DOPPEL-TITEL FÜR SIEGEMUND – FINAL-PREMIERE FÜR ZVEREV

US Open 2020 \\ DTB

Alexander Zverev - US Open - © USTA

NEW YORK. Es war ein schwarz-rot-goldenes Wochenende bei den US Open in New York. Bei dem Grand-Slam-Turnier, das vom 31. August bis 13. September stattfand, nahm Laura Siegemund mit ihrer Doppelpartnerin Vera Zvonareva phänomenal die Trophäe mit nach Hause. Alexander Zverev unterlag bei seinem ersten Grand Slam-Endspiel dem Österreicher Dominic Thiem nur knapp in einem echten Tennis-Thriller.

Es gab viele „Firsts“ bei den US Open in diesem Jahr. Schon alleine aufgrund der Corona-Situation, die die Spielerinnen und Spieler dazu zwang, während des Turniers isoliert in einer „Bubble“ zu leben, war in diesem Jahr alles anders. Aus deutscher Sicht gab es allerdings auch viele erfreuliche Nachrichten aus New York zu vermelden.

Zverev verpasst Titel knapp in Finalkracher

Eine davon war Alexander Zverev, der in New York zum ersten Mal den Einzug in ein Grand Slam-Finale schaffte: Über 25 Jahre war es her, dass 1994 Michael Stich um den US Open-Einzeltitel kämpfte. Nun machte mit Zverev ein weiterer Hamburger mit einem Sieg über den Spanier Pablo Carreno Busta im Halbfinale seine erste Teilnahme an einem Grand-Slam-Endspiel perfekt.

Nachdem „Sascha“, wie der 23-Jährige genannt wird, im Turnierverlauf unter anderem Borna Coric und Adrian Mannarino besiegen konnte, wartete im Finale mit dem Weltranglistendritten Dominic Thiem dann die ganze große Aufgabe. Beide Spieler kämpften in Flushing Meadows im größten Tennisstadion der Welt um ihren ersten Grand-Slam-Titel – wenn auch vor leeren Rängen.

Der im Vorfeld leicht favorisierte Österreicher kam nicht gut in das vierte Grand-Slam-Finale seiner Karriere rein und erlaubte sich viele unerzwungene Fehler. Bei Zverev klappte hingegen fast alles, er spielte sehr druckvoll, machte nahezu keine Fehler und streute immer wieder Netzangriffe ein. Eine schnelle 2:0-Satzführung war der Lohn. Weil sich Thiems Spiel im Anschluss allerdings merklich stabilisierte und sich bei Zverev ein paar mehr Fehler einschlichen, wurde das Match ab dem dritten Durchgang deutlich ausgeglichener.

Mit 6:4 und 6:3 gingen die Sätze drei und vier an den vier Jahre älteren Dominic Thiem, so dass ein fünfter Durchgang die Entscheidung bringen musste. Hier führte Zverev bereits mit 5:3 und servierte zum Matchgewinn. Doch der Österreicher kämpfte sich zurück, schlug beim Stand von 6:5 aus seiner Sicht selber zum Match auf, musste dann aber wiederum Zverevs Kampfgeist Tribut zollen. Das Match ging in den Tiebreak. Beide Spieler kämpften sichtlich, Thiem war von Krämpfen geplagt, allerdings blieb Zverev am Ende der ganz große Coup verwehrt. Thiem entschied den Tiebreak mit 8:6 für sich und verhinderte damit denkbar knapp mit seinem 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (8:6)-Sieg den größten Erfolg in der jungen Karriere der deutschen Nummer eins. 

Siegemund holt ersten Grand-Slam-Titel im Damen-Doppel

Einen Sieg mehr schaffte Laura Siegemund im Doppel. Nachdem sie in der ersten Runde der Einzelkonkurrenz noch an der klar favorisierten Elise Mertens aus Belgien scheiterte, schaffte sie im Damen-Doppel die große Sensation: An der Seite Russin Vera Zvonareva gewann sie in New York überraschend den zweiten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere. Mit dem Erfolg schaffte die Stuttgarterin Historisches: Seit Claudia Kohde-Kilsch im Jahr 1985 konnte keine deutsche Spielerin mehr den Doppelwettbewerb bei den Damen in Flushing Meadows gewinnen. Ihren ersten Major-Titel hatte Siegemund an gleicher Stelle bereits im Jahr 2016 gefeiert, als sie zusammen mit Mate Pavic die Mixed-Konkurrenz gewann.

Auf ihrem Siegeszug schlug das deutsch-russische Duo, das erst kurz vor dem Turnier als Doppelpaarung zusammengefunden hatten, unter anderem die Vorjahressiegerinnen Aryna Sabalenka und Elise Mertens sowie die Top-Spielerinnen Victoria Azarenka und Sofia Kenin. Im Endspiel wartete dann die an Nummer drei gesetzte Paarung mit Nicole Melichar und Xu Yifan. Aber auch hier behielten Siegemund und Zvonareva die Oberhand und konnten, auch dank der herausragenden Vorstellung der DTB-Spielerin, den Matchball zum 6:4, 6:4-Erfolg verwandeln.

Neben dem historischen Erfolg sorgte die 32-Jährige dann während der Siegerehrung auch noch für einen der emotionalsten Momente des Turniers, als sie den Titel unter Tränen ihrer kurz zuvor verstorbenen Tante widmete. In ein paar Wochen will die deutsch-russische-Paarung nun auch in Paris zusammen beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres, den French Open, auf Titeljagd gehen.

DTB-Präsident Ulrich Klaus begeistert

Diese zwei Wochen in New York bleiben unvergessen. Erst beschert unsere langjährige Fed Cup-Spielerin Laura Siegmund dem deutschen Tennis einen weiteren Grand Slam-Titel, dann verpasst Alexander Zverev in einem an Spannung kaum zu überbietenden Finale denkbar knapp seinen ersten Majors-Sieg. Beide haben mit ihrem Kampfgeist und ihrer Leidenschaft begeistert und den Tennissport nach der langen Turnierpause wieder direkt in die Öffentlichkeit gebracht“, zeigt sich DTB-Präsident Ulrich Klaus über das Abschneiden der beiden Deutschen glücklich.