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PARA SPORTLER DES JAHRES

Die Sprint-Könige rasen zum nächsten Erfolg

FRECHEN /DÜSSELDORF. Auf der Zielgeraden des Jahres 2019 haben die Para Leichtathleten zugeschlagen: Erst krönten sich Irmgard Bensusan und Johannes Floors bei der WM in Dubai jeweils zu Doppel-Weltmeistern, jetzt haben sie auch bei der Wahl der Para Sportler des Jahres 2019 triumphiert. Der Titel der Mannschaft des Jahres geht an die Goalball Herren, die sich bei der Heim-EM in Rostock ihren großen Traum erfüllten und historisches Gold gewannen. Die Trophäe des Para Nachwuchssportlers geht an Schwimmer Taliso Engel, der Ehrenpreis an die Aktion Mensch. Ausgezeichnet wurden die Preisträger vor 400 geladenen Gästen in der Düsseldorfer Rheinterrasse.

Zahlreiche Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften, Weltrekorde, ein EM-Titel in der Heimat und umjubelte Paralympics-Qualifikationen – 2019 stand der Para Sport auch ohne Paralympische Spiele häufig im Fokus. Die Sportlerinnen und Sportler des Team Deutschland Paralympics glänzten mit außergewöhnlichen Leistungen und hervorragenden Erfolgen und sorgten damit für Begeisterung. Den verdienten Lohn dafür gab es wie schon im Vorjahr in der Sportstadt Düsseldorf mit einer festlichen Gala des Deutschen Behindertensportverbandes.

„Mehr und mehr bekommt der Para Sport auch in den Jahren zwischen den Paralympischen Spielen die Aufmerksamkeit, die ihm zusteht – endlich! Ein Millionenpublikum verfolgte jeweils die TV-Beiträge zu den Weltmeisterschaften im Para Ski alpin, Para Ski nordisch, Para Radsport, Para Schwimmen und Para Leichtathletik, ebenso zur Goalball-EM in Rostock und zur Para Eishockey B-WM in Berlin. Das ist eine erfreuliche Wertschätzung“, betonte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.

Die Athletinnen und Athleten produzierten Erfolge wie am Fließband – entsprechend hatten die neun Mitglieder der Expertenjury und die Öffentlichkeit beim Online-Voting die Qual der Wahl, sich angesichts der Vielzahl an Top-Leistungen auf ihre Favoriten festzulegen. Ins Endergebnis flossen wieder gleichermaßen die Resultate des Expertengremiums und der Öffentlichkeit. Neben Ruhm und Ehre gab es für die Geehrten auch Prämien – ein zusätzlicher Lohn für die herausragenden Leistungen.

Para Sportlerin: Irmgard Bensusan (28, TSV Bayer 04 Leverkusen, Para Leichtathletik)

Bei den Para Sportlerinnen setzte sich Irmgard Bensusan durch, die nach dreimal Silber bei den Paralympics 2016 sowie Gold und Silber bei der WM 2017 diesmal Doppel-Weltmeisterin über 100 und 200 Meter wurde. Es war das erfolgreichste Jahr ihrer Karriere, zumal die Sprint-Queen neben den Goldmedaillen auch mehrere Weltrekorde aufstellte. Damit sorgte Bensusan für ein Ausrufezeichen auf dem Weg nach Tokio. Satt ist „Tante Irmie“ nach ihren Triumphen im Jahr 2019 freilich nicht: „Die Paralympics sind das höchste Ziel.“ Die siebenfache Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber hat ihre Karriere hingegen beendet. Zweimal Gold und dreimal Silber bei der WM waren die letzten Medaillen der Monoskifahrerin, die damit auf Rang zwei landete. Dritte wurde Clara Klug mit Guide Martin Härtl, die im Biathlon dreimal Gold und im Langlauf zweimal Silber gewannen. Die Plätze vier und fünf gingen an Vorjahressiegerin Andrea Eskau (Para Radsport & Para Ski nordisch) und Verena Schott (Para Schwimmen).

