DVV AUF NEUEN WEGEN

 Präsidium beruft neuen hauptamtlichen Vorstand

Foto: DVV/Conny Kurth

FRANKFURT. Im Rahmen der internen Strukturreform hat das Präsidium des Deutschen Volleyball-Verbandes e.V. (DVV) einstimmig einen neuen hauptamtlichen Vorstand berufen. Der zweiköpfige Vorstand wird ab 2022 die Geschicke des Verbandes leiten.

Wirtschaftliches Knowhow als Kernelement im neuen Vorstand

Bernd Janssen, gelernter Bankfachwirt und Niederlassungsleiter bei der Commerzbank AG, bringt neben betriebswirtschaftlichem Knowhow auch eine langjährige Erfahrung in der Verbandsarbeit mit. Seit 2016 gehört er dem Westdeutschen Volleyball-Verband (WVV) als Vize-Präsident an und ist seit 2019 auch Vize-Präsident im DVV-Präsidium für das Ressort Finanzen. In seiner neuen Funktion als Vorstand gehören vor allem die Fachbereiche Finanzen, Personalmanagement und Kommunikation zu seinen Aufgaben.

Janssen wird mit dem Beginn der hauptamtlichen Tätigkeit seine ehrenamtlichen Ämter in DVV und WVV niederlegen und blickt optimistisch auf die kommenden Jahre: „Ich freue mich auf die kommenden Herausforderungen. Vor allem die Corona-Krise hat die Schwachstellen des Verbandes verdeutlicht. Wir müssen den Verband weiter modernisieren, Dienstleistungen effizient anbieten und die Basis stärken. Gemeinsam werden wir alles dafür tun, um den Verband krisenfest und zukunftsfähig aufzustellen.“

An Janssens Seite wird Julia Frauendorf als Vorstand Sport und Sportentwicklung agieren. Frauendorf war mehrere Jahre Beraterin in einem Joint Venture des Beratungshauses McKinsey und der Lufthansa Technik und bringt wertvolle Erfahrung in Bezug auf Prozessmanagement und Organisationsentwicklung sowie Projektleitung und -umsetzung in den Verband. Die 30-jährige war bereits mehrere Jahre im Hessischen Volleyball ehrenamtlich aktiv und wird die Fachbereiche Leistungssport, Breitensport sowie Sportentwicklung leiten. „Ich danke dem Präsidium für das mir entgegengebrachte Vertrauen. Die Arbeit im Herzstück des Verbandes, den sportlichen Fachbereichen, gehe ich mit Engagement und Hingabe an. Es ist ein Privileg meine berufliche Erfahrung mit meiner Leidenschaft zum Sport zu vereinen. Ich freue mich auf die Herausforderung, unsere Zukunft gemeinsam anzugehen.“, so Frauendorf.

Die Zukunft im Blick

Die Strukturreform des DVV geht weit über die Vorstandsbesetzung hinaus. Vor zwei Jahren hatten DVV und Landesverbände gemeinsam die neuen Schwerpunkte Digitalisierung, Nachwuchs und Sportentwicklung herausgearbeitet. Ab 2022 werden die drei Zukunftsprojekte mit der Projektleiterin Franziska Lange zentral geleitet. Lange hat in den vergangenen zwei Jahren das Projekt Digitalisierung entscheidend vorangebracht und eine interne Prozessanalyse angestoßen. Die für 2024 geplante gemeinsame IT-Landschaft aller Volleyball-Landesverbände sowie des DVV gilt als Vorzeigeprojekt unter deutschen Sportverbänden, von dessen Erfolgen und Erfahrungen nun auch die Projekte Nachwuchs und Sportentwicklung partizipieren sollen.

Außerdem etabliert der neue Vorstand ein zentrales Management Office im Verband, indem alle wichtigen Themen zusammenlaufen. Stefan Müller, Leiter des Management Office, langjähriger Büroleiter im Landtag Thüringen und zuletzt im Deutschen Bundestag bündelt seit Anfang November Verbandsthemen für die Vorstands- und Präsidiumsarbeit, stärkt die Zusammenarbeit mit politischen Stakeholdern und wird die Umsetzung neuer, effizienter Prozesse im DVV organisieren.

Der Reformer ist zufrieden

Der DVV erreicht mit der Vorstandsbesetzung einen Meilenstein der internen Strukturreform. Rekordnationalspieler und DVV-Präsident, René Hecht, hatte es nicht immer leicht. Erst kürzlich kam verstärkt Kritik über seine Ziele und den steinigen Weg dahin auf.

„Reformen und die daraus resultierenden Veränderungen sind immer unbeliebt und mitunter auch hart. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass wir diesen wichtigen Schritt jetzt gemeinsam gegangen sind. Uns war vor allem die Zusammensetzung aus Erfahrung, Knowhow und Ehrgeiz wichtig. Sowohl Bernd Janssen als auch Julia Frauendorf verfügen über die notwendigen Fähigkeiten, den Verband in guter Zusammenarbeit mit dem Präsidium weiter zu modernisieren. Wir wollen unseren Verband nachhaltig und sinnvoll reformieren. Dafür stehe ich nach wie vor, darum streite und kämpfe ich.“

Nicole Fetting scheidet aus

Generalsekretärin Nicole Fetting, die seit 2018 Generalsekretärin war, hat im Zuge der Umstrukturierung um eine Vertragsauflösung gebeten und scheidet zum Jahresende 2021 aus dem Verband aus, ist aber auf eigenen Wunsch seit Oktober bereits freigestellt. Die Position der Generalsekretärin ist nach der internen Umstrukturierung nicht mehr vorgesehen. Auf die Stelle Vorstand Sport und Sportentwicklung wollte Nicole Fetting sich nicht bewerben. „Wir bedanken uns bei Nicole Fetting für die Arbeit in den letzten Jahren. Privat sowie beruflich wünschen wir ihr alles Gute für die Zukunft“, sagte Hecht.