SEBASTIAN FIRNHABER: DRUCK MACHE ICH MIR NUR SELBST

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Sebastian Firnhaber vor dem Spiel gegen Österreich in Köln. - Foto: Sascha Klahn

Letzte Woche Länderspiel-Debüt, ab Freitag bei der ersten Weltmeisterschaft: „Flamme“ brennt auf seine neue Rolle

(BP) Vergangenen Montag begann für Sebastian Firnhaber sein großes WM-Abenteuer: Der 26- jährige Abwehrspezialist vom HC Erlangen mit Spitznamen „Flamme“ startete seinen ersten Nationalmannschaftslehrgang, am Mittwoch und Sonntag absolvierte der gebürtige Buxtehuder, der 2019 vom THW Kiel nach Erlangen gewechselt war, gegen Österreich seine ersten Länderspiele. Seit Dienstag ist Firnhaber nun in Ägypten – und bereitet sich dort auf die Weltmeisterschaft vor.

Beim heutigen virtuellen Medientermin des DHB aus dem Mannschaftshotel in Kairo äußerte er sich zu den ersten Eindrücken und Erfahrungen. Am Freitag (18 Uhr, live in der ARD) steht in Gizeh gegen Uruguay das erste WM-Spiel auf dem Programm.

Seit etwas weniger als einer Woche sind Sie nun Nationalspieler – wie sind Ihre ersten Erfahrungen?

Sebastian Firnhaber: Die Vorfreude ist riesig, das ist alles sehr spannend. Nach der langen Anreise habe ich gut geschlafen und freue mich auf das erste Training in Ägypten. Es war eine sehr intensive Woche in Düsseldorf für mich, ich habe super viele Eindrücke gesammelt. Natürlich ist man stolz, dass man sich als Nationalspieler bezeichnen darf, das motiviert einen für weitere Aufgaben.

Wie war – auch in Zeiten von Corona – Ihr Einstand auf dem Feld?

Sebastian Firnhaber: Die zwei Spiele gegen Österreich waren für mich überragend. Ich war sehr stolz darauf, für mein Vaterland zu spielen. Die Entwicklung vom ersten zum zweiten Spiel war bei mir auch sehr gut, da kann man anknüpfen. Als Debütant würde man gerne ein Bier ausgeben, aber das muss warten, bis wir die nötigen Erfolge bei der WM eingefahren haben, dann werde ich einen ausgeben.

Sie sind vor allem im neu formierten Innenblock gefordert, wie läuft das Zusammenspiel mit Johannes Golla?

Sebastian Firnhaber: Johannes ist ein überragender Teamplayer, mit dem man super zusammenarbeiten kann. Aktuell drehen wir an den Stellschrauben, um die Kooperation noch weiter zu verbessern.

Am Freitag folgt Ihr erster WM-Einsatz – was wissen Sie über den ersten Gegner Uruguay?
Sebastian Firnhaber: Wir haben heute vor dem Training ein Videostudium zu Uruguay. Bisher habe ich noch kein Video von Uruguay geschaut, wir haben uns eher auf die Analyse der Spiele gegen Österreich konzentriert. Ich erwarte von Uruguay eine eher spezielle Spielweise, anders, als aus der Bundesliga gewöhnt.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit mit Bundestrainer Alfred Gislason?

Sebastian Firnhaber: Alfred macht das alles überragend. Ich kenne ihn ja aus meinen drei Jahren in Kiel. Er bringt Ruhe rein, aber auch einige neue Dinge. Ich bin sehr zufrieden und freue mich ihn als Bundestrainer zu haben.

Woran muss die neuformierte Mannschaft noch arbeiten?

Sebastian Firnhaber: Die größte Herausforderung ist die kurze Zeitspanne, daher ist es nicht sinnvoll, viele Dinge gleichzeitig zu ändern, sondern an den kleinen Stellschrauben zu drehen. Wir sind alle gute Handballer, Es geht aktuell daher darum, etwas Neues reinzubringen und den Spielern das Selbstvertrauen zu geben.

Sie sollen sehr erfahrene Abwehrspieler ersetzen, lastet da ein großer Druck auf Ihren Schultern?

Sebastian Firnhaber: Ich habe ein bisschen Druck, den ich mir aber selbst auferlege. Ich will es gutmachen und die Mannschaft unterstützen. Ich freue mich auf die Aufgaben, die da kommen, ich bin gut genug und gehe selbstbewusst an die Sache ran. Das ist also eher ein positiver Druck.

Wie ist Ihr erster Eindruck von der Unterkunft in Ägypten?

Sebastian Firnhaber: Das Hotel ist eine überragende Anlage, riesig groß, mit Blick auf die Pyramiden. Die Zimmer sind sehr gut, da bleibt kein Wunsch offen. Ich teile mir wie in Erlangen das Zimmer mit Antonio Metzner.

Und inwiefern sind Corona und die Auswirkungen des Virus Thema unter den Spielern?

Sebastian Firnhaber: Wir tun gut daran, das Thema auszublenden und uns aufs Sportliche zu konzentrieren. Oliver Roggisch und Axel Kromer sind für die Hygienemaßnahme zuständig, und denen vertrauen wir vollständig, dass sie alles gelöst bekommen.