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DVV-MÄNNER VERLIEREN KRIMI GEGEN ITALIEN

EM:  jetzt gegen die Niederlande

CEV

ANCONA. (ITA) Die deutsche Männer-Nationalmannschaft hat zum Abschluss der Vorrunde bei der Europameisterschaft eine Niederlage gegen Italien kassiert. In einer hochklassigen und dramatischen Partie musste sich das Team von Bundestrainer Michal Winiarski nach großem Kampf mit 2:3 (22:25, 25:23, 22:25, 25:14, 12:15) gegen den Welt- und Europameister geschlagen geben. Im Achtelfinale treffen die Deutschen am Samstag oder Sonntag nun auf die Niederlande.

Es war ein packender Kampf, den sich Italien und Deutschland in der Halle von Ancona über zwei Stunden lieferten. Die DVV-Männer hatten den Favoriten am Rande der Niederlage. „Hätte mir vorher jemand gesagt, wir können ein 2:3 und so ein Spiel machen, wären wir alle damit einverstanden gewesen“, sagte Julian Zenger. „Aber wenn man den Tiebreak erreicht, will man auch gewinnen, daher ist die Enttäuschung schon da.“ Erik Röhrs drückte es ähnlich aus: „An sich können wir schon zufrieden sein mit dem, was wir heute gezeigt haben, aber im Tiebreak gegen Italien, in Italien, vor so einer Kulisse, willst du gewinnen.“

Mit Johannes Tille im Zuspiel und Erik Röhrs über Diagonal (Georg Grozer wurde geschont) waren die Deutschen stark in die Partie gestartet. Zwar ging der erste Satz knapp verloren, doch im zweiten Durchgang hielten sie dem Druck stand und schafften den Ausgleich. Nach einem engen dritten Satz überrannten die DVV-Männer Italien in Durchgang vier förmlich. Im Tiebreak setzte sich der Favorit gepusht von den 5275 italienischen Fans hauchdünn durch. Bester Angreifer im deutschen Team war Moritz Karlitzek mit überragenden 26 Punkten.

Während am Tag zuvor gegen Serbien der Aufschlag noch ein großes Manko bei den DVV-Männern war, setzten sie diesmal ihre Gegner mit den Aufschlägen mächtig unter Druck. 13 Asse schlugen im italienischen Feld ein. Und am Ende machten die Deutschen sogar sieben Punkte mehr als Italien. „Es war wichtig, dass wir mit Energie aufs Feld gegangen sind und so ein Spiel gemacht haben“, sagte Zenger. Gerade auch mit Blick auf das Achtelfinale: „Das hat unserer Mannschaft nochmal einen großen Push gegeben.“

Dazu beigetragen hat auch die unglaubliche Atmosphäre in Ancona. „Das gibt einem Adrenalin pur – von Anfang bis Ende“, sagte Erik Röhrs. Die Energie übertrage sich auf die Spieler. „Ich hatte immer wieder Gänsehaut, das hat super Spaß gemacht“, so der Diagonalangreifer.

Am Samstag oder Sonntag trifft das deutsche Team im Achtelfinale in Bari auf die Niederlande, gegen die sie bereits in der Vorbereitung Testspiele absolviert haben. „Wir wissen, dass wir sie schlagen können – und das wollen wir auch machen“, sagt Röhrs. Viel werde über den Aufschlagdruck gehen, aber auch Spielfreude und gute Energie auf dem Feld seien wichtig. „Wir gehen von Spiel zu Spiel, aber jetzt liegt unser voller Fokus auf dem Achtelfinale“, sagt Zenger. Nach ein bisschen Regeneration heißt es dann: „Volle Attacke auf Holland!“

Spielbericht

Winiarski schickte eine komplett veränderte Start-Sechs aufs Feld: Johannes Tille, Eric Röhrs, Moritz Karlitzek, Moritz Reichert, Lukas Maase und Florian Krage begannen gegen den Weltmeister. Nach einem Block gegen Röhrs und einem Angriffsfehler führte Italien erstmals mit 1:3. Doch die Deutschen fanden schnell in ihr Spiel. Nach einem starken Aufschlag von Röhrs verwandelte Karlitzek den Angriff zum 6:6-Ausgleich. Ein Ass und ein weiterer Punkt von Karlitzek zwangen den Favoriten beim 8:6 bereits zur Auszeit. Nach einer starken Sicherung punktete Röhrs zum 11:8 und blockte anschließend den italienischen Angriff. Mit einem Block gegen Reichert kamen die Italiener wieder auf einen Punkt heran (13:12), glichen kurze Zeit später aus (16:16) und gingen mit einem weiteren Block gegen Röhrs mit 17:18 in Führung. In der Crunch-Time erhöhten die Favoriten den Druck und sicherten sich drei Satzbälle. Den ersten wehrte Karlitzek noch ab, doch direkt im Anschluss feierten die italienischen Fans den Satzgewinn. Die Statistik des Weltmeisters sprach für sich: sieben Asse, vier Blocks und eine Angriffsquote von 65 Prozent. Der deutsche Angriff war nur zu 38 Prozent erfolgreich.

