DER KRÄFTEVERGLEICH MIT DEM WELTMEISTER

Honamas treffen am Montagfrüh auf Belgien \\ dha

Mats Grambusch - Fotocredits: Copyright: worldsportpics.com

TOKIO. Wenn Deutschlands Herren heute Nacht (2.30 Uhr deutscher Zeit) gegen Weltmeister Belgien ihr zweites Olympia-Vorrundenspiel bestreiten, kommt auf Mats Grambusch im Mittelfeld ganz viel an, denn der Kölner ist mit seinen technischen und kämpferischen Fähigkeiten und seiner Körpersprache so etwas wie ein Barometer für den Seelenzustand der Honamas. „Ich freue mich sehr auf dieses Duell gegen die Belgier. Wir haben ja seit der Pro League vor einem Jahr in Düsseldorf nicht gegen sie gespielt.“

Belgien drehte sein Auftaktmatch gegen die Niederlande nach 0:1-Rückstand in beeindruckender Manier in ein 3:1. Für Mats keine Überraschung: „Die Mannschaft ist extrem eingespielt, verfügt über etliche, für die es schon die vierten Spiele sind und hat durch die Titel der letzten Jahre extrem an Selbstvertrauen gewonnen. Da gibt es keinen Spieler der technisch nicht brillant ist – deshalb darf man sich da auch nicht darauf einlassen, sich diesbezüglich mit ihnen zu messen. Wir haben andere Stärken, werden versuchen, sie laufen zu lassen und müssen uns absolut nicht verstecken.“ Dass der gebürtige Mönchengladbacher in Tokio mit am Start ist, stand eine ganze Zeitlang in Frage, weil er an einer hartnäckigen Zehenverletzung laborierte. Sich so kurz vor Olympia trotzdem körperlich fit zu halten, wenn ausgerechnet der Fuß Probleme macht, hört sich schwierig an, aber der 28-Jährige hatte nie Bedenken: „Man kann im Wasser und auf dem Rad bestens trainieren, ohne den Fuß zu stark zu belasten. Bundes-Athletiktrainer Janosch Emonts hat mir da ein Top-Programm zusammengestellt. Und Kais al Saadi hat mir in Einzelgesprächen immer das Vertrauen gegeben. Aber mir war selbst klar, dass, wenn ich in Tokio dazu gehören wollte, ich topfit sein müsste, dafür haben wir viel zu starke Jungs in diesem breiten Kader!“

Kais al Saadi war wichtig, gegen Belgien den nächsten Schritt zu machen. Die Top-Leistung erwartet er von seinem Team erst in den Play-offs. Und auch da ist Grambusch einer Meinung: „Wenn wir gegen Belgien nur Unentschieden spielen oder sogar verlieren, wäre das noch kein Beinbruch. Aber als Spieler willst Du immer die drei Punkte.“ Dass gegen den Weltmeister und Weltranglisten-Ersten
erneut ein Spiel ohne Ballberührung für Keeper Alexander Stadler herauskommen wird, „wäre zwar super“, sagt Grambusch mit einem Grinsen, „aber ist wohl nicht realistisch.“

Der Mittelfeld-Routinier hat aber großes Vertrauen in den zweitjüngsten Olympia-Keeper der DHB-Geschichte nach Wolfgang End 1960: „Alex ist unglaublich professionell in seiner Vorbereitung, trainiert wahnsinnig viel. Vor anderthalb Jahren hätte niemand vermutet, dass er hier unsere Nummer eins sein könnte und jetzt steht er völlig verdient für uns zwischen den Pfosten. Er wird noch eine gute Erinnerung an Belgien haben, denn das zweite Pro-League-Spiel in Düsseldorf, als er nur ein Tor kassiert und mehrere Penaltys gehalten hat, war sein Durchbruch bei uns.“