ENTSCHEIDUNG AM VIERTEN EXTRALOCH

Tiger Christensen gewinnt Playoff um Internationale Amateur-Meisterschaft

Der Hamburger Tiger Christensen gewinnt die 81. German International Amateur Championship im GC Mülheim an der Ruhr (Foto: DGV/stebl)

WIESBADEN. Es war ein Krimi mit einem Happyend für Tiger Christensen: Der 17-jährige Nationalspieler aus dem Hamburger GC Falkenstein gewinnt die 81. German International Amateur Championship im GC Mülheim an der Ruhr. Christensen liegt nach Runden von 65, 70, 67 sowie 66 Schlägen bei -16 und gleichauf mit dem Niederländer Jerry Ji, den er schließlich in einem hochspannenden Stechen besiegt.

Es gibt so Turniere, die bleiben einem ewig in Erinnerung. Einfach, weil sie an Spannung kaum zu überbieten sind. So auch die 81. Internationale Amateur-Meisterschaft (IAM) von Deutschland, für die der GC Mülheim an der Ruhr mit idealen Bedingungen eine nahezu perfekte Bühne bot. Hauptdarsteller des Krimis war Tiger Christensen, der zwei Wochen zuvor mit der Jungen-Nationalmannschaft den EM-Titel in Dänemark geholt hatte. Seine Topform stellte der 17-jährige Hamburger nun auch bei der IAM unter Beweis. Nach seiner starken 65 zum Auftakt lag er gleich in Führung, hatte im weiteren Verlauf des Turniers allerdings eine kämpferische Konkurrenz im Nacken.

Allen voran der Schwede Fabian Sunden machte in Durchgang drei mächtig Druck, als er eine sagenhafte und bogeyfreie 62 mit neun Birdies ins Clubhaus brachte, die eine neue Bestmarke auf dem 6180 Meter langen Par-71-Kurs des GC Mülheim bedeutete. Mit einem Schlag Vorsprung war Christensen in die Finalrunde gestartet, lag nach 72 Löchern dann aber mit gesamt -16 schlaggleich mit dem Niederländer Jerry Ji, der zum Abschluss eine 65 unterschrieb. Also musste das Playoff die Entscheidung bringen. Beim vierten Durchlauf der 18. Bahn lochte Christensen seinen Ball zum Birdie, ballte die Hand zur Siegerfaust – und holte den Pott. Die Freude bei Freunden und Familie war riesengroß.

Ich kann es kaum in Worte fassen. Die ganze Woche war einfach der Wahnsinn. Ich habe hier das beste Golf gespielt, das ich je gespielt habe und ich habe immer fest daran geglaubt, gewinnen zu können. Es bedeutet mir viel, meinen Namen auf diesem Pokal zu haben, denn es stehen bereits viele große Namen drauf“, erklärte der überglückliche Champion, der das Stechen erst mit einem sensationellen Finish von vier Birdies auf den letzten fünf Bahnen erzwungen hatte. Lobende Worte gab es folglich von Jungen-Bundestrainer Christoph Herrmann: „In der Szene kennt gefühlt jeder Tiger Christensen, seit der zehn Jahre alt ist. Dass er jetzt solche Leistungen folgen lässt und mit dem Druck so gut umgeht, hat mich sehr beeindruckt. Das war sehr gut.“

Hinter dem 21-jährigen Jerry Ji aus den Niederlanden teilten sich der Schwede Fabian Sunden und der Belgier Adrien Dumont de Chassart (jeweils -13) Rang drei. Thomas Schmidt vom GC Bergisch-Land und Anton Albers vom Hamburger GC beendeten das Turnier mit jeweils -12 auf T5. Die Nationenwertung (nach drei Runden) gewann Team Germany II (Anton Albers, Yannick Schütz/Stuttgarter GC Solitude und Nico Lang/GC Mannheim-Viernheim) mit gesamt -17 hauchdünn vor Team Deutschland I (Christensen, Tom Haberer/GC Hannover und Wolfgang Glawe/GC Mannheim-Viernheim), das auf -16 kam.