Para Sportler: Johannes Floors (24, TSV Bayer 04 Leverkusen, Para Leichtathletik)

Blade Runner, Sprint-König, schnellster Mann der Welt auf Prothesen: Johannes Floors sorgte mit seinen Leistungen bei der Para Leichtathletik-WM für Aufsehen und Schlagzeilen gleichermaßen. Jeweils mit neuem Weltrekord kürte sich Floors in Dubai zum Doppel-Weltmeister. Über 100 Meter lief er schneller, als je ein Prothesensprinter vor ihm – und auch über 400 Meter gelang ein fulminanter WM-Abschluss. Es war die Krönung eines überragenden Jahres, in dem Floors immer wieder mit Weltrekorden auf sich aufmerksam gemacht und seine hervorragende Entwicklung unterstrichen hatte. Groß war der Jubel auch bei Vico Merklein und Vorjahressieger Martin Fleig auf den Plätzen zwei und drei. Para Radsportler Merklein ließ auf den ersten WM-Titel seiner Karriere direkt noch einen zweiten folgen und feierte Doppel-Gold, Fleig versetzte bei der Para Ski nordisch-WM nicht nur seine Konkurrenz ins Staunen und wurde Doppel-Weltmeister im Langlauf. Zudem schafften es die Para Leichtathleten Léon Schäfer und Markus Rehm unter die Top Fünf.

Para Mannschaft: Goalball Herren (Michael Feistle, Stefan Hawranke, Oliver Hörauf, Felix Rogge, Thomas Steiger, Reno Tiede)

Das Märchen wurde wahr, der Traum ging in Erfüllung: Deutschlands Goalballer sind bei der Heim-EM in Rostock erstmals in der Geschichte Europameister geworden. Vor 2000 Zuschauern feierte die Mannschaft im Finale gegen die Ukraine einen historischen Erfolg. Nach EM-Silber 2017 und WM-Silber 2018 vergoldeten die Goalballer das Jahr 2019 gleich doppelt: sowohl sportlich als auch bei der Ehrung der Mannschaft des Jahres, bei der sie in den vergangenen beiden Jahren ebenfalls jeweils Zweiter wurden. Während des Turniers hat die Mannschaft dem Druck standgehalten, auch schwierige Phasen gemeistert und ihre hervorragende Entwicklung mit viel Fleiß und Akribie fortgesetzt – und wird auch mit Blick auf die Paralympics auf diesem Kurs bleiben. Auf Platz zwei folgten Katrin Seibert und Jan-Niklas Pott, die im Mixed-Wettbewerb bei der Para Badminton-WM Silber gewannen, vor Natascha Hiltrop, Elke Seeliger und Bernhard Fendt. Das Trio jubelte bei der WM im Para Sportschießen im Team-Wettbewerb über Silber und Bronze.

Para Nachwuchssportler: Taliso Engel (17, TSV Bayer 04 Leverkusen, Para Schwimmen)

Er sorgte für die große Überraschung bei der Para Schwimm-WM: Mit einem fulminanten Schlussspurt zog Taliso Engel der Konkurrenz über 100 Meter Brust auf und davon und holte im Londoner Aquatics Centre sensationell die Goldmedaille. Der 17-Jährige zeigte beim Kräftemessen mit der Weltspitze eine starke Leistung und keine Nerven, schlug als Erster an und brachte das deutsche Lager zum Ausflippen. Die Plätze zwei und drei gingen an Para Biathletin Johanna Recktenwald und Para Radsportler Maximilian Jäger.

DBS-Ehrenpreis: Aktion Mensch

Der DBS-Ehrenpreis ging in diesem Jahr an die Aktion Mensch. Die Organisation wurde nicht nur für ihre langjährige Partnerschaft mit dem DBS, sondern auch für ihr außergewöhnliches Engagement für Inklusion und Teilhabe im Sport ausgezeichnet – und das im zehnten Jahr nach dem Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. Sport ist ideal, um das zentrale Anliegen der Aktion Mensch – Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen – voranzutreiben. Dabei setzt sich die Förderorganisation gemeinsam mit dem DBS vor allem dafür ein, mehr Angebote für das gemeinsame Training von Menschen mit und ohne Behinderung auch im Breitensport zu etablieren. „Ohne Wenn und Aber: Ohne die Unterstützung der Aktion Mensch wäre der Para Sport in Deutschland um vieles ärmer, herzlichen Dank“, sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher.

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