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DIE GOLDMDEAILLENGEWINNERINNEN UND -GEWINNER BEI DER U23 EUROPAMEISTERSCHAFT

U23 - EM: 4x Gold für den DRV \\ von Dag Danzglock

(c) meinruderbild

KREFELD. Mit 11 von 13 gemeldeten Booten war das Team des DRV in den Finals vertreten und hatte so bereits vor dem Finaltag die Zielsetzung weitgehend erreicht. Auch am Sonntag konnten die Rennen weitgehend bei guten und fairen Witterungsbedingungen gerudert werden. Gegen 15:00 Uhr erzwang ein Gewitter eine Unterbrechung von 50 Minuten, bevor die letzten Rennen im engen Zeittakt gestartet wurden. Die Siegerehrung erfolgte dann im Block, damit die Nationen ihre Abreisezeiten einhalten konnten.

Goldmedaillen:

Nach dem starken Auftritt im Vorrennen gehörten Adrian Reinstädtler und Moritz Küpper (Frankfurter RG ‚Germania‘ 1869 e.V / RC „Westfalen“ Herdecke 1929 e.V.) im LG-Doppelzweier zum Favoritenkreis im Kampf um Gold. Dieser Rolle wurde das Team in eindrucksvoller Weise gerecht. Mit einem präzisen Spurt zur Streckenhälfte setzten sie sich vom Feld ab und bauten ihren Vorsprung bis in das Ziel auf mehr als drei Längen aus. Silber ging nach starkem Endspurt auf der Außenbahn an Ungarn, das Portugal noch abfangen konnte. 

Die Verschiebung ihres Rennens brachte Philip Dosse und Jakob Geyer (Der Hamburger und Germania RC e.V. / Berliner RC e.V.) nicht aus der Ruhe. Sie gingen direkt nach dem Start in Führung und bauten diese bis zur Streckenhälfte auf mehr als zwei Längen aus. Dahinter Griechenland, Belgien und Italien, die sich einen engen Kampf lieferten und auf der Ziellinie bis auf eine Länge an das DRV-Boot heranruderten. Griechenland holt Silber, Belgien mit drei hundertstel einer Sekunde vor Italien Bronze. Europameister aber wird das Boot aus Deutschland!

Zumindest für die Zuschauer lieferten Charlotte Heyltjes und Anna Händle (Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim e.V. / Würzburger RV Bayern von 1875/1905 e.V.) im LG-Zweier ohne eine echte Überraschung. Nach der klaren Niederlage im Bahnverteilungsrennen drehten sie heute den Spieß um. Zwar gingen die Italienerinnen zunächst in Führung, aber im zweiten Streckenviertel übernahm das DRV-Boot die Initiative und ruderte mit 10 Sekunden Vorsprung in das Ziel.

Eine vergleichbare Wendung wollte der LG-Doppelvierer mit Paul Maissenhälter / Philip Kaltenborn / Tobias Böhm / Johann Kleis (RV Neptun Konstanz / Stuttgarter Cannstatter RC von 1910 / Mainzer RV 1878 e.V. / RV Treviris Trier e.V.) unbedingt vermeiden. Dies gelang dem Quartett mit einem eindrucksvollen Start-Ziel-Sieg über Italien, der mit der Goldmedaille belohnt wurde.

Platzierungen:

Mit dem vierten Platz im LG-Einer schloss Helena Brenke (Karlsruher RV Wiking von 1879 e.V.) die Regatta zufrieden ab. Im Rennen lag sie bis zur Streckenhälfte auf dem 5. Rang und konnte sich dann noch eine Position vorkämpfen. An der Spitze lieferten sich Italien und die Schweiz initial einen harten Kampf um die Führung, die auf den zweiten 1000m Marion Heiniger (Schweiz) endgültig übernahm und zu Gold ruderte. Rang 2 ging an Italien vor Portugal. 

In einem starken Finale ruderte der Vierer ohne in der Besetzung Leon Braatz / Leonard Bührke / Jannis Matzander / Max-Lennart Rosenfeld (RC Bergedorf e.V. / RV Münster von 1882 e. V. / RC Favorite Hammonia, Hamburg / Lübecker RG von 1885 e.V.) ebenfalls auf den vierten Rang. Bis zur Streckenhälfte lag das Feld bei Führung der Rumänen eng zusammen. Dann setzte sich aber ein Trio ab, von dem Rumänien zu Gold ruderte und Polen mit einiger Mühe das anstürmende Großbritannien auf Bronze verweisen konnte. Dahinter dann das DRV-Boot, das im Endspurt noch Tschechien auf Abstand hielt und mit diesem Griechenland überruderte. 

Vier Boote lagen im LG-Doppelzweier mit Rieke Hülsen / Lea Schneider (TSV Otterndorf von 1862 e.V., RA / Kettwiger RG von 1906 e.V.) am Start. Im Bahnverteilungsrennen hatten sie Dänemark noch distanzieren können, jedoch musste die DRV-Crew im Endspurt den Skandinavierinnen den Vortritt lassen. An der Spitze ging Griechenland zunächst knapp in Führung, aber die Italienerinnen dominierten letztlich das Rennen und ruderten so zu Gold.

