SIEBEN MEDAILLEN SIND DAS ZIEL

Andrea Eskau ist bei der Nordic Paraski-WM aussichtsreiche Titelanwärterin

ELSDORF/FINSTERAU. Voller Vorfreude auf die Wettbewerbe sind die deutschen Biathleten und Langläufer zu den Weltmeisterschaften der behinderten Sportler in den Bayerischen Wald gereist. Die Elsdorferin Andrea Eskau gehört bei der Heim-WM in Finsterau zu den aussichtsreichen Titelanwärterinnen des kleinen deutschen Nordic-Paraski-Teams. Die 45-jährige, für den USC Magdeburg startenden Athletin, gewann bei der WM vor zwei Jahren in Cable (USA) alle drei Langlaufwettbewerbe im Sitzschlitten. Zuletzt zeigte sie sich beim Weltcup in der Ukraine in bestechender Form.

Beim Biathlon feierte Eskau in ihrem sechsten Rennen in diesem Jahr ihren fünften Sieg, trotz zweier Schießfehler. In 40:34,5 Minuten kam sie vor ihrer Teamkollegin Anja Wicker (41:10,0) ins Ziel. Die Weißrussin Lidziya Hrafeyeva blieb als Dritte deutlich hinter dem deutschen Duo. „Ich habe das Rennen in der Loipe gewonnen. Die Laufform passt schon in Richtung WM. Für das Schießen muss ich mein System aber noch stabilisieren“, zog Eskau ein Fazit.

In Finsterau will die auch bei den Sommerspielen in Rio erfolgreiche Sportlerin „an die in der Ukraine gezeigten Leistungen anknüpfen“. Insgesamt stehen für die Elsdorferin sechs Einzelrennen (Langlauf und Biathlon) auf dem Programm. Ob sie auch in allen sechs Disziplinen eingesetzt wird, wird sich vor Ort entscheiden. Nach der Eröffnungsfeier am gestrigen Abend beginnen heute die Wettbewerbe mit dem Biathlon über die mittlere Distanz (Frauen 10, Männer 12,5 km). Schon dabei kann es die ersten Podestplätze für die deutschen Athletinnen und Athleten geben. Sieben Medaillen, davon zwei goldene, hat Bundestrainer Ralf Rombach als Ziel ausgegeben.

Die bis zum Sonntag, 19. Februar, dauernden Wettbewerbe können auf der offiziellen Website der WM im Live-Stream verfolgt werden. ARD und ZDF haben insgesamt 120 Minuten Berichterstattung geplant. „Vorfreude und Nervosität halten sich die Waage, aber wir sind alle auf die WM fokussiert“, schilderte Rombach die Stimmung im Team.

Das Trainingslager vor der WM in Notschrei bei Freiburg war buchstäblich ins Wasser gefallen. Dauerregen machte eine Woche vor der Eröffnungsfeier eine intensive Vorbereitung unmöglich. Das Nationalteam machte aus der Not eine Tugend und reiste früher als geplant in den Bayerischen Wald, wo, so der Bundestrainer, die Bedingungen stabil sind.