VON BERGHEIM ZU DEN OLYMPISCHEN SPIELEN

Nelvie Tiafack präsentiert stolz die EM-Goldmedaille und den schweren Meisterschaftsgürtel. Foto: Moers   

BERGHEIM.  Bei den Boxsportfreunden hat er sich längst einen Namen gemacht. An seinem Wohnort in Bergheim ist er indes weniger bekannt. Das soll sich ändern. „Mit Nelvie Tiafack hat Deutschland wieder einen Schwergewichtsboxer der Weltklasse“ titelten die Fachmagazine nach seinem Sieg bei den Europameisterschaften in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Der Europameistertitel im Superschwergewicht ist der bisher größte Erfolg des 23-Jährigen, der seit 2008 in Bergheim wohnt, hier zur Schule ging und das Abitur machte. „Die wohltuende Ruhe“ in der kleinen Straße in Bergheim-Zieverich bezeichnet er als einen der Gründe, warum er sich in der Kreisstadt wohlfühlt.

Der 1,90 Meter große, 110 Kilogramm schwere, in Kamerun geborene  Athlet begann  2015 mit dem Boxen, eher aus Zufall, wie er lachend erzählte. Wie viele Schüler seines Alters begann er in Bergheim mit Fußball und Basketball und legte dann eine zweijährige Sportpause ein. „In dieser Zeit habe ich soviel an Gewicht zugelegt, dass ich unbedingt wieder etwas machen musste“, berichtete Tiafack im Gespräch mit dem Autor. Er schloss sich dem SC Colonia Köln, dem ältesten Amateurboxverein in der Domstadt, an und fuhr täglich nach der Schule zum Training nach Köln. „Das war schon ein langer Tag, von morgens sieben bis abends um neun war ich unterwegs“, beschreibt er seinen Tagesablauf.

Der Lohn waren fünf Deutsche Meistertitel. Vor drei Jahren gewann er in Minsk EM-Bronze, und im Mai diesen Jahres feirte er mit dem EM-Titel seinen bisher größten sportlichen Erfolg. Die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio hatte er zuvor verpasst. „Die Zeit der Corona-Schutzmaßnahmen war besonders kräftezehrend und anstrengend“, stellte der junge Sportler fest.

Die Olympischen Spiele 2024 in Paris sind nun das nächste große Ziel des frischgebackenen Europameisters. Die Qualifikation beginnt zwar erst im nächsten Jahr,  Tiafack ist aber zuversichtlich, in Paris dabei zu sein.  „Die Frage ist nicht, ob ich dabei bin, sondern welche Medaille ich hole“ erklärte er selbstbewusst. Mit den meisten seiner möglichen internationalen Gegner hat der Bergheimer bereits im Ring gestanden und Siege gefeiert. „Darauf kann ich in Ruhe aufbauen“, sagte Tiafack. In den nächsten Wochen steht für den Sportsoldaten der Bundeswehr ein 14-tägiges Traingscamp und die Teilnahme an einem Turnier in Colorado, USA auf dem Programm.

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