ZWEIMAL SILBER UND EINMAL BRONZE FÜR DAS DEUTSCHE TEAM

U19-EM \\ von judith garbe

Der JW4+, JW2- und JM8+ freuten sich über die Medaillen in München. Foto: DRV/Seyb

MÜNCHEN. Bei der Heim-Europameisterschaft in München-Oberschleißheim haben die Athletinnen und Athleten des Deutschen Ruderverbandes insgesamt drei Medaillen – 2 x Silber und 1 x Bronze – gewonnen.

Zahlreiche Zuschauer hatten den Weg an die Olympia-Regattastrecke, die auch am zweiten Tag der europäischen Titelkämpfe im Sonnenschein erstrahlte, gefunden. Einzig der starke Gegenwind machte den Teilnehmenden wieder zu schaffen. Für fast alle deutschen Sportlerinnen und Sportler war es der erste internationale Auftritt, bei dem es vordergründig darum ging, Erfahrungen zu sammeln und internationale Regattaluft zu schnuppern.

Silber für den JW4+
Die erste Medaille für das deutsche Team holten Leonie Ristow, Michelle Lebahn, Miriam Fiedelius, Leticia Edel und Steuerfrau Alev Gündüz (RC Potsdam/Stralsunder RC/LRV Mecklenburg-Vorpommern von 1990/RU Arkona Berlin) im Juniorinnen-Vierer mit Steuerfrau. Bei nur drei gestarteten Booten – die Ukraine ging nicht an den Start – hatte das Quintett schon vor dem Start des Finales eine Medaille sicher – nur die Farbe war noch nicht entschieden. Wie schon im Bahnverteilungsrennen mussten die Deutschen am Ende nur den Italienerinnen den Vortritt lassen. „Man hat heute schon gemerkt, dass es um etwas geht. Wir sind am Ende auf jeden Fall gut reingekommen, am Anfang hätte es ruhig noch etwas explosiver sein können. Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden und können es auch noch nicht ganz so realisieren, hier vor heimischen Publikum Silber gewonnen zu haben“, so Leonie Ristow.

Carius und Fischer sind Vize-Europameisterinnen im JW2-
Nach ihrem Vorlaufsieg hatten sich Elena Carius und Franziska Fischer (SC Magdeburg e.V. Abteilung Rudern/RC Potsdam) im Juniorinnen-Zweier ohne berechtigte Hoffnungen auf Edelmetall gemacht. Im heutigen A-Finale hat das Duo erneut eine super Leistung abgerufen, lag zwischenzeitlich sogar auf Goldkurs. Doch die Griechinnen waren heute einfach vor allem auf der zweiten Streckenhälfte zu stark. Die Deutschen lieferten sich einen spannenden Zweikampf mit der Türkei um Silber und Bronze – mit dem silbernen Ende für Carius und Fischer. „Wir sind auf jeden Fall zufrieden. Wir konnten unseren Rennplan umsetzen. Mit dem Wind am Ende war es schon super anstrengend“, freut sich Franziska Fischer und Elena Carius ergänzt: „Wir mussten auf den letzten 500 m schon gut kämpfen, konnten aber gut gegenhalten.“

JM8+ jubelt über Bronze
Wie bei jeder Regatta bildet das Achter-Rennen den Abschluss – in diesem Falle einen bronzenen für das deutsche Team. Noah Anger, Aaron Böhm,  Jonas Wollrab, Viktor Schönwandt, Paul Stern, Max Goede, Valentin Wiering, Ole Hanack und Steuerfrau Emma Lauri Mehner (Ulmer RC Donau/Frankfurter RC Germania 1869 e.V./Dresdner RC/LRV Mecklenburg-Vorpommern von 1990 e.V./RV Treviris 1921 e.V. Trier/Hanauer RC Hassia/Dresdner RC) haben sich in einem spannenden Rennen die Bronzemedaille erkämpft. An der Spitze gab das Boot aus Rumänien das Tempo vor, gefolgt von Russland. Deutschland lag zunächst auf Rang vier, konnte sich aber auf der zweiten Streckenhälfte auf den dritten Rang vorschieben und die Bronzemedaille vor Tschechien absichern. Valentin Wiering zeigte sich sichtlich zufrieden nach dem Rennen: „Wir konnten gerade auf den zweiten 1000 nochmal rausfahren und uns dann klar platzieren. Unser Ziel haben wir erreicht und damit sind wir sehr zufrieden“.

