VORBEREITUNGEN FÜR DAS RENNEN DES JAHRES GESTARTET

NÜRBURGRING. Winterchaos beim Auftaktrennen und anhaltende Corona-Restriktionen machen es Aktiven und Organisatoren auf der Nürburgring-Nordschleife in diesem Jahr bislang wahrlich nicht einfach. Doch seit dem dritten April-Wochenende läuft endlich die Langstrecken-Saison in der legendären „Grünen Hölle“ – und schon der Auftakt beim ersten Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) hatte es in sich: Packender Sport und stark besetzte Fahrzeugklassen machten Lust auf den weiteren Saisonverlauf, der vor allem auf einen Höhepunkt zuläuft: das ADAC TOTAL 24h-Rennen vom 3. bis 6. Juni. Nachdem sich die Räder inzwischen zum ersten Mal gedreht haben, geht es nun Schlag auf Schlag. Zum einen absolviert die NLS am 1. Mai einen weiteren Meisterschaftslauf, bevor es schon eine Woche später zum ADAC 24h-Qualirennen (8. und 9. Mai) geht: Sechs Stunden Rennen und jede Menge Fahrzeit bei den Trainingssitzungen erlauben dann das letzte Feintuning, bevor die Motoren bis zum 24h-Rennen fast einen ganzen Monat ruhen. Wer also bis Anfang Mai nicht perfekt aussortiert ist, der startet unter ungewissen Vorzeichen in das Rennen des Jahres am Fronleichnamswochenende.

Die Zeitpläne sind verfügbar

Auch die Abläufe beim 24h-Rennen und dem Prolog einen Monat zuvor stehen bereits fest, nachdem die Zeitpläne veröffentlicht sind: Das 24h-Qualirennen bietet zwei actiongeladene Tage, reichlich Fahrzeit auf der Strecke und eine umfassende Simulation der Abläufe beim 24h-Rennen. Höhepunkt ist das sechsstündige Rennen, das am Sonntag (9. Mai) um 12:00 Uhr gestartet wird. Das 24h-Rennen bleibt auch 2021 bei seinem viertätigen Ablauf mit Wertungsläufen von RCN, Tourenwagen-Legenden (zwei Rennen), ADAC 24h-Classic und natürlich dem spektakulären FIA Tourenwagen-Weltcup (WTCR – 2 Rennen). Die Zeitpläne gibt es online hier auf der Homepage des 24h-Rennens oder als Download über die folgenden Links:

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Schneller Auftakt mit spannenden Fights und neuem NLS-Rundenrekord

In hervorragender Frühform präsentierten sich vor allem die Porsche-Teams beim NLS-Auftakt. Frédéric Makowiecki (FRA) und Dennis Olsen (NOR) holten im Frikadelli-Porsche 911 GT3 R die Pole-Position vor dem Audi R8 LMS GT3 des Phoenix-Gespanns aus Michele Beretta (ITA) und Nicki Thiim (AUT). Und gleich beim Start legte der Frikadelli-Neunelfer mit den Markenkollegen von Mathey-Racing einen blitzsauberen Sprint hin, der gegen Ende der ersten Runde in einem atemberaubenden Highspeed-Duell auf der Döttinger Höhe gipfelte. Kevin Estre (FRA), der den ersten Stint im Manthey-„Grello“ übernommen hatte, konnte sich gegen den rotweißen Frikadelli-Renner durchsetzen – und in genau dieser Reihenfolge liefen sie knapp vier Stunden später auch im Ziel ein. Doch dazwischen war der Ausgang keineswegs ausgemachte Sache. Die beiden Spitzenreiter lieferten sich in der zweiten Rennhälfte einen Kampf auf Augenhöhe mit zwei Audi R8 LMS GT3 von Phoenix Racing, die schließlich mit Sekundenabstand auf den Plätzen drei und vier landeten. Schließlich waren es Estre und seine Teamkollegen Michael Christensen (GBR) und Lars Kern (Wiernsheim), die den 54. NLS-Sieg für Manthey holten – und gleichzeitig noch einen neuen Rundenrekord auf der (im Vergleich zum 24h-Rennen verkürzten) NLS-Variante des Nürburgrings aufstellten.

