oliver Schaper, Niklas Hodel (ohne Einsatz)

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