JM2x verpasst Medaille knapp
Als Halbfinal-Dritter haben sich Konstantin Kluge und Johannes Langhans (RK Flensburg/Ratzeburger RC) das letzte Finalticket im Junioren-Doppelzweier gesichert. Im großen Finale lagen sie lange Zeit sogar auf Goldkurs, auf den letzten 500 m gingen dem Duo dann aber leider die Kräfte aus. Polen, Tschechien und Kroatien zogen am deutschen Boot noch vorbei und ließen den Traum einer Medaille platzen. Aber auch auf den vierten Platz können die beiden stolz sein. 

JW4x wird Sechster
Für Ayse Gündüz, Isabell Heine, Laura Czerr und Ineke Teichmann (Ruder-Union Arkona Berlin e.V./Dresdner RV/RU Arkona Berlin/RC Potsdam) hat es heute leider nicht zu einer Medaille im Juniorinnen-Doppelvierer gereicht. Das Quartett verlor schon auf den ersten 500 m den Anschluss an die Spitze und wurde am Ende Sechster.

JM4x verpasst Medaille
Mit dem Sieg im Halbfinale am Vormittag hatten sich Justus Meis, Kaspar Dobrzalski, Christian Aethner und Kjell van der Bergh (Universitätssportverein TU Dresden e.V. Abt. Rudern/Hallesche-Ruder-Vereinigung Böllberg v. 1884 u. Nelson v. 1874 e.V. im SV Halle/Universitätssportverein TU Dresden e.V. Abt. Rudern/Der Hamburger und Germania Ruder Club e.V.) im Junioren-Doppelvierer in die Favoritenrolle für das A-Finale gerudert. Auf den ersten 1.000 m sah es zunächst auch nach einer Medaille aus, aber auf der zweiten Streckenhälfte mussten sie den zwei kräftezerrenden Rennen vom Vortag und Vormittag Tribut zollen, Die Kraft schwand und sie wurden ans Ende durchgereicht. Damit beenden sie die EM auf dem sechsten Rang.

Platz vier für JW4- 
Wie schon im Bahnverteilungsrennen gestern war für Leandra Hogrefe, Carlotta Kellinghusen, Johanna Hansen, Frida Dettmann (RV Wandsbek/RV Kappeln im Turn- und Sportverein Kappeln von 1876 e.V./RG Hansa e.V.) im Juniorinnen-Vierer ohne heute nicht mehr als der vierte und letzte Rang drin. Bereits nach Streckenhälfte hatte das Quartett schon drei Sekunden Rückstand auf den Bronzerang. Auf den zweiten 1.000 m konnten sie die Sekunden nicht mehr aufholen.

JM4- rudert auf Platz sechs
Mit Platz drei im Halbfinale hatten Simon Ternka, Michel Wieck, Hanno Wetjen und Leonardo Rosenquist (RC Favorite Hammonia/RC Potsdam/RC Favorite Hammonia/RC Allemannia von 1866 e.V.) im Junioren-Vierer ohne am Vormittag das letzte Finalticket gelöst. Im Kampf um die Medaillen konnten sie dann aber nicht mitmischen. Auf den zweiten 1.000 m verlor das Quartett den Anschluss an die Spitze und wurde am Ende Sechster.

