KERPENER WIRD VIZE-EUROPAMEISTER

Christian Hein krönt ein erfolgreiches Jahr

Ein starkes Team: Vizeeuropameister Christian Hein (l) und sein Kerpener Trainer Marc Kannengießer. Foto: Kannengießer

KERPEN. Bei den Taekwondo-Europameisterschaften der Kadetten und der Masters in Valencia vertrat Christian Hein vom Verein TKD Kerpen Deutschland in der Gewichtsklasse bis 80 Kilogramm. Mit seinem Heimtrainer Marc Kannengießer reiste er zuversichtlich in die spanische Küstenstadt. Im Juli dieses Jahren hatten sich die Beiden entschlossen, über die deutschen Meisterschaften der Masters eine Teilnahme an den Europameisterschaften anzustreben. Der Aufwand wurde nun mit der Silbermedaille belohnt.

In den letzten Wochen hatte der Deutsche Meister konsequent ein hartes Training durchgezogen, das sich in Valencia auszahlte. In der ersten Begegnung traf Hein auf den Spanier Franzisco Lopez. Gekämpft wurde nach den olympischen Regeln über drei mal drei Minuten. Der Kerpener gilt in der Klasse bis 80 Kilogramm als „Leichtgewicht“, da er nur 76 Kilogramm auf die Waage bringt, während die meisten Gegner das Limit von 80 Kilogramm voll ausschöpfen. „Jedes Kilogramm zählt. Das spürt man deutlich am Schlagabtausch“, erklärte Trainer Kannengießer. Nach ausgeglichenem Kampf in der ersten Runde dominierte Hein seinen Gegner und zog mit einem klaren 12:1-Sieg in die zweite Runde ein.

Hier traf er auf den Kroaten Zoran Jandrokoviv, der zuvor den schwedischen Meister bezwungen hatte. Der Kerpener hatte sich für diese Begegnung eine taktische Umstellung ausgedacht. Statt der bevorzugten Rechtsauslage kämpfte Hein in Linksstellung, mit der der Gegner nicht zurecht kam. Die erste Runde endete mit 5:4 für den Kroaten, nach der zweiten lag der Deutsche mit 7:6 Treffern vorn. In der dritten konnte Christian Hein noch einmal mit einem Kopftreffer punkten und in das Finale einziehen.

Gegen den Franzosen Mamoudou Bassoum war der Kerpener deutlich im Nachteil. Der Gegner war einen Kopf größer und hatte die größere Reichweite. Hinzu kam der Gewichtsvorteil des Franzosen. Hein versuchte, seitlich an den Gegner heranzukommen, was in der ersten Runde (3:6) auch ganz gut klappte. Der Favorit nutzte aber seine Vorteile und gewann schließlich mit 14:9 Trefferpunkten den Titel. Die Enttäuschung war bei den Kerpenern schnell verflogen. Der Vize-Europameister hatte einen beherzten Kampf geführt und erhielt dafür von allen Seiten viel Anerkennung. Mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im September und dem zweiten Platz bei den Europameisterschaften können Christian Hein und Trainer Marc Kannengießer auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.

Der Start bei den Europameisterschaften erforderte ein spezielles Training, viermal pro Woche. Hinzu kamen zweimal pro Woche ein Lauftraining und dreimal pro Woche Krafttraining und eine spezielle Gymnastik. Christian Hein trianiert aber nicht nur selbst, sondern engagiert sich im Verein als Trainer in der Wettkampfgruppe und als Leiter der Anfängergruppe. „Zudem musste er vor der EM seine beruflicheh und familieren Verpflichtungen mit dem Sport unter einen Hut bringen“, lobt Marc Kannengießer den Athleten.