GEKÄMPFT UND GEWONNEN

J.J. Mann war mit starken 32 Punkten bester Scorer seiner Farben / Foto: Michael Fleschenberg

LEVERKUSEN. (CK) Die BAYER GIANTS Leverkusen haben ihre Festung Ostermann-Arena ein weiteres Mal erfolgreich verteidigen können. Der deutsche Rekordmeister bezwang am 11. Spieltag in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA das TEAM EHINGEN URSPRING mit 106:87 (51:50).

507 Zuschauer waren in der Rundsporthalle an der Bismarckstraße erschienen, um der Begegnung gegen den Tabellenletzten der zweithöchsten Spielklasse beizuwohnen. Dabei mussten die anwesenden Fans in der Arena auf Spencer Reaves verzichten, welcher aufgrund einer Magen-Darm-Grippe gegen Ehingen nicht spielen konnte. Ansonsten traten die Leverkusener, bis auf die bekannten Verletzungsausfälle, komplett gegen die Süddeutschen an.

Auch ohne den US-Amerikaner starteten die GIANTS gut in die Partie. Angeführt vom starken J.J. Mann setzte sich BAYER schnell von den Gästen ab und führte nach fünf absolvierten Minuten deutlich mit 20:6. Es schien so, als würden die Farbenstädter ihrer Favoritenrolle schnell gerecht werden. Auf die gut vorgetragenen Angriffe der Hausherren fand Ehingen kein passendes Mittel und so benötigten die Gäste ein wenig Zeit, um sich auf dem Parkett zurechtzufinden. Doch mit zunehmender Dauer des ersten Abschnitts wurde Urspring stärker. Tyler Cheese vollendete einen 10:0-„Run“ der Schwarz-Grünen und verkürzte den Rückstand auf mickrige vier Zähler (20:16 -6. Spielminute). Zwar konnten die Rheinländer einen offensiv ansehnlichen Abschnitt mit 29:24 für sich entscheiden, doch es war schnell zu merken, dass die Auswärtsmannschaft nicht nach Leverkusen gereist war um kampflos aufzugeben.

Der zweite Durchgang ähnelte der Schlussphase der ersten zehn Minuten. Zwar konnte Ehingen punkten, doch die GIANTS hatten immer eine passende Antwort parat. Der Leverkusener Vorsprung pendelte sich bei sechs bis zehn Punkten ein und das Spiel plätscherte ein wenig vor sich hin. Die Zahl der Fehlwürfe nahm auf beiden Seiten zu, bevor Urspring den Turbo zündete und sukzessiv aufholte. So war es bei den Mannen von Headcoach Felix Czerny der Kanadier Munis Mahmoud Tutu, der bei den erfolgreichen Angriffen seiner Farben die Finger im Spiel hatte. Die „Riesen vom Rhein“ wirkten in den letzten Minuten des zweiten Viertels fahrig, ließen viele gute Wurfchancen liegen und gingen mit einer hauchdünnen 51:50-Führung in die Kabine.

Nach der Pause ging Ehingen, durch einen erfolgreichen Korbleger von Shane Osayande, erstmalig in Front. Diese Führung konnten die Gäste zunächst verteidigen, doch in der Folge entwickelte sich eine Paarung mit offenem Visier. Die Führung wechselte zwischen beiden Teams hin und her, bevor sich Urspring in der 28. Spielminute einen zweistelligen Vorsprung erarbeiten konnte (61:71). Leverkusen hatte in dieser Phase mit vielen unnötigen Ballverlusten zu kämpfen, welche der zweimalige ProB-Champion (2011 und 2016) für sich zu nutzen wusste. GIANTS-Coach Hansi Gnad reagierte, nahm eine Auszeit und richtete deutliche Worte an seine Schützlinge. In der Folge gelang es dem 14-maligen Deutschen Meister wieder zu scoren, dennoch ging das Ergebnis von 66:73 aus Sicht der „BAYER-Boys“ nach dreißig gespielten Minuten in Ordnung.

Die Schlussperiode gehörte dann, soviel darf bereits verraten werden, den Hausherren. Die GIANTS betraten nach der zweiminütigen Viertelpause das Feld mit einer gehörigen Portion zusätzlicher Energie. Nach einem erzielten Layup durch Melvin Jostmann lag BAYER wieder vorne (85:84 – 36. Spielminute). Doch nicht genug, die Fans der Leverkusener Korbjäger sahen in diesen Minuten, wie sich ihr Team in einen offensiven Rausch spielte. Den „Gnadisten“ schien so ziemlich alles zu gelingen. Ein wichtiger Dreier von Luca Kahl hier, ein erfolgreicher Wurf durch Quentin Goodin aus der Mitteldistanz dort: Die Rheinländer gaben nun den Ton an. Ein fulminanter 31:3-Lauf (!) sorgte schlussendlich für einen 106:87-Erfolg gegen einen Gegner, der bis zum Schluss aufopferungsvoll kämpfte und sich nie aufgab.

Der beste Spieler an diesem Abend war J.J. Mann. Der US-Amerikaner, welcher in dieser Saison noch nicht ganz so in Erscheinung trat wie im Vorjahr, erzielte starke 32 Punkte und griff insgesamt elf Rebounds ab. Es war das erste „Double-Double“ für den Forward im Dress der BAYER GIANTS Leverkusen. Auch gut spielte Luca Finn Kahl, der 15 Zähler markierte und vor allem in den wichtigen Momente Coolness bewies. Quentin Goodin steuerte 19 Punkte zum Sieg bei und bleibt damit im Schnitt Topscorer der Farbenstädter (15,6 Punkte pro Spiel).

Das war sicherlich keine gute Partie von uns. Im Gegenteil, das Spiel war sehr zäh und zerfahren“, begann Hansi Gnad sein Statement nach der Paarung. „Ehingen hat uns das Leben sehr schwer gemacht, obwohl wir gut gestartet sind und viele Dinge richtiggemacht haben. Vielleicht waren wir nach der guten Anfangsphase etwas zu selbstsicher, obwohl ich die Jungs davor gewarnt habe. Urspring hat sehr engagiert gespielt und uns zu einigen Fehlern gezwungen, die sie im Umkehrschluss eiskalt verwertet haben. Im Schlussviertel haben wir dann einige Dinge umgestellt, so haben wir beispielsweise in der Defensive mit einer 3-2 Zone gespielt, welche den Gästen am Ende den Zahn gezogen hat. Schlussendlich sind wir nach all den Querelen im Vorfeld froh, dass wir gewonnen haben. So halten wir den Anschluss an die vorderen Plätze und können uns in aller Ruhe auf den nächsten Gegner vorbereiten.“

Am Mittwoch, 1. Dezember,  19:30 Uhr  empfangen die BAYER GIANTS Leverkusen den Tabellenführer, Medipolis SC Jena in der Ostermann-Arena. Tickets gibt es online bei unserem Partner Ticketmaster Deutschland.

Scoring BAYER GIANTS Leverkusen: J.J. Mann (32 Punkte), Quentin Goodin (19), Luca Finn Kahl (15), Dennis Heinzmann (9), Ferenc Gille (8), Melvin Jostmann (8), Luis Figge (6), Robert Merz (5), Marko Bacak (4) und Nico Funk.