KOZUCH/LUDWIG ZIEHEN DIREKT INS ACHTELFINALE EIN

2:0-Sieg gegen Japan \\ DVV

Foto FIVB: Laura Ludwig jubelt über den ersten Sieg bei Olympia in Tokio.

TOKIO. Endlich! Der erste deutsche Beach-Volleyball Sieg bei den Olympischen Spielen ist perfekt. Margareta Kozuch/Laura Ludwig haben ihr zweites Gruppenspiel mit 2:0 (21-17, 22-20) gegen die Japanerinnen Ishii/Murakami gewonnen und damit die Qualifikation für das Achtelfinale perfekt gemacht. Aufgrund des coronabedingten Ausfalls ihrer Gruppengegnerinnen Hermannova/Slukova stehen sie erst am 1./2. August wieder im Sand.

+++ Vorrunde Spiel 3: Kozuch/Ludwig vs. Hermannova/Slukova (CZE) 2:0 (21-0, 21-0)

Nach einem positiven Corona-Test von Markéta Sluková hat die tschechische Delegation kein „Late Replacement“ vorgenommen. Damit werden alle Partien gegen das tschechische Duo gewertet, die Olympia damit auf dem 19. Platz beenden.

+++ Vorrunde Spiel 2: Kozuch/Ludwig vs. Ishii/Murakami (JPN) 2:0 (21-17, 22-20) +++

Fast eine Woche Pause

Auf die längere Pause blickte Ludwig direkt im Anschluss: „Die Situation ist nicht so einfach, weil es schön gewesen wäre, wenn wir noch ein Spiel gehabt hätten. Insgesamt müssen wir gucken, wie wir damit klarkommen, aber wir haben dafür auch eine gute Psychologin dabei“, sagte sie und erklärte ihre Pläne:

Wir haben einige Teams hier, mit denen wir schon gemeinsame Trainingseinheiten für die kommenden Tage arrangiert haben. Auch wenn es nicht mit einem Match gleichzusetzen ist, werden wir im Wettkampf-Training bleiben.“

Zuvor hatten sie ihren Wettkampf auf dem Center Court im zweiten Gruppenspiel gegen die Japanerinnen Ishii/Murakami mit Wacklern, aber dennoch souverän bestanden. So war es in Satz eins vor allem Ludwig, die sich schnell auf die vielen Shots der Gegnerinnen einstellte und in der Abwehr brillierte. Mit ihren druckvollen Aufschlägen zwang sie Japan außerdem immer wieder zu Fehlern und Problemen im Spielaufbau. Hinzu kam noch das Glück, als ein Netzroller-Ass im ersten Durchgang für die Vorentscheidung sorgte (17-12). Kozuch verwandelte den ersten Satzball zum 21-17.

Im zweiten Durchgang zeigte sich das japanische Duo vorerst fehlerfrei. Ein Netzroller Ass ließ sie mit vier Punkten Vorsprung in Führung gehen (6-10) und einen Tiebreak in greifbare Nähe rücken. Doch wieder war es Ludwig, die nach starker Abwehrarbeit und wenigen Fehlern im Angriff ihr Team heranbrachte, mit einem Block zum 14-14 fand auch Kozuch immer besser ins Spiel.

Wir waren definitiv aufgeregt“

Die bis dahin kaum vorhandenen japanischen Fehler schlichen sich aus deutscher Sicht zur richtigen Zeit ins Spiel ein. Beim Stand von 17-17 waren es gleich zwei Angriffsfehler in Folge (19-17), die sie nur über ein risikoreiches Service und mit einem Ass ausgleichen konnte. Über ihr Side-Out erarbeiteten sich Kozuch/Ludwig in der Folge zwei Matchbälle, von denen der zweite beim Stand von 21-20 nach einem erneuten Fehler der Lokalmatadorinnen im Angriff den Sieg perfekt machte.

Wir waren definitiv aufgeregt und hatten eine gewisse Anspannung. Auch gestern Abend im Training. Unser Trainer hat immer wieder gesagt, dass wir hier gerade nichts Neues machen und alles gut ist, die Anspannung war uns also anzusehen (lacht). Dies hat sich auch auf unsere Bewegungen ausgewirkt. Der Sieg ist definitiv eine Erleichterung, was es in dem Moment auch sein darf. Danach geht der Fokus sofort in Richtung Achtelfinale“, berichtete Kozuch nach dem Spiel.

