AMALIA SEDLMAYR UND MARC LEMBECK VERPASSEN DIE QUALI

. . . für die Tokio Paralympics

(v.l. Julius Christ, Henning Köncke, Till Martini, Tom Tewes, Robin Goeritz) (c) RTHC LEV.

LEVERKUSEN / GAVIRATE (ITA). (RC) Die beiden RTHC-Pararuderer Amalia Sedlmayr und Marc Lembeck traten bei der finalen paralympischen Qualifikationsregatta in Gavirate (Italien) im PR2-Mixed-Doppelzweier bzw. PR3-Mixed Vierer mit Steuermann an, um dort das begehrte „Ticket“ zu gewinnen.

Der Vierer gewann seinen Vorlauf, während Amalia den Weg über den Hoffnungslauf gehen musste, sich dort aber sicher durchsetzte.
Für beide Boote war im A-Finale die Konkurrenz aber zu stark, so dass sie sich jeweils mit dem fünften Platz zufrieden geben mussten.

Damit richten sich nun alle Pläne auf die Qualifikation für Paris 2024 aus.

Nikita Mohr, Julius Christ und Robin Goeritz qualifizieren sich für die U23-WM in Racice/Tschechien

Parallel maßen sich die deutschen U23-Kadersportler auf dem Küchensee in Ratzeburg. Dort fand die pandemiebedingt zu einer nationalen Einladungsveranstaltung der U23 verkleinerte Ratzeburger Ruderregatta statt.
Da die deutschen Jahrgangsmeisterschaften bereits in die Zeit der unmittelbaren Vorbereitung auf die U23-WM fallen, wurde die Regatta in Ratzeburg als finaler Nominierungswettkampf festgelegt.

Lediglich die Großboote Achter und Doppelvierer standen aufgrund von Vorleistungen aus Kleinboot- und Ergometertests sowie Trainereinschätzungen bereits fest.
Nikita, Julius und Robin mussten in ihren jeweiligen Zielbootsgattungen Lgw.-Einer bzw. Vierer ohne am Samstag alles auf eine Karte setzen, um ihr Ziel WM-Teilnahme zu erreichen.

Matthias Haggenei, der vom Skullen auf das Riemenrudern umgestiegen war, komplettierte die RTHC-Crew und bewarb sich im Lgw.-Zweier ohne.

Die Wetterbedingungen waren an beiden Tagen, anders als vielerorts sonst, gut. Am Samstag schien die Sonne bei frühsommerlichen Temperaturen, allerdings begleitet von einem recht frischen Seitenwind, der von Steuerbord blies und das Rudern ab etwa 800 m technisch erschwerte. Sonntags dagegen schien zwar nicht die Sonne, dafür hatte sich der Wind deutlich abgeschwächt und sorgte für nahezu glattes Wasser auf dem Küchensee.

Leider gingen nicht alle Pläne so auf wie gewünscht.
Robin und Julius wollten sich zusammen mit Tom Tewes (München) und Henning Köncke (Osnabrück) für den Vierer ohne qualifizieren, hätten dafür aber am Samstag den Vierer aus Hannover/Frankfurt schlagen müssen. Das klappte leider nicht, da sie trotz einer starken Verbesserung zum Vorlauf einer Hälfte des nominierten Achters und eben Hannover/Frankfurt den Vortritt lassen mussten. Der anderen Hälfte des Achters „verpassten“ sie zwar 5,7 Sekunden, aber das spielte keine Rolle mehr.
Die Enttäuschung war dementsprechend groß und sich der Aufgabe zu stellen, sich nun erneut für eine nicht olympische Bootsgattung qualifizieren zu müssen, sicher nicht einfach.

Diese aber hat die Crew am Sonntag, gesteuert von Till Martini (wie Robin, Julius und Henning amtierende U23-Europameister im 4+) großartig gelöst. Bei 1250 m waren die Schützlinge von Ralf Müller noch Dritte, sind aber ihr Tempo konsequent weitergefahren und haben den Vierer aus Hamburg, Erlangen und München um 68/100stel Sekunden abgefangen.

Mit diesem fuhren sie später noch Achter u.a. gegen das nominierte Boot. Dessen Ruderer waren aber komplett frisch, da sie vorher kein Rennen hatten, während sechs Ruderer des Zweiten ebenfalls ausgeruht waren. Deswegen blieb mit Platz 3 mit 50/100stel Sekunden auf den Zweiten die Überraschung leider aus, aber es war trotzdem ein gutes Rennen.

Die Nominierung für den Vierer mit Steuermann war der Lohn und die Sportler haben sich letztlich doch darüber gefreut.

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(v.l. Julius Christ, Henning Köncke, Till Martini, Tom Tewes, Robin Goeritz)

Nikita hatte wegen seines Abschneidens in Hamburg unter Wert und seines krankheitsbedingten Ausfalls in München eine schwere Ausgangsposition. Doppelvierer und -Zweier waren praktisch vergeben und um sich für den Einer zu qualifizieren, hätte er diesen gewinnen müssen. Nach dem Vorlaufsieg mit der zweitschnellsten Zeit schien das auch im Bereich des Möglichen zu liegen. Es wurde letztendlich im Finale A aber Platz vier bei den erwähnten schwierigen Seitenwindbedingungen.
Am Sonntag machte Nikita mit dem Sieger des Einers und des Doppelzweiers den Versuch, den designierten Doppelvierer anzugreifen, den dieser souverän abwehrte. Um hier noch etwas zu bewegen, wäre eine Überraschung, sprich ein klarer Sieg nötig gewesen.

Daher ist die WM-Nominierung als Ersatzmann des U23-Leichtgewichts-Skullteams unter Berücksichtigung von Nikitas Stärken und des Saisonverlaufs ein positives Ergebnis, und sie geht auch einher mit der Nominierung zur U23-EM.

Matthias erwischte ein ausgezeichnetes Wochenende.
Auf der ersten Regatta, die er mit seinem Kölner Partner Louis Mück im Zweier ohne absolvierte, ruderte er nach dem Vorlaufsieg im A-Finale gleich auf den zweiten Platz.

Am Sonntag setzten die beiden zusammen mit dem siegreichen Zweier aus Neuss gleich noch eins drauf und entschieden den Vierer ohne souverän für sich.

Da ihnen dies noch nicht genug war, räumten sie mit weiteren Ruderern aus Köln und Hürth auch noch den Achter ab. Mit einer knappen halben Länge war auch hier der Vorsprung klar.

Als noch recht junger U23-Sportler ist Matthias damit zwar nicht zur U23-WM nominiert. Jedoch bestehen gute Aussichten für eine Nominierung zur U23-EM im September. Dafür muss er mit Louis seine Leistung im Zweier ohne auf der Jahrgangsmeisterschaft in Essen bestätigen. Auch weitere Optionen im Vierer und Achter sind denkbar, wenn ähnliche Ergebnisse wie in Ratzeburg erreicht werden.

Insgesamt zog Trainer Ralf Müller ein gemischtes Fazit des Wochenendes. „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen, da wir einige sehr anspruchsvolle Ziele verfehlt haben. Demgegenüber haben wir aber die U23-WM-Nominierung von drei Athleten erreicht und außerdem gute Perspektiven für die U23-EM.“