ERFOLGREICHE VORLÄUFE FÜR DEUTSCHE TEAMS IN SABAUDIA

von Hajo Hollat

Leonie Menzel und Annekatrin Thiele sicherten sich den direkten Finaleinzug. Foto: DRV/Seyb

SABAIDIA . (ITA) Der Weltcup III in Sabaudia startet gut für die deutschen Teams. Bei sonnigen 25 Grad und leichtem Wind traten die Boote heute in den Vorläufen und Testrennen an. Am Ende des Tages sind bereits sechs Boote für die A-Finals qualifiziert, für fünf weitere Boote geht es morgen in die Halbfinal- und Hoffnungsläufe.

Elisabeth Mainz eröffnet den Weltcup III aus deutscher Sicht
Das erste Rennen des Weltcup III in Sabaudia eröffnete Elisabeth Mainz (Ruder-Union Arkona Berlin 1879 e.V.). Bei ihrem Weltcup-Debüt traf Mainz jedoch direkt auf starke Konkurrenz. Insbesondere die Schweizerin Sofia Meakin, die Niederländerin Martine Veldhuis und die Italienerin Paola Piazolla dominierten das Testrennen und setzten sich auf den ersten drei Plätzen ab. Mainz gelang es bis zur 1000 Meter Marke noch auf Schlagdistanz zu bleiben, verlor dann jedoch an Distanz auf ihre vorliegenden Boote.

Großen Grund zur Trauer über den sechsten Platz gibt es nicht, denn aufgrund der geringen Meldezahl erhält die deutsche Leichtgewichtsruderin bereits morgen eine zweite Chance. Im A-Finale trifft sie dann in gleicher Konstellation auf ihre Kontrahentinnen und kann sich nochmal neu beweisen und alles aus sich herausholen.

Dunkel/Kammann im Hoffnungslauf
Für Friedrich Dunkel (Alster-Ruderverein Hanseat von 1925 e.V.) und Marc Kammann (Der Hamburger und Germania Ruder Club e.V.) ist es nach der Finalen-Olympia-Qualifikation der zweite Auftritt auf großer internationaler Bühne. Lediglich die Plätze eins und zwei erhielten heute den direkten Einzug in das A-Finale. Das deutsche Duo von Trainer Eric Johannesen startete gut und hielt auf den ersten Metern mit.

Ab 1000 Metern zeichnete sich jedoch ab, dass es ganz schwer werden wird unter die Top-zwei zu kommen. Die Kroaten und Briten machten dementsprechend das Rennen. Dahinter entwickelte sich ein Kampf um den dritten Platz, den Dunkel/Kammann für sich entscheiden konnten. Morgen im Hoffnungslauf wird es dann darum gehen, sich einen Platz im A-Finale am Sonntag zu sichern. Trainer Eric Johannesen peilt auch genau dies an: „Wir hätten uns natürlich gerne den Hoffnungslauf gespart aber Kroatien und England sind es auch gut gefahren. Die Zielsetzung für morgen ist dann aber definitiv das A-Finale.“

Ein Frauen-Doppelzweier im Finale, einer im Halbfinale
Im Vorlauf des Frauen Doppelzweiers traten zwei deutsche Boote an, doch insgesamt konnte sich nur ein Boot direkt für das Finale qualifizieren. Leonie Menzel (Ruderclub Germania Düsseldorf 1904 e.V.) und Annekatrin Thiele (SC DHfK Leipzig e.V.) konnten nach der geglückten Olympia-Qualifikation vor knapp drei Wochen voller Selbstbewusstsein das Rennen angehen – und taten dies auch. Mit einem Start-Ziel-Sieg sicherte sich das Duo den direkten Finaleinzug.

Lena Osterkamp (Deutscher Ruder-Club von 1884 e.V.) und Laura Kampmann (Turnverein 1877 e.V. Essen-Kupferdreh) haben nach ihrem Rennen das Weltcupdebüt hinter sich. Auf den ersten 500 Metern konnten die Debütantinnen auch zunächst gut mithalten, mussten sich gegen Ende jedoch hinter den beiden italienischen Booten auf dem vierten Platz einreihen. Für den morgigen Hoffnungslauf sprach Osterkamp bereits die klare Devise aus: „Wir möchten nicht letzter werden.“. Denn die ersten vier der fünf Boote können sich dann noch einmal den Finaleinzug sichern.

Pia Greiten auf direktem Wege im Halbfinale
Pia Greiten (Osnabrücker Ruder-Verein e.V.) startete heute zum ersten Mal wieder im Einer auf einer internationalen Regatta im Jahr 2021 – mit Erfolg. Denn auch Greiten gelang heute ein Start-Ziel-Sieg, der zwar kurz gefährdet war, jedoch durch einen starken Schlussspurt ins Ziel getragen werden konnte. Die Boote aus Namibia und Frankreich versuchten Greiten auf den 2000 Metern das Leben schwer zu machen, brachten die 24-jährige jedoch nicht aus dem Konzept. Morgen früh im Halbfinale gilt es dann an den guten Leistungen anzuknüpfen, um sich einen der begehrten Plätze fürs Finale zu sichern.