Ludwig realisierte da erst, dass sie bereits die Qualifikation für das Achtelfinale in der Tasche haben: „Man realisiert gerade, dass wir gewonnen haben und auf dem zweiten Platz in unserem Pool sind. Es war speziell. Wir wussten, dass sie sehr viele Skills haben und sehr gut aufschlagen. Aber es war gleichzeitig ihr erstes Spiel auf dem Center Court, daher denke ich, dass sie auch sehr nervös waren. Insgesamt sind wir einfach glücklich, dass wir gewonnen haben.“

Niederlage vs SUI 339d6 c 735x413@2x - KOZUCH/LUDWIG ZIEHEN DIREKT INS ACHTELFINALE EIN

Foto FIVB: Spiel eins ging knapp verloren.

+++ Vorrunde Spiel 1: Kozuch/Ludwig vs. Betschart/Hüberli (SUI) 1:2 (25-23, 20-22, 14-16) +++

Zur Führung gezittert

Bei über 40 Grad Sandtemperatur und 33 Grad Außentemperatur startete Deutschland stark in die Partie. Schweizer Fehler im Angriff und zwei Blocks von Kozuch machten die 5:0-Führung perfekt. Trotz des Fehlstarts blieb die Schweiz konsequent bei ihrer Taktik: Ihre Aufschläge gingen alle auf Kozuch. Zeigte diese sich davon zu Beginn noch unbeeindruckt, erhöhte sich die Fehlerquote mit zunehmender Spieldauer.

Es waren sehr heiße Bedingungen, die aufgrund der letzten Tage aber nicht der alleinige Grund für die Eigenfehler waren“, erklärte Kozuch im Anschluss. Einen Bruch gab es nach einer Doppelchallenge, die zuerst Deutschland, dann die Schweiz gewann und den Ausgleich zum 13:13 schaffte. Spannend blieb es bis zur Crunchtime, in der Kozuch/Ludwig zunächst drei Matchbälle abwehrten und ihren dritten Satzball zur Führung nutzten.

Ein ausgeglichenes Bild bot sich in Durchgang zwei. In der Crunchtime zogen Betschart/Hüberli auf 17:20 davon, ein Ass und Block von Kozuch brachten die nötigen Breaks zum Ausgleich ein (20:20), aus denen das DVV-Duo aber keinen Nutzen ziehen konnte. Betschart/Hüberli antworteten in einer nervösen Schlussphase mit zwei Punkten in Folge zum Ausgleich (20:22).

Große Nervosität auf beiden Seiten

Die Nervosität erreichte ihren Höhepunkt im Tiebreak. Ein Netzroller-Ass von Ludwig und ein Schweizer Angriff, der ins Aus flog, ließen Kozuch/Ludwig auf 6:3 davonziehen. Von Erleichterung auf deutscher Seite war aber nichts zu spüren. Ein Netzfehler von Kozuch schloss die Lücke zum 13:13. Ihren Fehler machte sie in der kommenden Rally direkt gut, als sie dem Druck im Side-Out standhielt und den ersten Matchball perfekt machte (14-13).

Der anschließende Aufschlag flog aber nur ins Aus und machte die erste Chance auf den Sieg zunichte. Eine weitere sollte es nicht geben. Zwei Schweizer Punkte in Folge verhinderten den ersten Erfolg von Kozuch/Ludwig überhaupt gegen Betschart/Hüberli (13-15).

Im ersten Augenblick enttäuschend“

Laura Ludwig sagte nach dem Spiel: „Ich habe keine zusätzliche Anspannung gespürt, sondern habe es auf dem Center Court genossen. Auf dem Court hat es sich gut angefühlt. Im ersten Augenblick ist das Ergebnis enttäuschend. Wir richten den Blick aber sofort nach vorn auf die kommenden Spiele.“

Niclas Hildebrand, Sportdirektor Beach-Volleyball, ergänzte: „Die Temperaturen lagen im Sand zuletzt immer über 40 Grad. Aus meiner Sicht war es ein nervöser Auftakt auf beiden Seiten, also ein klassischer Olympia-Auftakt. Maggie und Laura sind gut gestartet und hätten das Spiel am Ende gewinnen können. Darauf können sie aufbauen.“