Celina Grunwald und Lina Götze (Hanauer RC Hassia e.V. / RK am Wannsee e.V.) setzten sich im Doppelzweier gegen Estland durch und beendeten die Regatta mit dem 5. Rang. Vor ihnen sahen die Zuschauenden einen harten Kampf um die Spitze, in dem die Schweiz lange vorne lag. Dem Endspurt der Rumäninnen konnte sie aber nicht mehr gegenhalten und musste 250m vor dem Ziel die Führung abgegeben. Bronze gewann Griechenland vor Litauen. 

Bereits im Bahnverteilungsrennen lag das DRV-Boot mit Sven Achterfeld / Hannes Post / Leonardo Rosenquist / Elias Wittenburg / Florian Unold / Valentin Wiering / Max Goede / Justus Beckmann / St. Florian Koch (Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim e.V., RV Münster von 1882 e.V., RC Allemannia von 1866, Hamburg / LRV Mecklenburg-Vorpommern von 1990 e.V. / Münchener Ruder-Club e.V. / RV Treviris Trier e.V. / Schweriner RG von 1874/75 e.V. / RV Bochum von 1920 e.V. / Donau RC Ingolstadt e. V.) knapp hinter der Ukraine. Zur Streckenhälfte legten die Osteuropäer ihren Bugball vor dem des DRV-Bootes und ruderten zu Bronze. Den Titel sicherte sich Rumänien mit knapp einer Länge vor Großbritannien nach einem enormen Endspurt.

Zwei harte Rennen hatte Paula Lutz (Mannheimer RC von 1875 e.V.) im Einer am Sonntag zu bestehen. Am Vormittag qualifizierte sie sich mit einem zweiten Rang hinter der Belgierin Mazarine Guilbert, die bei der U23-WM bereits den vierten Platz erruderte, für das A-Finale. Dieses war dann eine klare Angelegenheit für die U23-Weltmeisterin Aurelia-Maxima Janzen (Schweiz), die Krefeld zur Vorbereitung auf die A-WM in Belgrad nutzte. Ihr Sieg war zu keiner Zeit gefährdet; um die Medaillenverteilung ruderten Anna Santruckova und die Belgierin mit am Ende Silber für die Tschechin. Paula Lutz ging das Rennen engagiert an, musste aber zur Streckenhälfte dem Programm Tribut zollen und wurde Sechste.

Der DRV-Frauen-Achter wurde aufgrund zweier aufeinander folgender akuter Erkrankungen kurzfristig abgemeldet, so dass Rumänien im Alleingang zur Meisterschaft ruderte. Eine zweite Ummeldung hatte european rowing nicht mehr akzeptiert. Bereits das Bahnverteilungsrennen hatten die Osteuropäerinnen klar gewonnen.

B-Finals: 

Mit dem neunten Platz schloss Adrian Mengedoht vom Karlsruher RV Wiking von 1879 e.V. im LG-Einer die Regatta ab. Das B-Finale gewann der Grieche Efstratios Triantafyllou vor Portugal deutlich. Möglicherweise hatte sich Andre Ferreira mit einem Krebs bei 700m, der ihn auf den sechsten Rang zurückwarf, um den Sieg gebracht. 

Gegen das Boot der Ukraine konnten sich Kacper Dobrzalski / Linus Seibert / Jonas Stäcker / Till Schindelhauer (Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg v. 1884 u. Nelson v. 1874 e.V. im SV Halle / RG Hansa Hamburg e.V. / Der Hamburger und Germania RC e.V. / Rudervereinigung Kappeln im TSV Kappeln von 1876 e.V.) heute nicht durchsetzen und schlossen die Regatta mit dem achten Rang ab. 

Das war ein ordentliches Ergebnis“, bilanziert Bundestrainer Markus Schwarzrock die Resultate. „Viermal Gold ist mehr als erwartet und auch die Finalplatzierungen fielen positiv aus. Unser Ansatz, junge Athletinnen und Athleten an internationale Aufgaben heranzuführen, war somit erfolgreich. Sie haben auch das internationale Niveau erlebt, weil viele Nationen mit ihrer ersten Reihe gestartet sind“.   

Die Medaillen verteilten sich auf 18 der 22 teilnehmenden Nationen. An der Spitze liegt Rumänien mit acht Titeln und einer Silbermedaille vor dem DRV (4 Titel) sowie der Schweiz (drei Titel und je einmal Silber und Bronze). In der Bewertung ist zu berücksichtigen, dass Medaillen nur dann an alle Teams vergeben werden, wenn mehr als drei Meldungen zu dem jeweiligen Rennen eingegangen sind. Dies war immerhin in sieben Rennen nicht der Fall, zudem ist der BLW4x ausgefallen. 

Insgesamt blickt Christoph Lüke als Leiter des Organisationskomitees zufrieden auf die Regatta. „Das Team hat gut zusammengearbeitet und wir hatten eine gute Unterstützung durch das Land, die Stadt und einige Firmen aus unserem Netzwerk. Deshalb werden wir uns für neue Events bewerben und sind dafür gut gerüstet.“ 

Die Ergebnisse sind über die Seite von worldrowing oder folgendem link nachlesbar:

https://wyniki.wioslarstwo.poznan.pl/details.php?url=./results_pdf/280___27-08-2023___European%20Rowing%20U23%20Championships/

Im nächsten Jahr wird die U23-EM in Edirne (Türkei) gerudert. Als Termin ist das erste Septemberwochenende (07. / 08.) vorgesehen.

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