STUTZKE RÜCKT IN WM-KADER

Bundestrainer Gislason und Dissinger einig über Verzicht auf Turnier \\ DHB

Christian Dissinger wird die WM nicht spielen. - Foto: Sascha Klahn

DORTMUND / KAIRO. Qualifikation für die EHF EURO 2022 vorzeitig gesichert, Koffer und Kisten weitestgehend gepackt und bereit für den Abflug zur Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Am heutigen Dienstag, 10 Uhr, startet der Tross des Deutschen Handballbundes gemeinsam mit der österreichischen Nationalmannschaft per Sonderflug EW 5214 von Düsseldorf gen Kairo. 

Kurz zuvor hat sich allerdings noch eine Änderung im WM-Kader ergeben: Christian Dissinger wird nach einem Gespräch mit Bundestrainer nicht am Turnier teilnehmen. „Wir haben offen miteinander geredet und sind uns einig, dass Christian leider nicht für die WM bereit ist. Seine Trainingspausen aufgrund mehrerer Quarantänen und einer eigenen Erkrankung waren insgesamt zu lang, so dass er nicht bereit für die Belastungen eines solch langen Turniers ist“, sagte Gislason mit Bedauern. 

Ich bin traurig und enttäuscht, aber auch so reflektiert, dass ich die Lage richtig einschätzen kann“, erklärte Christian Dissinger bei seiner Abreise. „Die vergangenen Wochen bereiten mir mehr Probleme als gedacht, so dass ich unserer Nationalmannschaft nicht helfen kann. Ich glaube an die Chance dieses Teams.“ 

Den verbleibenden Platz im 20er-Kadernimmt nimmt kurzfristig Lukas Stutzke ein. Der am 14. Januar 23 Jahre alt werdende Rechtshänder des Bergischen HC durchlief die Jugend-Nationalmannschaften des Deutschen Handballbundes und ist als eines der Top-Talente Mitglied des DHB-Eliteförderung. Stutzke bestritt bisher ein Länderspiel im Oktober 2019 beim Tag des Handballs in Hannover und trägt die Trikotnummer 39.

Das DHB-Team startete am 3. Januar in die WM-Vorbereitung und gewann die EM-Qualifikationsspiele gegen Österreich sowohl in Graz (36:27) als auch in Köln (34:20). Kapitän Uwe Gensheimer ist mit 919 Toren Rekordtorschütze im Kader von Bundestrainer Alfred Gislason. Torwart Silvio Heinevetter ist mit 195 Einsätzen der erfahrenste, Johannes Bitter mit 38 Jahren der älteste Spieler. Als jüngster Akteur geht Juri Knorr (20) auf die Reise nach Nordafrika. Sieben Spieler haben bisher nicht mehr als zehn Länderspiele bestritten. 

Die Jungs haben sich unser Vertrauen verdient und haben sich in den vergangenen Tagen als Nationalmannschaft gut entwickelt. Das lässt uns auf einen guten Start in die WM hoffen“, sagt Axel Kromer, Vorstand Sport des Deutschen Handballbundes und Leiter der WM-Delegation. Vertreten wird der Deutschen Handballbund in Ägypten zudem von Präsident Andreas Michelmann und Vizepräsident Bob Hanning, die am Dienstag mit dem Team nach Kairo fliegen. 

Nach kurzer Akklimatisation startet die deutsche Handball-Nationalmannschaft an diesem Freitag, 15. Januar, gegen Uruguay ins Turnier. Die Partie in Gizeh beginnt um 18 Uhr und wird von der ARD live übertragen. Weitere Vorrundengegner sind Kap Verde (Sonntag, 17. Januar, 18 Uhr und ARD) und Ungarn (Dienstag, 19. Januar, 20.30 Uhr und ZDF). 

Das Aufgebot der deutschen Handball-Nationalmannschaft: 

Tor: Andreas Wolff (KS Vive Kielce/POL), Johannes Bitter (TVB Stuttgart), Silvio Heinevetter (MT Melsungen)
Linksaußen: Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen)
Rückraum links: Julius Kühn (MT Melsungen), Paul Drux (Füchse Berlin), Fabian Böhm (TSV Hannover-Burgdorf), Lukas Stutzke (Bergischer HC)
Rückraum Mitte: Philipp Weber (SC DHfK Leipzig), Juri Knorr (TSV GWD Minden), Marian Michalczik (Füchse Berlin)
Rückraum rechts: Kai Häfner (MT Melsungen), David Schmidt (Bergischer HC), Antonio Metzner (HC Erlangen)
Rechtsaußen: Tobias Reichmann (MT Melsungen), Timo Kastening (MT Melsungen)
Kreis: Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Sebastian Firnhaber (HC Erlangen), Moritz Preuss (SC Magdeburg)