FREUDE UND HOFFNUNG IN ST. MORITZ (SUI)

Hannah Neise sichert sich Olympiaticket / Jacqueline Lölling muss auf Härtefallregelung hoffen

Hannah Neise sichert sich im letzten Weltcuprennen der Saison in St. Moritz das Ticket für ihre erste Olympiateilnahme. - Fotos: BSD/Viesturs Lacis

ST. MORITZ / WINTERBERG. (pst) Der Abschluss der Weltcupserie im Skeleton stand bei den Skeletondamen ganz im Zeichen der fehlenden Qualifikationsergebnisse für Jacqueline Lölling (RSG Hochsauerland) und Hannah Neise (BSC Winterberg). Beide benötigten zur Erreichung der Olympianorm einen Platz unter den ersten Acht.

Nach dem ersten Lauf war klar, dass es für beide eine Zitterpartie wird. Neise lag aussichtsreich auf Platz sechs, Lölling war nur Fünfzehnte. Der Brachbacherin Lölling gelang im zweiten Lauf zwar noch eine Verbesserung, aber es langte in der Gesamtwertung der beiden Läufe nur für Platz zwölf. Neise schaffte mit einer Punktlandung das erwünschte Ergebnis und wurde beim Sieg der Australierin Jaclyn Narracott als beste Deutsche am Ende Achte. Zweite wurde die Niederländerin Kimberley Bos, die sich damit den Gesamtweltcup sicherte. Tina Hermann vom WSV Königssee als dritte Deutsche wurde Zehnte.

„Ich war noch ein wenig krank, kein Corona. Darum ist die Erleichterung schon groß. Es fällt ein bisschen Last von mir ab. Ich habe versucht, das Wetter und die Bahn zu genießen. Ich liebe St. Moritz. Der erste Lauf war besser als der Zweite”, sagte Neise, für die das Rennen Rang vier bei der gleichzeitig im Race-in-Race-Modus ausgetragenen Europameisterschaft bedeutete. Lölling hofft nun auf die Härtefallregelung bei der Olympianominierung des DOSB: “Es haben heute zu viele Sachen gefehlt, um vorne mitzufahren. Es ist sehr bitter. Ich hatte es mir nach dem Training besser erhofft.” Bundestrainer Christian Baude meinte: “Wir haben es heute nicht geschafft, Speed zu kreieren. Mich freut es für Hannah, die mit Platz acht die Olympiaqualifikation geschafft hat. Für Jacqua hat es nicht ganz gereicht.

Wir werden trotzdem beim DOSB den Sonderantrag stellen – aufgrund ihrer Erfolge bei Olympia und der WM.” Ob der Antrag Erfolg hat, zeigt sich spätestens am kommenden Mittwoch, wenn der deutsche Kader für Peking bekannt gegeben wird.