Doch die deutsche Mannschaft spielte weiter mutig und holte im zweiten Satz schnell einen 7:4-Vorspurng raus. Die Italiener kamen zwar auf einen Punkt ran (10:9), doch nach zwei Punkten von Karlitzek war der alte Abstand wieder hergestellt (13:9), nur um kurze Zeit später den Ausgleich zu kassieren (16:16). Nach einer starken Abwehr der Deutschen punktete Tille im Angriff (18:16). Es folgte ein spektakulärer Ballwechsel mit starken Abwehraktionen auf beiden Seiten den Reichert schließlich beendete (19:17). Mit drei Punkten in Folge zogen die Italiener wieder vorbei. Ein Ass von Reichert und ein Fehler der Italiener brachte wieder die Führung für Deutschland (22:20). Röhrs bescherte seinem Team schließlich Satzbälle. Karlitzek verwandelte den zweiten zum Satzausgleich.

Co-Trainer Bob Ranner zeigte sich in der Pause zufrieden: „Wir sind gut reingekommen. Wir versuchen den Aufschlagdruck hochzuhalten, mit positiven Emotionen zu spielen und die Kulisse zu genießen.“

Sein Team konnte den Schwung des Satzgewinns jedoch nicht mitnehmen – auch weil Italiens Top-Star Alessandro Michieletto von der Aufschlaglinie ordentlich Druck machte (1:7). Karlitzek durchbrach die Serie schließlich mit einem erfolgreichen Tip. Nun punkteten die Deutschen in Person von Maase, Krage, Reichert und Röhrs (7:11). Nach zwei Assen von Tille hatten die DVV-Männer die Chance zum Ausgleich, doch Reichert wurde geblockt (10:12). Reichert servierte anschließend ebenfalls zwei Asse und schaffte damit das 13:13. Beide Teams kämpften um jeden Ball und schenkten sich nichts. Trotzdem konnten sich die Favoriten erneut mit starken Aufschlägen von Michieletto vorentscheidend auf 15:19 absetzen. Beim 19:23 schien der Satz bereits durch, doch erst punktete Röhrs, dann zeigten die Italiener Nerven und setzten den Angriff ins Aus (21:23). Doch zweimal ließ sich der Favorit nicht bitten und sicherte sich mit dem zweiten Satzball die 2:1-Führung.

Die Deutschen gaben sich trotz des erneuten Rückstandes jedoch nicht auf und setzten den Weltmeister weiter ordentlich unter Druck. Den 4:1-Vorsprung bauten sie auf 13:8 aus. Maase erhöhte mit einem Ass auf 16:9, Röhrs auf 19:12. Nun lief bei den Deutschen alles, während die Italiener wenig entgegenzusetzen hatten.

Tille servierte ein weiteres Ass (21:13) und Maase blockte zum 23:14. Nach einem langen Ballwechsel sorgte Röhrs für reichlich Satzbälle. Direkt der erste saß, nachdem Reicherts Aufschlag direkt zurückkam und Maase die Einladung annahm.

Die 5275 italienischen Zuschauer versuchten alles, um ihre Mannschaft zum Sieg zu pushen. Und diese erspielte sich direkt eine 0:2-Führung, die sie lange nicht mehr hergab. Bei den Deutschen schlichen sich im entscheidenden Satz wieder Aufschlagfehler ein. Beim 8:10 nahm Winiarski eine Auszeit und die zeigte Wirkung. Karlitzek punktete und nach einem Fehler der Italiener war der Ausgleich da (10:10). Es ging hin und her. Auf deutscher Seite punktete immer wieder Karlitzek (12:12). Am Ende mussten die Italiener nicht viel für den Sieg tun: Zwei Angriffsfehler der Deutschen bescherten dem Favoriten das 15:12.

Die deutschen Gruppenspiele in Italien

Tag Datum Uhrzeit Spiel Ergebnis
Mittwoch 30. August 2023 18 Uhr Deutschland vs. Estland 3:0 (25:22, 25:19, 25:19)
Freitag 1. September 2023 18 Uhr Deutschland vs. Schweiz 3:0 (25:14, 25:16, 25:21)
Sonntag 3. September 2023 21 Uhr Deutschland vs. Belgien 3:2 (22:25, 17:25, 25:15, 25:22, 15:12)
Dienstag 5. September 2023 21 Uhr Deutschland vs. Serbien 1:3 (22:25, 25:20, 22:25, 19:25)
Mittwoch 6. September 2023 21 Uhr Deutschland vs. Italien 2:3 (22:25, 25:23, 22:25, 25:14, 12:15)

 

Zum kompletten Spielplan >>>

 

14er-Kader EuroVolley 2023

Nr. Name Position Verein Länderspiele (Stand 25.8.23)
1 Christian Fromm Außenangriff Rapid Bucuresti 215
2 Johannes Tille Zuspiel Berlin Recycling Volleys 37
3 Denys Kaliberda Libero Top Volley Cisterna 198
5 Moritz Reichert Außenangriff Montpellier Volley 121
9 Georg Grozer Diagonalangriff Arkas Spor 184
10 Julian Zenger Libero Pallavolo Padova 118
11 Lukas Kampa (C) Zuspiel Trefl Gdánsk 221
12 Anton Brehme Mittelblock Valsa Group Modena 53
13 Ruben Schott Außenangriff Berlin Recycling Volleys 134
14 Moritz Karlitzek Außenangriff Indykpol AZS Olsztyn 35
18 Florian Krage Mittelblock Spacer’s Toulouse Volley 50
19 Erik Röhrs Außenangriff SVG Lüneburg 15
21 Tobias Krick Mittelblock Valsa Group Modena 112
25 Lukas Maase Mittelblock Paris Volley 32

 

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