„GIGANTEN“ ZIEHEN INS VIERTELFINALE EIN

Foto: Giants Bayer Leverkusen

LEVERKUSEN (CK) Den BAYER GIANTS Leverkusen ist der Einzug ins Viertelfinale geglückt. Das Team von Headcoach Hansi Gnad bezwang die EN BASKETS Schwelm in einem Herzschlagachtelfinale mit 94:92 und gewinnt die Serie mit 2:0.

Bereits vor Spielbeginn wurde klar, dass diese Begegnung eine ganz besondere werden sollte. Etwa 130 Leverkusener Fans unterstützten ihre Mannschaft in der Schwelm ArENa und bildeten einen roten Gästeblock. Als das Team der GIANTS präsentiert wurde, schwenkten die GIANTS Anhänger eine Vielzahl an Fahnen, die die Spieler zu beeindrucken wussten. Doch auch auf dem Parkett legten die „Giganten“ gleich gut los.

Angeführt von Dennis Heinzmann und Ron Mvouika, entwickelte sich in den ersten Minuten eine offene Begegnung. Die Führung wechselte mehrfach zwischen beiden Mannschaften und es gelang weder den GIANTS, noch den Schwelmern die Kontrolle an sich zu reißen. BAYER zeichnete sich einmal mehr durch die Variabilität auf dem Feld aus, es waren mehrere Akteure, die für Akzente im Leverkusener Spiel sorgten. Bei den BASKETS sah dies ein wenig anders aus, denn dort waren es vor allem der genial aufspielende Niklas Geske und US-Amerikaner Erik Gunnar Durham die punkteten. Dennoch war es am Ende des ersten Abschnitts ein 5:0-„Run“ der Gäste, der dem Rekordmeister eine 23:20-Führung bescherte.

Der zweite Abschnitt gehörte dann den Farbenstädtern, die sehr viel effektivier auftraten als in den ersten zehn Minuten. Die GIANTS ließen den Ball besser durch die eigenen Reihen laufen und setzen sich allmählich von den Gastgebern ab. Nach dem Nick Hornsby per krachenden Dunk erstmalig für eine Führung im zweistelligen Bereich sorgte (25:36 – 14. Spielminute), wurde die Stimmung auf den Rängen noch ausgelassener als zuvor. Schwelm dagegen fand kein Mittel, um gegen die gut arbeitende BAYER-Verteidigung zu punkten und versuchte mit Einzelaktionen zurück ins Spiel zu finden. Der Halbzeitstand von 42:52 war der verdiente Lohn harter Arbeit.

Das dritte Viertel der GIANTS war dann der Kategorie „Durchschnitt“ zu zuordnen. Schwelm kam gut eingestellt aus der Kabine zurück und wollte die Begegnung unbedingt gewinnen. Die Hausherren verteidigten nun besser und BAYER kam zu wenigen offenen Wurfmöglichkeiten. Kurz vor Ende des Abschnitts verkürzte BASKETS Flügelspieler Thomas Reuter per Freiwurf auf vier Zähler (62:66 – 27. Spielminute) und die Zuschauer ahnten bereits, dass dies noch ein nervenaufreibender Abend werden sollte. Leverkusen gelang es noch den Vorsprung auf acht Punkte (62:70) zu erhöhen, doch das Spiel war noch lange nicht entschieden.

Im Schlussdurchgang spielte zunächst nur eine Mannschaft und das waren die EN BASKETS. Mit drei Dreiern in Folge errangen die Schwelmer unter großem Jubel ihre Fans die Führung zurück (71:70 – 32. Spielminute). Die GIANTS dagegen haderten mit ihrer schwachen Wurfquote, weder aus der Nahdistanz, noch aus dem Dreipunktebereich gelang es den „Gnadisten“ nicht, den Ball im Korb des Gegners unterzubringen. In der Folge führten die BASKETS über einen längeren Zeitraum mit zwei bis drei Zählern. Bei BAYER übernahm der Serbe Nino Celebic Verantwortung und hielt seine Farben im Spiel. Doch wie so oft in dieser Saison gelang es den Leverkusenern neue Kräfte freizusetzen und spielte sich zurück ins Match. Nachdem Alexander Blessig per Freiwurf 20 Sekunden vor Schluss für einen vier Punkte Vorsprung sorgte, wurde es hitzig. Schwelm foulte, um die Uhr anzuhalten und im Gegenzug scorten die Gelb-Blauen dann per Dreier durch Marley Jean-Louis vier Sekunden vor dem Ende (91:92). Nino Celebic behielt im Anschluss an der Freiwurflinie die Nerven (91:94) und nun schickte BAYER den US-Boy Erik Gunnar Durham an die Linie. Der traf seinen ersten Wurf und verwarf den zweiten um den Offensiv-Rebound zu ergattern, was den Mannen von Coach Falk Möller tatsächlich gelang. Den letzten Wurf von Außen setze Niklas Geske nur an den Ring und die Leverkusener Spieler und Anhänger lagen sich in den Armen, mit 94:92 gelang den GIANTS der Einzug in das ProB-Viertelfinale.

Spieler des Abends war Nino Celebic, der auf 21 Punkte, 8 Assists und 5 Rebounds kam. Doch es war nicht nur die Statistiken die den Aufbauspieler auszeichneten, sondern vor allem seine Leistung im letzten Abschnitt, in dem der Serbe überragte. Neben Celebic punkteten Tim Schönborn (14), Michael Kuczmann (11), Alexander Blessig (10 Punkte, 7 Assists und 8 Rebounds) sowie Nick Hornsby (10) zweistellig.

Trainer Hansi Gnad musste nach der Partie erst einmal kräftig durchschnaufen und äußerte sich im Anschluss wie folgt: „Dieses Spiel war wirklich ein Wechselbad der Gefühle, anders kann man es nicht sagen. Zwischenzeitlich sah es so aus, als hätten wir die Begegnung im Griff, führen lange Zeit mit zehn Punkten oder mehr und dann kam Schwelm aufgrund drei erfolgreicher Dreier in Folge zurück. Wir waren dann sehr unorganisiert in der Defensive und ich kann nicht genau sagen, was die Jungs auf dem Spielfeld in dieser Phase gemacht haben. In der Folge haben wir dann sehr viel besser verteidigt und klügere Entscheidungen getroffen, die uns wieder in Front gebracht haben. Am Ende haben wir wieder einige Fehler gemacht, die uns beinahe den Sieg gekostet haben, dennoch hat es am Ende noch gereicht und ich bin sehr froh, dass wir diese hart umkämpfte Serie für uns entscheiden konnten. Ein ganz großes Kompliment an die EN BASKETS Schwelm, die uns wirklich alles abverlangt haben.“
Ein Extralob verteilte der Coach noch an die Fans: „Das war wirklich unglaublich, was die Fans in Schwelm gemacht haben. Ich glaube ohne diese Unterstützung hätte das heute nicht funktioniert. Vor dieser „Roten Wand“ zu spielen, die uns getragen hat, das war schon etwas ganz Besonderes und ich bin sehr froh, dass wir die mitgereisten Fans heute mit einem Sieg belohnen konnten. Noch einmal tausend Dank für den tollen Support!“

Weiter geht es für BAYER in zwei Wochen, der endgültige Gegner steht noch nicht fest, da es in der Serie zwischen Oldenburg und Elchingen 1:1 steht. Das entscheidende Spiel findet am kommenden Wochenende statt.