DIGITALISIERUNG IM FOKUS DER VERBANDSARBEIT

Ein aktuelles und relevantes Thema für den DRV. Foto: Pixabay/Altmann

HANNOVER. Dass Digitalisierung ein relevantes Thema für Unternehmen und Verbände ist, hat nicht erst zuletzt die Corona-Pandemie gezeigt. Für den DRV bedeutete dies in den vergangenen Monaten zunächst eine Verlegung des Arbeitsplatzes von der Geschäftsstelle zum mobilen Arbeiten sowie ein vermehrtes Angebot von Online-Lehrgängen und -Sitzungen. Das Thema der Digitalisierung des Verbandes ist jedoch nicht erst seit Januar dieses Jahrs relevant. Der Wunsch nach einer digitalen Transformation besteht bereits schon länger und soll nun konsequent angegangen werden.

So nimmt sich – der nun seit sechs Monaten vom Präsidium eingesetzte Lenkungsausschuss Digitalisierung mit Steffen Christgau, Wilhelm Hummels, Johannes Rauh und Claus Schicks – dieser Herausforderung und Arbeit an.

Bereits nach kurzer Zeit können einige Ergebnisse vorgewiesen werden. Erstmals wurden die Zielstellungen und Aufgaben der Digitalisierung niedergeschrieben. Diese Aufgabenstellung wurde vom Präsidium beschlossen und in verschiedenen Gremien wie dem Länderrat vorgestellt. „Die Digitalisierung ist ein gemeinsames Projekt. Dazu brauchen wir eine gemeinsame Denkweise, welches wir hiermit geschaffen haben”, betont Siegfried Kaidel.

Darstellung einer zentralen Stammdatenverwaltung. Foto: Eigene Darstellung

Vereinfachung der Verbandsadministration
Der Ansatz, unter Digitalisierung im Rudersport mehr zu verstehen als die Hilfsmittel, die jeder aus seinem Büroalltag kennt, wird zielstrebig gemeinsam verfolgt. Mit Hilfe der Mitarbeiter der Geschäftsstelle konnte ein Mengengerüst zur Erfassung der Bedarfe und Anforderungen in der Verbandsadministration erstellt werden. Damit ist die wesentliche Voraussetzung geschaffen für anstehende Analysen. Ebenso wurde ein Konzept einer kreditorischen Abrechnung von z.B. Sach- und Reisekosten im Gutschriftsverfahren erarbeitet.

Sportnahe Lösungen finden
Das Hauptaugenmerk liegt aber zuerst auf den sportnahen Applikationen. Ein digitales Fahrtenbuch steht seit langem auf der Wunschliste vieler Vereine. Bereits ab 2014 haben sich Mitglieder der Lenkungsgruppe mit diesem Thema beschäftigt, sodass hier bereits ein vollständiges Lastenheft vorliegt. Dieses wird aktuell in Peer-Reviews von Experten geprüft. Noch in diesem Jahr soll das Ergebnis den Fachressorts Vereinsentwicklung und Wanderrudern vorgestellt und diskutiert werden. Die neuen, digitalen Anforderungen für die Organisation und Durchführung von Regatten wurden von einer Arbeitsgruppe erfasst und in einem Lastenheft zusammengefasst. Dieses wird aktuell im Lenkungsausschuss besprochen.

Die Zeit des verbleibenden Jahres wird für einen objektiven Vergleich verschiedener Anbieter für die zentrale Stammdatenverwaltung benötigt. Sobald es Neuigkeiten gibt, werdet ihr hier über rudern.de informiert.

Die Cloud als mögliche Lösung der Zukunft
Ein cloudbasierter Lösungsansatz offenbart verschiedene Vorteile. Den Vereinen kann zunächst eine moderne Online-Plattform angeboten werden. Darüber hinaus können auch bisher nicht angedachte Lösungen für den Ruderbetrieb – in Gemeinschaft mit anderen Vereinen und Verbänden – gefunden werden. So könnten beispielsweise Fahrtenwettbewerbe auf eine noch nie dagewesene Art durchgeführt werden.

Im Mittelpunkt der Arbeit könnte demnach eine zentrale Stammdatenverwaltung für den ganzen Ruderverband stehen. Um diese Datenbasis können dann verschiedene Anwendungen und Funktionen der verschiedenen Anforderungsbereiche angegliedert werden. In den jeweiligen Aufgaben-Modulen kann darüber hinaus auf diese Datenbasis zugegriffen werden, so dass eine Mehrfacherfassung nicht mehr notwendig ist. „Mein Wunsch ist es, einen digitalen DRV zu entwickeln, an dem alle teilhaben und mitmachen – vom Landesruderverband bis zum Ruderverein“, wünscht sich Siegfried Kaidel.