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Ein perfekter Start“ für Manthey

Besser kann eine Motorsportsaison wohl kaum beginnen. Kevin Estre fasste denn auch zusammen: „Das ist natürlich ein gutes Vorzeichen für das 24h-Rennen. Was sehr wichtig ist: Unser Auto ist schnell, wir fühlen uns wohl im Cockpit.“ Dennoch ist das Ergebnis noch keine Vorentscheidung – denn wegen einer Terminüberschneidung waren etliche Topteams diesmal nicht am Start. „Das Ergebnis ist schön – aber aus diesem Grund nicht ganz aussagekräftig. Trotzdem: unser Paket ist stark, und ein Sieg im ersten Saisonrennen ist natürlich ein perfekter Start.“ Die Markenkollegen bei Frikadelli können die Frühform ebenfalls bestätigen: „Für uns steht natürlich die Vorbereitung auf das 24h-Rennen im Fokus“, resümierte Frédéric Makowiecki nach dem Rennen. „Dementsprechend war dieser Einsatz für uns sehr wichtig, auch um das gesamte Team und die Abläufe kennen zu lernen. Schließlich war es das erste Mal, dass wir in dieser Konstellation hier zusammen am Nürburgring angetreten sind. Alles hat auf Anhieb sehr gut harmoniert, und ich freue mich bereits auf die nächsten gemeinsamen Rennen.“

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GT-Champion Thiim beschenkt sich selbst zum 32. Geburtstag

Dass nicht nur im Porsche-Lager keine Plätze verschenkt werden, sondern die Audi-Piloten sich auch den eigenen Teamkollegen nicht geschlagen geben, bewiesen die beiden R8 LMS von Phoenix Racing. Nicki Thiim (DEN) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) lieferten sich gegen Ende des Rennens ein atemberaubendes Duell, bei dem der Däne die Nase vorne behalten konnte. Für ihn war es (übrigens an seinem 32. Geburtstag) der erste Nordschleifen-Einsatz seit 2018. „Ein super Geschenk – und ein super Comeback auf einem Audi“, sagte der amtierende GT-Weltmeister, dem Arbeitgeber Aston Martin eigens eine Freigabe für das Rennen gegeben hatte. „Es war schon eine ganze Weile, dass ich mir Rennen auf der Nordschleife nur daheim auf dem Bildschirm anschauen konnte. Es hat riesigen Spaß gemacht, vor allem der Fight mit Stippi am Ende war toll.“

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WTCR-Klassenausflug zum Ring

Trotz Corona und Reisebeschränkungen war Thiim im Übrigen nicht der einzige internationale Teilnehmer, der beim NLS-Auftakt antrat. So nutzte etwa eine große Abordnung von Piloten des FIA-Tourenwagen-Weltcups (WTCR) die Gelegenheit, ins Volant zu greifen. Kein Wunder – schließlich absolviert die höchste internationale Tourenwagenserie beim ADAC TOTAL 24h-Rennen ihren ersten Saisonlauf. So war diesmal nicht nur NLS-„Stammgast“ Tom Coronell (NED) im Max-Kruse-Golf mit dabei. Auch Luca Engstler (Wiggensbach) und Jean Karl Vernay (LUX) gingen im Hyundai i30N an den Start, Mikel Azcona (ESP) wählte einen Scirocco von Mathilda Racing, Nathanael Berthon (FRA) nahm im Renault Clio „Cup“ Platz und Nestor Girolami (ARG) startete im Porsche Cayman. Auch beim 24h-Qualirennen werden sicherlich viele hoch interessante Piloten antreten – wer aber genau im Cockpit sitzen wird, das wird sich erst kurz vorher herausstellen. Denn der Nennungsschluss für den sechsstündigen 24h-Prolog wurde bewusst hinter den nur eine Woche vorher stattfindenden NLS-Lauf gelegt. Entsprechend kurzfristig wird die Starterliste veröffentlicht werden.

Fans vor Ort? Wohl eher nicht – Dafür aber umfassende Streams und Infos

Ebenso unwägbar wie die Frage, wer am Ende auf der Starterliste stehen wird, ist die Frage, ob es Zuschauer am Ring geben wird. Derzeit ist Motorsport für die Aktiven zwar unter Beachtung eines strengen Infektions- und Hygienekonzepts möglich, aber Fans dürfen nach wie vor nicht vor Ort dabei sein. Natürlich beobachten der veranstaltende ADAC Nordrhein mit seinen Partnern die Pandemielage genau und würden im Falle von Änderungen sofort reagieren können. Ein umfangreicher Vorverkauf oder ähnliches wird aber auf keinen Fall stattfinden können. Infos zur aktuellen Lage gibt es jeweils hier auf der 24h-Homepage. Dort findet sich am Rennwochenende auch die „Live“-Seite, die mit umfangreichen Streaming-Angeboten, Livetiming und Ticker aufwartet. Den Zuschauern zu Hause entgeht also kein Detail des Renngeschehens vor Ort.