JM4+ wird Vierter
Lennart van Beem, Sven Achterfeld, Fynn Strozyk, Janne Rosendahl und Steuermann Tim Wadewitz (Essen-Werdener Ruder-Club von 1896 e.V./RRG Mülheim e.V./RR ETUF Essen e.V./Regatta-Verband Ems-Jade-Weser / Team Nord West/RC Hansa von 1898 e.V. Dortmund) haben eine Medaille im Junioren-Vierer mit Steuermann knapp verpasst. Beim eindrucksvollen Sieg des Junioren-Weltmeisters aus Italien wurde das deutsche Boot am Ende Vierter. Zwei Sekunden fehlten zu Bronze

Rang vier für JW8+ 
Mit dem Kampf um die Medaillen hatten Elena Günthner, Marlene Lauter, Lotta-Laura Schmidt, Lina Breitenfeld, Raphaela Werner, Nele Sasse, Sandra Berner, Kathrin Juschka und Steuerfrau Alexandra Marx (RK am Wannsee/RC Allemannia von 1866 e.V./Crefelder RC/Mainzer RV 1878 e.V./RG Eberbach 1899 e.V./Saarbrücker RG Undine e.V.) im Juniorinnen-Achter heute leider nichts zu tun. Nach einem guten Start konnte das deutsche Boot auf den ersten 500 m noch gut mithalten, musste aber im weiteren Rennverlauf abreißen lassen. Am Ende ruderten sie als Fünfte über die Ziellinie.

JW1x: Heyltjes gewinnt C-Finale
Nach dem verpassten Halbfinaleinzug stand für Einerfahrerin Charlotte Heyltjes (Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim e.V.) heute das C-Finale an. In diesem konnte sie sich gegen ihre einzige Konkurrentin aus Bosnien-Herzogowina durchsetzen. Damit beendet Heyltjes die EM auf dem 13. Rang.

JM1x: Geyer wird Siebter
Als Fünfter seines Halbfinales hatte Jakob Geyer (Berliner RC) das Finale verpasst. Für den Berliner stand am Nachmittag das B-Finale auf dem Programm. Dieses konnte Geyer mit einer starken Vorstellung für sich entscheiden. Damit beendet er die EM auf dem siebten Rang.

 

Platz 11 für JW2x
Für Kristin Scholz und Lea Schneider (Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim e.V./Kettwiger RG) hat es nach Platz fünf im Halbfinale nicht für den Endlauf im Juniorinnen-Doppelzweier gereicht. Im B-Finale kam das Duo erneut nicht über Platz fünf hinaus. Somit fahren sie als EM-Elfte nach Hause.

 

JM2- beendet EM auf Rang zehn
Als Vierter ihres Halbfinales haben Thorben Fischer und Jamie Köhler (beide RC Potsdam) das Finale Junioren-Zweier ohne ganz knapp verpasst. Im B-Finale lagen sie bis zur 1500-m-Marke auf Rang zwei, mussten aber im Endspurt die Boote aus Griechenland und Österreich noch ziehen lassen. Damit beenden sie die EM auf Rang zehn.

Fazit der Junioren-Bundestrainerin:
Für die Junioren-Bundestrainerin Sabine Tschäge war es am Ende ein „geglückter Auftritt“. „Es war gut, weil wir mitgekämpft haben. Man sieht aber natürlich auch, dass die Mannschaften, die vorne lagen, auch einige erfahrenere und teilweise ältere Athletinnen und Athleten vorweisen konnten“. Die Bundestrainerin ergänzte: „Für viele war es hier der Auftakt auf internationaler Ebene. Wir wollten gezielt, dass die jüngeren internationale Erfahrung sammeln und das ist uns geglückt. Jetzt liegt es natürlich an ihnen daraus auch etwas mitzunehmen.“

Alle Ergebnisse findet ihr hier.

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass das Team von Regatta München in der Organisation und Durchführung einer internationalen Regatta super Arbeit leistet. Ruderregatten auf der Olympia-Regattastrecke sind immer wieder ein absolutes Highlight und wir freuen uns schon jetzt auf die European Championships im kommenden August.