Zeidler und Riemekasten liefern sich ein Duell – beide im Halbfinale
Auch im Männer-Einer gingen heute zwei Boote im gleichen Vorlauf an den Start. Lediglich der erste Platz qualifizierte sich für das morgige Halbfinale, für die verbliebenen Boote führte der Weg über den Hoffnungslauf am Freitagnachmittag. Oliver Zeidler (Donau-Ruder-Club Ingolstadt e.V.) erwischte den gewohnt guten Start und setzte sich schnell auf dem ersten Platz ab. Wer nun dachte, dass es ein Selbstläufer werden würde, wurde getäuscht, denn sein Landsmann Stephan Riemekasten blieb ihm auf den Fersen und übte insbesondere auf der Mitte der Strecke gehörig Druck auf Zeidler aus. Über das gesamte Rennen hinweg konnte Riemekasten auf knapp zwei Sekunden dranbleiben und überquerte als zweiter das Ziel, vor den Booten aus Brasilien, Großbritannien und Israel. Den Laufsieg und direkten Halbfinaleinzug sicherte sich letztendlich dennoch verdient Oliver Zeidler, der mit einer knappen Bootslänge Vorsprung ins Ziel ging. Vater und Trainer Heino Zeidler sagte nach dem Rennen: „Es war ein guter Auftakt. Morgen wollen wir das Halbfinale gewinnen und sind gespannt, was insbesondere der Norweger dagegen einzuwenden hat.“

Am Nachmittag ging es für Riemekasten dann in den Hoffnungslauf, um sich für das morgige Halbfinale zu qualifizieren. Noch am Freitag erklärte Riemekasten: „Ich möchte von meiner Leistung her an das letzte Rennen aus Luzern anknüpfen.“ Und das sollte ihm am heutigen Tage sowohl im Vor- als auch im Hoffnungslauf gelingen. In letzterem lag er lange Zeit auf dem ersten Platz und gab die Führung erst kurz vor Schluss an den Briten George Bourne ab. Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass morgen mit Zeidler und Riemekasten gleich zwei deutsche im Halbfinale der Männer-Einer stehen.

Frauen-Doppelvierer sichert sich Platz im Finale
Für den Frauen-Doppelvierer setzt sich die positive Marschrichtung der letzten Regatten fort. Am Lake Paola, Sabaudia, setzten sich Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide, Franziska Kampmann und Daniela Schultze (RG Germania e.V. Kiel/DRC Hannover/ RV Waltrop/RC Potsdam) früh an der Spitze ab, lediglich verfolgt von den Polinnen. Im Zieleinlauf trennten die beiden Boote dennoch fünf Sekunden. Der erste Platz sichert dem Team um Trainer Marcin Witkowski den direkten Einzug ins Finale am Sonntag. Dadurch bleibt der morgige Tag zur Regeneration, bevor alle Kräfte für das letzte Rennen vor Tokio mobilisiert werden.

Beide Männer-Doppelvierer wollen Sonntag angreifen
Auch im Männer-Doppelvierer gingen heute zwei deutsche Boote an den Start. Aufgrund der geringen Meldezahl kam es jedoch lediglich zu einem Testrennen. Das deutsche Quartett um Tim Ole Naske, Karl Schulze, Hans Gruhne und Max Appel (Ruder-Gesellschaft HANSA e.V/Berliner Ruder-Club e.V/Ruder-Club Potsdam e.V./SC Magdeburg e.V.) blieb über weite Streckenteile an den drei Booten aus Polen, Italien und Norwegen dran. Auch im Ziel lag das deutsche Boot nur zwei Sekunden hinter Platz zwei – muss sich für heute jedoch zunächst mit einem vierten Platz begnügen. Am Sonntag im Finale werden die Karten dann neu gemischt, so dass die Männer um Trainer Marcus Schwarzrock Angriff auf die vorderen Plätze nehmen können.

Der zweite deutsche Männer-Doppelvierer ruderte auf Platz fünf. Die noch jungen Henrik Runge, David Junge, Anton Finger und Julius Rommelmann (Ruder-Gesellschaft HANSA e.V/Berliner Ruder-Club e.V./Berliner Ruder-Club e.V./Renn-Ruder-Gemeinschaft Mülheim e.V.) konnten bei ihrem Weltcup-Debüt nicht um die vorderen Plätze mitmischen. Dennoch zeigten sie eine gute Leistung, gaben dabei keinen zu großen Abstand her und können sich nun ebenfalls im Finale am Sonntag noch einmal präsentieren.

Männer-Achter auf Kurs
Auch der Deutschlandachter feierte in Sabaudia ein Debüt, zumindest das neue Boot aus der Werft von Empacher. Das Team um Johannes Weißenfeld, Laurits Follert, Olaf Roggensack, Torben Johannesen, Jakob Schneider, Malte Jakschik, Richard Schmidt, Hannes Ocik und Martin Sauer (Ruderclub ‚Westfalen‘ 1929 e.V. Herdecke/Crefelder Ruder-Club 1883 e.V./Ruder-Club Tegel 1886 e.V./Ruder-Club Favorite Hammonia/Ruderklub am Baldeneysee e.V./Ruderverein Rauxel von 1922 e.V./Ruderverein ‚Treviris 1921‘ e.V. Trier/Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 e.V./Berliner Ruder-Club e.V.) trat heute im Testrennen einzig gegen das italienische Boot an.

Ziel war es neben der Wettkampfpraxis, auch weiter am Feinschliff zu arbeiten und „Dinge“ auszuprobieren. Trainer Uwe Bender zeigte sich nach dem Rennen insgesamt zufrieden mit dem Verlauf: „Die ersten 500 Meter waren gut, die zweiten dann nicht ganz so. Wir sind da in ein kleines Loch gefallen, welches die Italiener durch kleine Spurts ausgenutzt haben. Nach 1000 Metern haben wir uns dann jedoch auch wieder gut abgesetzt.“ Am Sonntag im Finale strebt man neben dem ersten Platz auch weiter an, Veränderungen voranzutreiben.

Ausblick auf den zweiten Renntag
Morgen stehen in Sabaudia Hoffnungs- und Halbfinalläufe auf dem Plan sowie das erste Finale des Wochenendes im leichten Frauen-Einer. Worldrowing.com überträgt die Rennen morgen im Livestream. Die Startliste findet ihr bereits hier.